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Erweiterung der Patrizia Firmenzentrale in Augsburg

  • Fotos: Angelo Kaunat, SalzburgFotos: Angelo Kaunat, SalzburgFotos: Angelo Kaunat, SalzburgFotos: Angelo Kaunat, Salzburg
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Der Neubau für die Patrizia lässt den ehemaligen Schandfleck an der Fuggerstraße vergessen.

Als wäre es nie anders gewesen, steht der Erweiterungsbau mit seiner 63 Meter breiten Fassade auf dem ehemaligen Schandfleck der näheren Umgebung. Fuggerstraße – schon der Name ist Programm, aber auch Bürde. Sagt man den Augsburgern doch einen Riecher für ein gutes Investment und zugleich Gefühl für Schönheit und Repräsentanz nach. Vom Neubau für die Patrizia hat man sich viel versprochen. Die Bedingungen waren alles andere als einfach: städtebaulich markante Lage, Verkehrsknotenpunkt, ein Bestandsgebäude mit charakteristischer Fassade, in der Nachbarschaft bestehende teils Jahrhunderte alte Architektur neben Bausünden aus den 80ern.

Facettenreiche Fassade

Der Wunsch des Bauherrn nach einem eigenständiger Neubau mit moderner Formsprache, unauffällig, aber trotzdem prägnant. Eine ruhige Geste, die sich harmonisch einfügt und trotzdem überrascht. Und dazu die funktionalen Anforderungen nach flexiblen Büroflächen, die vom Zellenbüro bis zum Businessclub alle Spielarten der zeitgemäßen Arbeitsplatzkonzepte abdecken können. Kein Problem für die Architekten von kadawittfeld architektur, die den 2007 ausgelobten eingeladenen Wettbewerb für sich entscheiden konnten. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht, die Grundrisse sind konventionell, aber sehr effizient und der Clou steckt in der Fassade, die über die reine schützende Hülle hinaus noch ein wenig mehr zu bieten hat. Etagenweise versetzt schiebt sich die zweischalige Fassade aus der Bauflucht heraus und lässt Aufweitungen von 0,5 bis 2 Metern entstehen.

Ein zusätzliches Raumangebot, dass je nach Bedarf zum besprechen, entspannen, informellen treffen und als temporärer Arbeitsplatz genutzt werden kann. Einfach zuschaltbar über die Schiebetüren zu den Büroflächen, denn die bewegten Glasbänder übernehmen schon die Funktion als Klima- und Schallpuffer. Der Anschluss zwischen Alt und Neu mit dem zur Seite versetzten Entree ist ebenfalls gelungen – eine schmale Glasfuge, die sich nach oben aufweitet, verbindet die beiden ungleichen Gebäudeteile und gibt ihnen trotzdem genug Luft zur Eigenständigkeit. 9:30 Teammeeting im Wintergarten - eine verlockende Offerte. Auf dem Straßenniveau die Dynamik des fließenden Verkehrs, gegenüber prunkvolle Ansichten, die neuesten Theaterankündigungen von nebenan immer im Augenwinkel und von oben ein fantastischer Rundblick über die Stadt. So verspricht selbst die eintönigste Agenda kurzweilig zu werden.

constructor: 

W. Egger vertr. durch PATRIZIA Projektentwicklung GmbH, Fuggerstraße 26, 86150 Augsburg

architect: 

kadawittfeldarchitektur, Aachen

status: 

Bauzeit: 2008 bis 2010

size: 

BGF: 5.950 m²

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