Ganzer-Hajek-Unterholzner / Louvieaux - ICADE Premier Haus 1 - München


ICADE Premier Haus 1, München © Werner Huthmacher, Berlin

ICADE Premier Haus 1, München © Werner Huthmacher, BerlinICADE Premier Haus 1, München © Christian Hacker, München
So langsam füllt sich das zentral gelegene Areal des ehemaligen Containerbahnhofs in Münchens. Nur noch wenige freie Bauflächen sind zu sehen, auf den anderen bewegen sich Baukräne und Kipper im Akkord. Aus den Fehlern der zu rasanten Stadterweiterung auf dem Areal des ehemaligen Flughafens in Riem hat man bei dem seit 2004 in der Entwicklung befindlichen Stadtquartier Arnulfpark gelernt. Ein gesunder Nutzungsmix, realisiert in verträglichen Etappen und genügend Freiräumen ist im Endspurt.
Individuell durchdacht
Dabei sah es auf dem Areal neben dem Mercedes Benz Turm längere Zeit so aus, als ob nichts passieren würde. Bis 2006 im Auftrag der französischen Investorengruppe Icade auf dem frisch erworbenen Grundstück ein smartes schwebendes Loftcube-Ufo als Projektbüro gelandet ist. Und auf der knapp 2ha großen Fläche vier unterschiedliche Gebäude mit insgesamt 65.000 m2 Bürofläche entwickeln wollte. Der erste Schritt ist getan. Mit dem Icade Premier Haus 1 sind ca. 22.000 m2 Nutzfläche an den Nutzer übergeben. Die Messlatte war hoch angesetzt: individuelle Adressbildung durch verschiedene Baukörper und Fassaden, klare Außenräume und die Möglichkeit ein flexibles, auf einen Mieter maßgeschneidertes Raumkonzept umzusetzen. Doch darüber hinaus sieht man sich auch in der Pflicht einer „nachhaltigen“ Verantwortung.
Die Schönheit der Effizienz
Besonderen Wert legten die Architekten Ganzer-Hajek-Unterholzner auf Gesundheit, Komfort und Energieeffizienz; und das sind nur einige der Themen, mit denen die Work-Life-Balance der Mitarbeiter unterstützt wird. Darum verwundert es auch nicht, dass die Zertifizierung durch DGNB-Standards von Anfang an mit auf der Agenda stand. Nun ist es soweit: eine Urkunde mit der Auszeichnung in Gold, Note 1,3 und 87,2% Gesamterfüllungsgrad belegen die Corporate-Responsibility schwarz auf weiß. Und mit dem Vorurteil, dass in „Gold“ ausgezeichnete Gebäude nur funktional und langweilig sein müssen, weil ja alles Augenmerk auf die Erfüllung der Bewertungskriterien gelegt wird, ist ebenfalls aufgeräumt worden. Herrlich klar und unprätentiös steht der Neubau mit seiner eleganten Glasfassade an der viel befahrenen Arnulfstraße. Wer in der einsetzenden Dämmerung einen Blick ins hell erleuchtete Innere werfen kann, wird überrascht durch unerwartete Einblicke, Durchblicke und so viel Transparenz. Und außerdem von der Existenz eines kontemplativen Innenhofs, den leider nur die Nachtschichten schiebenden Mitarbeiter einer großen Wirtschaftsprüfergesellschaft genießen können.
ICADE Reim Deutschland
Ganzer-Hajek-Unterholzner (Architekten GHU GmbH)
Baujahr: 2010
BGF: 29.000 m²







