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Farbige Schleife – Umweltbundesamt in Dessau

Sauerbruch Hutton - Umweltbundesamt - Dessau

Das 2005 nach Plänen von Sauerbruch Hutton fertiggestellte Umweltbundesamt in Dessau gehört zu den spannendsten Architekturprojekten der vergangenen Jahre.

Das Mitte 2005 nach Plänen von Sauerbruch Hutton fertiggestellte Umweltbundesamt in Dessau gehört zu den spannendsten Architekturprojekten der vergangenen Jahre. Der Neubau überzeugt nicht nur durch seine gelungene farbige Gestaltung und seine intelligente räumliche Struktur, er verbindet auch unterschiedliche Strategien zur Senkung des Energieverbrauchs zu einem schlüssigen gebäudetechnischen Gesamtkonzept. Markanter Blickfang nach außen sind die als Holzkonstruktion ausgebildeten Fassaden mit ihren breiten Lärchenholzbrüstungen und ihrer horizontal gegliederten Kolorierung. Die farbig bedruckten Glasplatten zwischen den Fenstern zeigen mehr als dreißig unterschiedliche Farbstufen von Krapprot und Safrangelb über Orange und Kobaltblau bis hin zu Mintgrün oder Zitronengelb.

Mehr Öffentlichkeit für die Umwelt

Als Antwort auf den heterogenen städtebaulichen Kontext in unmittelbarer Nähe zum Dessauer Hauptbahnhof wurde das Gebäude als viergeschossiges Band in Form einer langgezogenen gekrümmten Neun ausgebildet. In Richtung Süden, wo sich die farbige Gebäudeschleife durch eine großflächige Glasfront zur Stadt hin öffnet, gelangen die Mitarbeiter und Besucher dabei in das so genannte „UBA-Forum“ – eine lichtdurchflutete, sheddachüberdeckte Halle, der sich in Richtung Norden ein 350 Meter langes Atrium mit den angrenzenden Büros für die rund 1.000 Mitarbeiter anschließt. Als weitere Funktionen erschließt das Forum einen Hörsaal, die größte Umweltbibliothek Europas, ein Umwelt-Informationszentrum sowie verschiedene Ausstellungs- und Seminarräume. Direkt gegenüber vom Foyer findet sich außerdem ein großzügig verglaster Pavillon mit einer Cafeteria.

Intelligente Technik hinter auffälliger Fassade

Neben einer hochwertigen Architektur stand insbesondere die Integration einer nachhaltigen Gebäudetechnik im Mittelpunkt der Planung. Neben einer großen Photovoltaikanlage wurde dabei auch eine Adsorptions-Kältemaschine zur solargestützten Kühlung integriert. Gleichzeitig verfügt der Neubau über einen großen Luft-Erdwärmetauscher mit einem 4.800 Meter langen Erdregister.  Im Sommer kann so vorgekühlte Zuluft in die Büros gelangen. Im Winter wird die dann vorgewärmte Zuluft zusätzlich über Wärmetauscher nacherwärmt, bevor sie ins Gebäude einströmt. Die Abluft aus den Büros wird über die Flure bzw. die innen liegenden Fenster in das Atrium geleitet und dort durch den thermischen Auftrieb über Öffnungen im Faltdach abgeführt. Unabhängig davon haben die Mitarbeiter in sämtlichen Büros die Möglichkeit, individuell die Fenster zu öffnen. Durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Maßnahmen gelang es den Planern, den Bedarf an Heizwärme auf deutlich unter 40 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr zu begrenzen. Wunderbar also. Bleibt nur zu hoffen, dass das Umweltbundesamt weiter Schule macht und sich die Strategien für eine nachhaltige Gebäudetechnik möglichst schnell auf breiter Front durchsetzen.

constructor: 

Staatliches Bauamt Dessau; Umweltbundesamt, Berlin

architect: 

Sauerbruch Hutton, Berlin

status: 

Baujahr: 2005

size: 

BGF: 39.800 m²

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Alle 3 Kommentare anzeigen

Rainer Eiting

Anschauen, es lohnt sich!

vor 1 Jahr 1 Monat 2 Wochen

Dragana Trifunovic

interessant!

vor 1 Jahr 1 Monat 2 Wochen

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