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Neue Perspektiven

Atelier Kempe Thill - Drug Addicts' Hotel - Amsterdam

  • Der Neubau als viergeschossiger Kubus mit horizontalen Fensterbändern. ©  Atelier Kempe ThillDer Neubau als viergeschossiger Kubus mit horizontalen Fensterbändern. ©  Atelier Kempe ThillDer Neubau als viergeschossiger Kubus mit horizontalen Fensterbändern. ©  Atelier Kempe ThillDer Neubau als viergeschossiger Kubus mit horizontalen Fensterbändern. © Atelier Kempe Thill
  • Im Schnitt wird die Lage des zentralen Gemeinschaftsraumes deutlich. ©  Atelier Kempe ThillIm Schnitt wird die Lage des zentralen Gemeinschaftsraumes deutlich. ©  Atelier Kempe ThillIm Schnitt wird die Lage des zentralen Gemeinschaftsraumes deutlich. ©  Atelier Kempe ThillIm Schnitt wird die Lage des zentralen Gemeinschaftsraumes deutlich. © Atelier Kempe Thill
  • Das Heroin-Hotel bietet ein niederschwelliges Angebot für Drogenabhängige. ©  Atelier Kempe ThillDas Heroin-Hotel bietet ein niederschwelliges Angebot für Drogenabhängige. ©  Atelier Kempe ThillDas Heroin-Hotel bietet ein niederschwelliges Angebot für Drogenabhängige. ©  Atelier Kempe ThillDas Heroin-Hotel bietet ein niederschwelliges Angebot für Drogenabhängige. © Atelier Kempe Thill
  • Im dritten Obergeschoss soll ein Dachgarten integriert werden. ©  Atelier Kempe ThillIm dritten Obergeschoss soll ein Dachgarten integriert werden. ©  Atelier Kempe ThillIm dritten Obergeschoss soll ein Dachgarten integriert werden. ©  Atelier Kempe ThillIm dritten Obergeschoss soll ein Dachgarten integriert werden. © Atelier Kempe Thill
  • Die großen Fensterflächen ermöglichen einen fließenden Kontakt nach außen. ©  Atelier Kempe ThillDie großen Fensterflächen ermöglichen einen fließenden Kontakt nach außen. ©  Atelier Kempe ThillDie großen Fensterflächen ermöglichen einen fließenden Kontakt nach außen. ©  Atelier Kempe ThillDie großen Fensterflächen ermöglichen einen fließenden Kontakt nach außen. © Atelier Kempe Thill
Das Amsterdamer „Junky-Hotel“ vom Atelier Kempe Thill soll Drogenabhängigen einen selbstbestimmten Alltag in sicherer Umgebung ermöglichen.

 

Pragmatische Drogenpolitik

Den Niederländern sagt man in vielen Dingen eine eher pragmatische Haltung nach. Nirgends zeigt sich das so deutlich wie in der nach wie vor umstrittenen Drogenpolitik des Landes. Statt erfolglos den Konsum von Drogen zu verhindern, versucht man zuallererst, den Schwarzmarkt einzudämmen und die gesundheitlichen Folgewirkungen zu minimieren. Ein aktuelles Beispiel für diese Politik ist der Neubau eines Wohnzentrums für Drogenabhängige am Rande des Amsterdamer Bijlmerparks.

Das nach Plänen vom Atelier Kempe Thill aus Rotterdam realisierte und voraussichtlich 2012 fertiggestellte Projekt soll 35 Drogenabhängigen der Stadt einen selbstbestimmten Alltag in sicherer Umgebung ermöglichen. Typologisch lässt sich der Neubau mit einem Hotel vergleichen. Die Kombination von kleinen Wohnungen und unterschiedlichen Gemeinschaftsfunktionen berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der Bewohner nach einem privaten Rückzugsraum sowie nach direkten Austausch mit den anderen Bewohnern des Hauses.

Eine große WG

Um die unterschiedlichen Funktionen des Hauses optimal zu verbinden, haben Kempe Thill einen einfachen viergeschossigen Kubus mit durchgehenden horizontalen Fensterbändern und mit einer Bruttogeschossfläche von 2.100 Quadratmetern entwickelt. Im Zentrum steht dabei ein offener, drei Geschosse hoher Gemeinschaftsbereich, der Raum für bis zu 50 Besucher bietet. Der ebenerdige – und 24 Stunden am Tag geöffnete – Zugang zur Straße entspricht dem Anspruch, ein bewusst niederschwelliges Angebot für die Drogenabhängigen des Quartiers bieten zu wollen. Ansonsten werden neben sozialen und therapeutischen Hilfen auch warme Mahlzeiten sowie Möglichkeiten zum Duschen und Wäschewaschen angeboten.

Rings um diesen zentralen Gemeinschaftskern sind auf den oberen drei Ebenen des Neubaus kleine individuelle Wohneinheiten für Männer und Frauen mit einer Fläche von jeweils 15 bis 25 Quadratmetern vorgesehen. Die Aufteilung auf fünf Gruppen entspricht dabei dem therapeutischen Konzept, eine soziale Familie für die Bewohner zu schaffen. Zusätzlich stehen allerdings auch getrennte Zimmer für neue Bewohner zur Verfügung, die sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen wollen. Als weitere Funktionen sind Büros, eine Küche, ein Raucherzimmer im Erdgeschoss sowie eine begrünte Dachterrasse im Kern des dritten Obergeschosses eingeplant.

Hohe Transparenz

Ein wichtiger Aspekt der Planung war eine möglichst große Transparenz. Neben den großen Fensterflächen zum grenzenden Park haben Kempe Thill daher auch im zentralen Gemeinschaftsraum vertikale Fensterbänder mit direkten Sichtbezug zu den ringsum angrenzenden Erschließungsräumen vorgesehen. Das quadratische Oberlicht verbindet den Raum gleichzeitig mit der darüber gelegenen Dachterrasse. So können die Bewohner jederzeit sehen, was sich dort unten „auf der Straße“ abspielt.

constructor: 

Delta Forte/ Rochedale of Amsterdam

architect: 

Atelier Kempe Thill, Rotterdam

status: 

Fertigstellung: voraussichtlich 2012

size: 

BGF: 2.100 m²

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