Álvaro Siza - Institut für Architektur - Hombroich


Blick von Süden durch den großen Ausstellungsraum im Zentrum des Neubaus. © Tomas Riehle

Im abseits gelegenen Annex des Gebäudes wurde ein Fotoarchiv eingerichtet. © Tomas Riehle

Die großen Fensterflächen schaffen einen fließenden Übergang von Innen und Außen. © Tomas Riehle

Blick durch die Ausstellungsräume links vom Eingang. © Tomas Riehle

Blick vom Annex entlang des Auslegers auf das Hauptgebäude. © Tomas Riehle
Besser lässt sich das bekannte Bibelzitat „Schwerter zu Pflugscharen“ kaum in die Realität umsetzen: Bis 1990 diente die südlich von Neuss gelegene Raketenstation Hombroich jahrzehntelang als Stützpunkt für Nike- und Pershing-Raketen und als vorübergehendes Übungsgelände der Nato. Nach dem Abzug der Truppen kaufte der Kunstsammler Karl-Heinrich Müller das rund 13 ha große Areal und entwickelte es nach und nach zum Standort des Museum Insel Hombroich. Gemeinsam mit international renommierten Künstlern wurden die alten Hangars und Bunkeranlagen dabei zu begehbaren Skulpturen und zum Lebens- und Arbeitsraum für Künstler, Literaten, Komponisten und Wissenschaftler aus verschiedensten Nationen umgestaltet.
Eingeschossiger Pavillon
Neben einem Fontana-Haus von Erwin Heerich wurde auf der Raketenstation unter anderem auch ein Museumsneubau des japanischen Architekten Tadao Ando realisiert. Ein weiterer bemerkenswerter Bau ist das im Frühjahr 2009 nach Plänen des portugiesischen Architekten Álvaro Siza in Zusammenarbeit mit dem Büro Finsterwalder Architekten fertiggestellte Institut für Architektur. Der eingeschossige, im Zentrum durch großflächige Fenster geöffnete Klinkerbau schafft einen kargen, dabei aber elegant detaillierten Ort zur Ausstellung und Archivierung der architektonischen Sammlung des Museum Insel Hombroich. Neben einem Auditorium und zwei Räumen für Dauer- bzw. Wechselausstellungen stehen dabei auch ein Fotoarchiv, ein Raum für den Nachlass von Erwin Heerich sowie ein kleines Büro zur Verfügung.
Morbide Eleganz
Ausgehend von der Lage des Grundstücks am nördlichen Rand der dreiecksförmig angelegten Raketenstation wurde der Neubau in klar und einfach komponierter Klinkerarchitektur in Form eines nach Norden hin geöffneten U's realisiert. Die nach Westen fliehende Einfassungsmauer schafft dabei eine direkte Verbindung zu dem etwas abseits in einem Annex gelegenen Fotoarchiv. Ansonsten wird das äußere Erscheinungsbild vor allem durch die Verwendung von Abbruchklinkern für die Fassaden sowie von Kalkstein für sämtliche Fensterbänke und Mauerabdeckungen geprägt. Die gezielte Materialwahl und die klare und einfache Architektursprache lassen sich dabei nicht nur als Reflex auf die raue Atmosphäre der ehemals militärisch genutzten Raketenstation lesen, sondern sie zeigen andererseits auch die sachlich-funktionale Eleganz der Klinkerbauten von Mies van der Rohe im nahe gelegenen Krefeld.
Über die kleine Außenterrasse von Norden her betreten die Besucher zunächst den zentral gelegenen Raum für Wechselausstellungen, der ebenso wie sämtliche anderen Räume mit Decken und Böden aus Eichenholz gestaltet wurde. Die nach Norden und Süden sich gegenüberliegenden großen Fensterflächen ermöglichen dabei eine wunderbare Aussicht über die Landschaft und die Raketenstation. Ein einmaliger Ort. Und ein würdiger Rahmen für die hier ausgestellten Architektur-Exponate.
Stiftung Insel Hombroich
Álvaro Siza, Finsterwalder Architekten
Fertigstellung 2009





Ali Gh
Looks like Haus Lange and Haus Esters in Krefeld (Mies van der Rohe)
vor 7 Monaten 1 Woche 13 Stunden