Behnisch Architekten - Nationales Centrum für Tumorerkrankungen - Heidelberg


Aussenfassade des NZT © Adam Mork

Fenster der Putzfassade mit gut sichtbaren Faschen als Rahmen © Adam Mork

Gesamtansicht des NZT © Frank Ockert

oben Putzfassade unten Glas © Frank Ockert

Das Foyer des NZT © Adam Mork

Kaffeebereich des NZT © Adam Mork

tiefe Fensterlaibungen betonen die Architektur © Adam Mork

Grundriss EG des NZT © Behnisch Architekten
„Ein Haus ohne typische Krankenhausatmosphäre, das trotzdem beste Versorgungsmöglichkeiten für die Patienten und ideale Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten bietet“ war der Anspruch, den sich das Architekturbüro Behnisch Architekten selbst stellte (Zitat Behnisch Architekten). Der Entwurf für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) wurde im Oktober 2010 fertiggestellt und am 2. November desselben Jahres eröffnet. Für das NCT hatten sich insgesamt vier Organisationen zusammengefunden: das Deutsche Krebsforschungszentrum, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Thoraxklinik Heidelberg sowie die Deutsche Krebshilfe. Ziel dieses Zusammenschlusses war es, Forschung, Diagnose, Therapie und Nachsorge an einem Ort zu verknüpfen. Dadurch erhoffte man sich weniger Zeitverluste und mehr nutzbare Synergien. Innovative Ansätze aus der Krebsforschung sollten hier optimal mit Diagnose, Therapie, Nachsorge sowie der Prävention verbunden werden.
Ruhige Fassade voller Spannung
Behnisch Architekten leisteten mit ihrer Architektur einen erheblichen Beitrag zum Gesamtkonzept des NCT. Um eine typische Krankenhausatmosphäre von vornherein zu unterbinden, schufen sie ein luftiges, offenes Gebäude. Eine helle, freundliche Atriumhalle über vier Geschosse bildet den zentralen Empfang für die Gäste des Zentrums. Bedrückung und Beklemmung soll mit baulichen Mitteln weitgehend vermieden werden. Helle Farben, hölzerne Treppen- und Ballustradengeländer sowie Sichtbeton geben dem Atrium die Anmutung einer modernen Lobby. Das Gebäude selbst ist ein Stahlbetonbau, welcher sich von außen betrachtet in zwei unterschiedliche horizontale Baukörper teilt. Der untere Baukörper hat zwei, an der Ostseite drei Geschosse. Er verfügt über eine Glasfassade. Im kräftigen Kontrast hierzu ist der daraufliegende Baukörper komplett geschlossen und weiß verputzt. Die Fenster in der Putzfassade sind quadratisch und haben alle die gleiche Größe. Durch einige kleine Kunstgriffe ist den Architekten trotzdem eine abwechslungsreiche Fassade gelungen. Alle Fenster befinden sich auf gleicher Höhe, variieren aber im Abstand zueinander. Zusätzlich ist jedes Fenster von großformatigen Faschen umrahmt. Diese „Faschenrahmen“ sitzen asymmetrisch zur Fensteröffnung bei jedem Fenster in einer anderen Position. Trotz klassischer weißer Putzfassade und gleichgroßer Fenster ist den Architekten eine abwechslungsreiche Fassade gelungen.
Städtebau und Nutzungsverteilung
Die äußere Form des unteren, gläsernen Gebäudeteiles wurde gemäß des umgebenen Städtebaus gestaltet. Zum Osten hin orientiert sich der Bau an der orthogonalen Struktur des angrenzenden Gebäudes der Universitätsklinik Heidelberg. In diesem dreigeschossigen Teil des Baukörpers befinden sich die Laborbereiche. Die Laborräume sind entlang der Fassade klassisch im rechten Winkel angeordnet. Im westlichen Teil des Gebäudes verliert sich diese strenge Struktur und die Anordnung der Räume folgt freieren Regeln. Der vor dem Gebäude liegende Straßenverlauf wird hier durch die Fassadenkante nachgezeichnet. Die Form des oben aufliegenden verputzten Baukörpers entwickelt sich durchweg frei. Nach Norden und Westen kragt dieser über den unteren Baukörper hinaus und formt im Norden eine starke, überdachte Eingangssituation. In den zwei Geschossen des oberen Baukörpers befinden sich vorrangig Büros und Tagungsräume für Tumor betreffende und andere medizinische Konferenzen.
Stärken des Gebäudes
Die Stärken des Gebäudes liegen in der von den Architekten bewusst entwickelten Ruhe, dabei wirkt es jedoch keineswegs belanglos. Seine Form und das Zweifassadenkonzept geben dem Bauwerk eine eigene Identität auf dem Campus, ohne es als alleinstehenden Solitär erscheinen zu lassen.
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen
Behnisch Architekten
Oktober 2010 fertig gestellt







