Zaha Hadid
Der Pritzker Preis ist die höchste Auszeichnung in der Architektur. Die aus dem Irak stammende Architektin Zaha Hadid bekam diesen im Jahr 2004 als erste Frau verliehen. Sie ist die „kosmopolitischste Architektin des 21. Jahrhundert“ – so die Süddeutsche Zeitung. Geboren wurde Hadid 1950 in Bagdad, ihre Schulzeit verbrachte sie an europäischen Internaten. An der American University of Beirut studierte sie zunächst Mathematik. Ihre architektonische Karriere begann erst 1972 als sie als Architekturstudentin an die Architectural Association School nach London kam. Ihre unverwechselbare Handschrift überzeugte schon damals: Nach dem Studium arbeitet Hadid mit Rem Koolhaas und dessen Partner Elia Zenghelis zusammen. Das eigene Architekturbüro Zaha Hadid Architects gründete sie im Jahr 1980 in London. Die Partnerschaft mit Patrik Schumacher besteht seit 1988. Die britische Hauptstadt machte Hadid zu ihrer Wahlheimat.
Den Durchbruch schaffte Zaha Hadid 1993 mit dem Bau der Feuerwache für das Vitra- Werk in Weil am Rhein. Kritiker ordnen ihren Baustil dem Dekonstruktivismus zu, Hadid sieht das nicht so. Vielmehr habe sie eine individuelle Formensprache: „Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: Eine Neuordnung des Raumes“. Architektonische Vorbilder sind die russischen Maler Kasimir Malewitsch und El Lissitzky. Beide sind Begründer des Suprematismus, den eine gegenstandslose Malerei charakterisiert. So auch die Architektin: „Wir können nur dann einen Raum wahrnehmen, wenn wir uns von der Erde loslösen, wenn der Auflagepunkt verschwindet“.
Neben der Architektur entwirft Zaha Hadid Möbel und Inneneinrichtungen. Die Gestaltung von Theaterkulissen und Kostümen gehören ebenso dazu. Dies zeigt etwa die Gestaltung einer Drehbühne für die Popband Petshop Boys. Darüber hinaus hat Hadid seit 2000 eine Professorenstelle am Institut für Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Für ihre Lehrtätigkeit stehen zudem Gastprofessuren an namenhaften Universitäten wie etwa die Harvard University oder die Yale School of Architecture in New Haven.
Auswahl an Projekten:
· Geschäftshaus mit Wohnhochhaus und Wohnhof zur IBA in Berlin Kreuzberg
· Feuerwache fur das Vitra-Werk in Weil am Rhein, 1993
· Pavillon für die Landesgartenschau in Weil am Rhein, 1999
· Zentralgebäude im BMW Werk Leipzig, 2004
· phæno – Die Experimentierlandschaft, Wissenschaftsmuseum in Wolfsburg, 2005
· Kunstmuseum MAXXI (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) in Rom, 2010
Ausgewählte Auszeichnungen:
· 1982: Gold Medal Architectural Design, British Architecture for 59 Eaton Place, London
· 1994: Erich- Schelling- Architekturpreis
· 2002: Commander of the British Empire
· 2002: Österreichischer Staatspreis für Architektur für die Bergiselschanze
· 2003: Mies van der Rohe Award for European Architecture für die Straßenbahn-Endhaltestelle und den Parkplatz in Hoenheim bei Straßburg
· 2004: Pritzker Preis
· 2005: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
· 2005: Deutscher Architekturpreis für das Zentralgebäude des BMW-Werkes in Leipzig
· 2009: Praemium Imperiale
· 2010: Stirling-Preis









