gmp Architekten - Chinesisches Nationalmuseum - Peking
Dass es auf dem Platz des Himmlischen Friedens längst nicht immer nur friedlich zugeht, ist kein Geheimnis. Kein schlechter Ort also, um hier den verschiedenen Facetten chinesischer Geschichte zu gedenken. An der Ostseite des 40 Hektar (!) großen Platzes wurde dazu jetzt der Um- und Erweiterungsbau des Chinesischen Nationalmuseums eröffnet. Das nach Plänen der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner realisierte Projekt verbindet Alt und Neu zu einem riesigen zusammenhängenden Gebäudekomplex, der auf einer Gesamtnutzfläche von annähernd 200.000 m² das inzwischen größte Museum der Welt beherbergt.
Groß, größer, Tiananmen
Der 1959 in klassischer Dreiteilung errichtete Bestandsbau zählt bis heute zu den Meilensteinen der jüngeren chinesischen Architekturgeschichte. Nach der Planung von gmp Architekten wurde jetzt der komplette Mittelbau abgebrochen und die beiden erhalten gebliebenen Gebäudeflügel in Richtung Norden und Süden durch eine 260 Meter lange und vier Geschosse hohe zentrale Halle ergänzt. Das neue „Forum“ verbindet sämtliche Elemente zu einem zusammenhängenden Ganzen und fungiert gleichzeitig als zentrales Erschließungselement und als multifunktionale Veranstaltungsfläche. Direkt angegliedert finden sich außerdem sämtliche Publikumsfunktionen wie Cafés, Teehäuser, Buchläden, Souvenir-Shops sowie Kassen und Toiletten. Nördlich und südlich der zentralen Halle schließen sich zwei große Innenhöfe sowie die viergeschossigen Hauptausstellungsflächen des Museums an. Im Untergeschoss wurden ein Kino, mehrere Theater, die Werkstätten- und Laborbereiche, die Museumsdepots sowie eine Tiefgarage integriert.
Chinesische Architektur modern interpretiert
In Richtung des westlich angrenzenden Platzes blieb das Portal des Bestandsbaus als vertraute Ansicht des Museums erhalten. Über einen kleineren Innenhof schließt sich von dort aus der Neubau mit seinen typischen Kolonnaden und seinen markanten Glasfront an. Ein weiteres charakteristisches Detail sind die aus perforierten Bronzetafeln gestalteten Zugangstüren, die das einfallende Tageslicht filtern und so eine gedämpfte Atmosphäre erzeugen, wie sie auch in vielen chinesischen Wohnhäusern vorherrscht. Und auch bei der Innenraumgestaltung des Forums setzten die Planer auf eine zeitgemäße Interpretation traditioneller chinesischer Baukunst. Der durchgehende Materialdreiklang aus Holz, Stein und Glas sowie die markanten Deckenkassetten lassen dabei unmissverständlich und auf den ersten Blick die gigantischen Abmessungen der Halle deutlich werden. Kein reiner Selbstzweck übrigens, denn immerhin wird das Forum jährlich etwa acht bis zehn Millionen Besucher aufnehmen müssen. Mehr als doppelt so viele wie der Louvre! Neben der eigenen Sammlung mit rund einer Million Exponaten zur chinesischen Geschichte ist dabei als erstes die soeben eröffnete Gemeinschaftsausstellung "Die Kunst der Aufklärung" der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München zu sehen. Wer also in den kommenden 12 Monaten gerade in Peking weilt...
The National Museum of China
gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
Fertigstellung: 2011
BGF: 200.000 m²











Till Schultis
verstörend, dass sich einer der bekanntesten deutschen Architekten offensichtlich seiner Verantwortung in keiner Weise bewusst ist...
vor 1 Jahr 1 Monat 11 StundenHeike Steinhorst
@Eva Maria, das hast Du ja noch zurückhaltend angedeutet. Ich bin fassungslos über soviel Dummheit !!!
vor 1 Jahr 1 Monat 7 Stunden