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Pfiff, pfiffig, Pfieffewiesen – B. Braun AG Erweiterung

Michael Wilford & Associates - B. Braun AG Erweiterung - Melsungen

  • Der Pfiff: Kopf mit Baseballcappy. Foto: Roland HalbeDer Pfiff: Kopf mit Baseballcappy. Foto: Roland HalbeDer Pfiff: Kopf mit Baseballcappy. Foto: Roland HalbeDer Pfiff: Kopf mit Baseballcappy. Foto: Roland Halbe
  • Das Rückgrat hat jetzt eine Länge von 150 m und kann auf 550 m verlängert werden. Foto: Roland HalbeDas Rückgrat hat jetzt eine Länge von 150 m und kann auf 550 m verlängert werden. Foto: Roland HalbeDas Rückgrat hat jetzt eine Länge von 150 m und kann auf 550 m verlängert werden. Foto: Roland HalbeDas Rückgrat hat jetzt eine Länge von 150 m und kann auf 550 m verlängert werden. Foto: Roland Halbe
  • Ebene 4 erlaubt eine gläserne Galerie Besuchern den Blick in die Produktionshalle.Foto: Roland HalbeEbene 4 erlaubt eine gläserne Galerie Besuchern den Blick in die Produktionshalle.Foto: Roland HalbeEbene 4 erlaubt eine gläserne Galerie Besuchern den Blick in die Produktionshalle.Foto: Roland HalbeEbene 4 erlaubt eine gläserne Galerie Besuchern den Blick in die Produktionshalle.Foto: Roland Halbe
Der Pfiff ist das Dach, das sich wie ein Baseballcappy über das Gebäude hinausschiebt.

Pfiffig sind die Konstruktion und die Nutzung. Pfieffewiesen heißt das Werk, indem die B. Braun AG Infusionsüberleitungssysteme herstellt.

Das Braun AG Werk liegt südlich der hessischen Stadt Melsungen und fällt durch architektonische Eigenwilligkeiten auf: das Warenverteilzentrum mit dem ovalen Kupferdach, das europäische Headquarter mit den bunten Fensterlaibungen und den gebogenen Büroflügel, der die Anlage nach Nordwesten hin abrundet. Zusammen mit Kantine, Energiezentrale und Parkhaus, Straßen und Grünflächen ist die Anlage konzipiert als „Stadt der Industrie“. Die Planung wurde Anfang der 1990-er Jahre von den Architekten James Stirling, Wilford Schupp Architekten in Zusammenarbeit mit Nägeliarchitekten entwickelt und bietet reichlich Erweiterungs- und Entwicklungspotenzial.

Stählerne Lebensader

Im Süden des Geländes liegt das Produktionsgebäude für Infusionsüberleitungssysteme. Es ist die Lebensader, das Rückgrat des Werkes und kann unter Nutzung sämtlicher Ausbaureserven maximal 550 m lang werden. Im 1. Bauabschnitt hat es eine Länge von 100 m erhalten, durch den 2. Bauabschnitt eine Gesamtlänge von 150 m.

Von außen wirken beide Bauabschnitte als Einheit, im Innern jedoch gibt es strukturelle Unterschiede. Die neueren Fertigungsautomaten sind wesentlich schwerer, größer (und produktiver) als die Vorgänger-Generation. Deswegen musste durch zentrische Vorspannung der Geschossdecken für höhere Nutzlasten  wie auch für eine größere Raumhöhe gesorgt werden. Auf der Südseite war außerdem ein großer Transportbalkon notwendig, auf dem die schweren Maschinen abgesetzt und von dort in die Halle eingebracht werden können. Außerdem musste das Tragwerk des Dachs verstärkt werden. Die sich rautenförmig kreuzenden Bogensegmente sind im 2. Bauabschnitt nicht mehr wie im ersten aus Stahlbeton, sondern als stählerne Hohlkastenträger ausgeführt.

Steril diffizil

Errichtet wurde der Erweiterungsbau als Stahlbeton-Skelettbau in Sichtbetonqualität mit aussteifenden Wänden und Auskreuzungen, das Dachtragwerk aus sich rautenförmig verschneidenden Stahl-Stabbögen. Die tragenden Innenwände bestehen aus Stahlbetonwandscheiben, die tragenden Innenstützen aus Stahlbeton mit variierenden Rechteck-Querschnitten.
Die Funktionen sind vertikal angeordnet und von außen nachvollziehbar. Monumentale Betonstützen tragen einen glatten Architrav, der die Position der stützenfrei verlaufenden Produktionshalle in der 3. Ebene markiert. Darüber befinden sich die technischen Medien zur Ver- und Entsorgung, darunter die Packerei, der Warenausgang sowie die Schleusen zur Reinraumproduktion und Sozialräume für die Mitarbeiter.

Der westliche Abschluss des Anbaus beherbergt ein vertikal angeordnetes Besucherzentrum, in dem die B. Braun AG u.a. über ihre Produktsparten, Infusionsüberleitungssysteme, ihr globales Engagement und Zukunftsstrategien informiert. Außerdem kann der Besucher von einer gläsernen Galerie aus direkt in die Produktion blicken.
Die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts nahm 16 Monate in Anspruch. Dieser verlängert nicht nur das Rückgrat des Werkes, sondern hat der „Stadt der Industrie“ gewissermaßen einen Kopf mit dem besonderen Pfiff gegeben.

constructor: 

B. Braun AG

architect: 

Wilford Schupp Architekten GmbH, Projektarchitekt Christoph Bohsung

status: 

Bauzeit: 1998 bis 2001

size: 

BGF: 22.159 m²

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