Passwort vergessen

Norwegens Welle aus Holz

ALA-Architects - Kilden Performing Arts Center - Norwegen, Kristiansand

  • Das Kilden Theater © ala architektenDas Kilden Theater © ala architektenDas Kilden Theater © ala architektenDas Kilden Theater © ala architekten
  • Die Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau 2 © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau 2 © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau 2 © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau 2 © Trebyggeriet
  • Die Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau © TrebyggerietDie Hauptfassade des Kilden Theaters im Bau © Trebyggeriet
  • Visualisierung des Kilden Theaters © ala architektenVisualisierung des Kilden Theaters © ala architektenVisualisierung des Kilden Theaters © ala architektenVisualisierung des Kilden Theaters © ala architekten
  • Die Hauptfassade des Kilden Theaters von innen © AF GruppenDie Hauptfassade des Kilden Theaters von innen © AF GruppenDie Hauptfassade des Kilden Theaters von innen © AF GruppenDie Hauptfassade des Kilden Theaters von innen © AF Gruppen
  • 3D Model des Kilden Theaters © designtoproduction3D Model des Kilden Theaters © designtoproduction3D Model des Kilden Theaters © designtoproduction3D Model des Kilden Theaters © designtoproduction
  • Anschluss Holzfassade an Glas © TrebyggerietAnschluss Holzfassade an Glas © TrebyggerietAnschluss Holzfassade an Glas © TrebyggerietAnschluss Holzfassade an Glas © Trebyggeriet
  • 3D Modell 2 © designtoproduction3D Modell 2 © designtoproduction3D Modell 2 © designtoproduction3D Modell 2 © designtoproduction
  • individuelle Bauteile © Risør Trebåtbyggeriindividuelle Bauteile © Risør Trebåtbyggeriindividuelle Bauteile © Risør Trebåtbyggeriindividuelle Bauteile © Risør Trebåtbyggeri
  • individuelle Bauteile 2 © designtoproductionindividuelle Bauteile 2 © designtoproductionindividuelle Bauteile 2 © designtoproductionindividuelle Bauteile 2 © designtoproduction
  • individuelle Bauteile 4 © Trebyggerietindividuelle Bauteile 4 © Trebyggerietindividuelle Bauteile 4 © Trebyggerietindividuelle Bauteile 4 © Trebyggeriet
Unterstützt durch moderne Technik, setzen ALA-Architekten dem kalten Norwegischen Meer eine Welle aus Holz entgegen.

Ab 2012 glänzt die norwegische Küstenstadt Kristiansand mit einem neuen Theater- und Konzerthaus. Das Kilden Theater- und Konzerthaus wird nach mehrjähriger Bauzeit seine Tore im ehemaligen Industriehafen von Kristiansand öffnen und begrüßt dann seine Besucher mit einer sanft geschwungenen, spektakulären Fassadenwelle aus Holz. Entworfen und geplant wurde der neue kulturelle Brennpunkt von ALA Architekten aus Helsinki.

Eine Brache am ehemaligen Industriehafen von Kristiansand wurde aufbereitet und als Bauplatz für das „Kilden“ zur Verfügung gestellt. Schon die exponierte Lage des Grundstücks direkt am Ufer unterstreicht die Bedeutsamkeit des neuen Bauwerkes für die norwegische Stadt. Denn im Kilden Performing Arts Center werden sich fast alle städtischen Institutionen für Kunst und Kultur zusammen finden.

Das Kristiansand Symphony Orchester erhält einen Konzertraum für 1200 Besucher. Das lokale Agder Theater findet seine neue Heimat in einem Theater- und Konzertraum für 700 Besucher. Dieser kleinere Raum des Agder Theaters verfügt über eine Besonderheit: Er lässt sich umrüsten und kann an die Bedürfnisse des zweiten Nutzers, der Norwegischen Oper Süd, angepasst werden. Beide Institutionen werden ihr Programm im Wechsel in diesem Saal zeigen. Zusätzlich zu diesen zwei großen Konzerträumen bietet das Gebäude Platz für experimentelles Theater und multifunktionelle Nutzungen. 

Die hölzerne Welle als Freiform

Der Eingang des Kilden Theater- und Kozerthauses liegt auf dem ehemaligen Pier, der Eingangsbereich ist an der dem Wasser zugewandten Seite. Das erste, was Besucher vom Gebäude wahrnehmen, ist die einmalige, aufregende Fassadenfront. Eine hölzerne Welle mit 3500 m², 100 m breit und 35 m überhängend, baut sich mit all ihrer hölzernen Massivität über den Köpfen der Besucher auf. Mehrfach geschwungen präsentiert sich diese Welle in bester Freiform-Manier. Durch eine vorgelagerte Glaswand hindurch betritt der Besucher schließlich die Welt des Kilden Art Centers und damit die Welt der norwegischen, darstellenden Kunst. Vom Foyer aus kommt man in die Aufführungssäle und, mit entsprechender Zugangsberechtigung, in die dahinter liegenden Servicebereiche. Die Anordnung von Aufführungsräumen und Servicebereichen wurde so gestaltet, dass ein störungsfreier, reibungsloser Ablauf zwischen Service und Aufführung stattfinden kann. 

Das konstruktive Problem des hölzernen Vorhangs

Die Grundform des Baukörpers entspricht einem einfachen Quader und auch sonst wirkt der Bau relativ unauffällig. An drei Seiten ist das Gebäude mit einer schwarzen, zurückhaltenden Aluminiumfassade überzogen. Die vierte, am Ufer liegende Fassade präsentiert sich hingegen als Showfassade. Sie hat eine bewegte Entstehungsgeschichte hinter sich. Es war bereits zu Beginn der Planungen an dieser Stelle des Baukörpers eine aufregende Fassade angedacht. Immerhin befinden sich hier die Eingänge für die Besucher und das Foyer des Theater- und Konzerthauses. Doch dann stellte die Planung und Konstruktion der Fassade die Beteiligten vor Probleme. Ursprünglich war geplant, gerade Stahlträger von der Betonkonstruktion des Baukörpers abzuhängen, und daran wiederum sollte eine speziell gebogene und ausgerichtete, formgebende Konstruktion aus Stahlrohren angebracht werden. Auf dieser Konstruktion waren mehrere dünne Lagen Holz geplant, auf welchen dann letztlich die von den Architekten vorgesehene Schalung aus Eichenbrettern aufgebracht werden sollte. Es stellte sich aber heraus, dass diese Art der Stahlrohrkonstruktion aus verschiedenen Gründen nicht für das Vorhaben geeignet war. Der von den Architekten vorgesehene, wehende Vorhang aus Holz wurde zum konstruktiven Problem.  

Vom Konstruktionsdetail zum Bauteil

Als letztlich ausführbare Lösung präsentierte sich ein Vorschlag von Trebyggeriet. Die zu komplexe und in der Praxis schwer zu erstellende Stahlrohrkonstruktion wurde durch eine ebenso komplexe aber kontrolliert erstellbare Holzunterkonstruktion ersetzt. Wie so oft folgte einer guten Idee aber jede Menge Arbeit. Nur wenige Firmen sind überhaupt in der Lage, gekrümmte Holzkonstruktionen dieser Art zu bauen, geschweige denn zu planen.

Als Gewinn bringend zeigten sich hier die neu hinzugezogenen Firmen designtoproduction, Blumer-Lehmann (Holzbau) und SJB Kempter Fitze (Tragwerksplanern). Mithilfe einer parametrischen 3D-Planung und dem notwendigen Fachwissen gelang es designtoproduction, bis Ende Januar 2010 einen Großteil der notwendigen Elemente bis ins Detail zu planen. Ab März 2010 begannen die beauftragten Holzbaufirmen mit der Erstellung der Bauteile. Insgesamt 14.309 individuell gefertigte Bauteile wurden für die Showfassade des Kilden Theater- und Konzerthauses durch designtoproduction geplant und berechnet. Im Anschluss wurden die Bauteile an verschiedenen Produktionsorten hergestellt, unter anderem in einer Werft in Norwegen. Die Fassade des Kilden, sei es nun eine zu Holz gewordene Welle oder ein wehender hölzerner Vorhang, zeigt, was mit modernen Planungsmethoden machbar ist. Man kann erahnen, was die Zukunft der Architektur mit sich bringen wird.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

  • Interview mit Fabian Scheurer von designtoproduction über Vor- und Nachteile der Parametrischen 3D-Planung
  • Beitrag über designtoproduktion
constructor: 

Teater og Konserthus for Sorlandet IKS

architect: 

ALA Architekten

status: 

2012 Eröffnung

size: 

24.600m²

 

  

Gast
You need to login or register to post comments.
This comment will automatically be synchronized on social networks.

login to post comments