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Wie ein Teil aus einer Missoni-Kollektion - Das neue Zuhause der Sammlung Brandhorst

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  • Haydar Koyupinar / © Museum BrandhorstHaydar Koyupinar / © Museum BrandhorstHaydar Koyupinar / © Museum BrandhorstHaydar Koyupinar / © Museum Brandhorst
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Nach langer Entscheidung standen sich zwei Konzepte gegenüber: das schlichte Gebäude von Sauerbruch Hutton gegen eine expressive Raumschlacht von Zaha Hadid

Keiner kann mehr so genau sagen wie es zu dem Vergleich mit dem Fashion-Label kam, aber einmal ausgesprochen, kann man sich dieser Assoziation nicht mehr entziehen. So fremd und doch wieder anziehend – im wahrsten Sinne des Wortes – präsentiert sich die äußere Erscheinung des Museums Brandhorst mit seiner Hülle aus 36.000 Keramikstäbchen, die in 24 verschiedenen Abstufungen immer wieder neue Farbgruppen bilden.

Dominanz gegen Dezenz

Und dabei war der Weg bis hier hin eher holprig. In mehreren schier endlosen Entscheidungsrunden standen sich am Ende zwei Konzepte gegenüber, die konträrer nicht hätten sein können: das schlichte, zurückhaltende Gebäude von Sauerbruch Hutton gegen eine expressive Raumschlacht unter einer geschlossenen Hülle von Zaha Hadid. Die Entscheidung fiel zugunsten der Bescheidenheit der Berliner Architekten. Was in der Ära des nicht überall funktionierenden Bilbao-Effekts eine wohlüberlegte Entscheidung war und immer noch ist. Schon vor dem Baubeginn haben sich viele Passanten gefragt, wie auf dieses kleine Restgrundstück an der Ecke Türken- / Theresienstraße, unmittelbar an die Pinakothek der Moderne anschließend, ein Museumsgebäude entstehen soll. Sich in das heterogene Areal des Museumsquartiers integrieren und sich zugleich als eigenständiges Zeichen behaupten soll. Sammlungsgründer Udo Brandhorst hat sich ein bescheidenes Museum, das alleine der Kunst dient gewünscht. Und genau das hat er bekommen.

Der Bilbao-Effekt der Bescheidenheit

Nun mögen die Stimmen laut werden, dass das fulminante Versprechen der für Museen untypischen Fassade in Erwartung an ein ebenso innovatives Gebäudeinnere nicht erfüllt wurde. Stimmt. Die Architektur hat sich zugunsten der Kunst zu sehr untergeordnet. Denn dass auch eine befruchtende Koexistenz möglich ist, haben andere Gebäude schon bewiesen. Aber das funktionale Gefüge aus geeigneten Räumen für die Werke der Sammlung, nämlich große Formate, Grafiken und Medienkunst, ist gut gelungen. Viel Aufmerksamkeit wurde der Lichtführung und der Museumstechnik gewidmet. So gelingt es den Architekten durch geschickte Anordnung der Räume über und unter der Erde und Umlenkung von Zenithlicht, viel natürliches Licht ins Gebäudeinnere zu holen. Und statt Energie fressender Klimaanlagen, die man für die Konservierung der Kunst benötigt, sind die Wände und Böden durch Bauteilaktivierung temperiert – nicht die Luft. Das tut der Energiebilanz gut und der Raumluft allemal.

Und wer immer noch seine Probleme mit der Farbigkeit der Fassade und der für das experimentierunfreudige München ungewöhnliche Material, der wird spätestens beim Warten in der Schlange an der Eisdiele gegenüber überrascht: Alle Farbnuancen finden sich in den angrenzenden Straßenzügen wieder. In der Fassade, der Farbe der Haustür, hier ein Schild, da eine Markise. Und es wäre zu einfach, die Materialität der Fassade nur mit optischen Wünschen zu begründen. Hinter den Keramikstäbchen verbergen sich neben der heute obligatorischen Wärmedämmung gefaltete, perforierte Metallpaneele, die den Schall der stark befahrenen Straße schluckt. Spätestens jetzt passt auch alles wieder.

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constructor: 

Freistaat Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Vertreten durch das Staatliches Bauamt München 1

architect: 

Sauerbruch Hutton

status: 

Fertigstellung: 2009

size: 

BGF: 12.000 m²

Gast
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