Daniel Libeskind - Zlota 44 - Warschau
Nach diversen Verzögerungen scheint es jetzt, als könne der 192 Meter hohe Wohnturm Złota 44 im Zentrum von Warschau tatsächlich zu Ende gebaut werden. Der spektakuläre, auf halber Strecke zwischen Altstadt und Hauptbahnhof platzierte Neubau von Daniel Libeskind soll auf 54 Geschossen insgesamt 251 Luxus-Appartements bieten.
Ein "Segel" für die Warschauer Skyline
Charakteristisches Merkmal des Entwurfes ist die asymmetrisch geschwungene, aus verschiedenen Geometrien kunstvoll zusammengesetzte Silhouette des Hochhauses, die ihm bei den Warschauern schnell den Beinamen „Segel“ eingebracht hat. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde der Neubau als teure Bauruine enden. Der Grundstein für das weithin beachtete Projekt war im September 2008 gelegt worden. Kurz darauf war dem Investor Orco allerdings aufgrund der Finanzkrise über Nacht das Geld ausgegangen. Und als die Bauarbeiten im Sommer 2010 endlich fortgesetzt werden sollten, fehlte dann plötzlich die Baugenehmigung, weil Anwohner gegen das Projekt geklagt hatten. Erst im Oktober konnte dann schließlich entschieden werden, dass der bis dahin bereits 17 Geschosse hohe Rohbau tatsächlich weitergebaut werden darf. Manchmal kann Architektur eben ganz schön mühsam sein! Trotz der Verzögerungen soll jetzt bis zur FIFA-Europameisterschaft 2012 zumindest die Fassade fertiggestellt sein. Und spätestens 2013 soll der Neubau dann bezogen und fester Bestandteil der Warschauer Skyline sein.
Verändertes Stadtbild
Libeskind, der selbst einer polnisch-jüdischen Familie entstammt, betrachtet seinen Neubau ganz explizit als ein Symbol für den Wandel in Polens Hauptstadt. Und der kann der Stadt nur gut tun. Denn bis heute gleicht das Zentrum Warschaus in vielen Bereichen einem Torso: Der kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg folgte in den 1950er-Jahren zwar einerseits der originalgetreue Wiederaufbau der Altstadt, andererseits erhielt Warschau seinen Kulturpalast von Stalin „geschenkt“, der mit einer Höhe von 231 Metern und seiner monumentalen Architektur im Stil des sozialistischen Klassizismus bis heute das Stadtbild prägt. Ein Abriss des bis heute verhassten Gebäudes stand nie ernsthaft zur Debatte. Doch im Verbund mit mehreren anderen Wolkenkratzern wie dem Intercontinental Hotel (163 Meter), dem Warsaw Trade Tower (208 Meter) und dem „Rondo 1-B" (194 Meter) wird der Neubau von Libeskind jetzt dazu beitragen, dass die Stadt nicht länger durch den Kulturpalast dominiert wird. Gut so! Ziemlich gewöhnungsbedürftig sind jedoch die Preise für die zu einem Drittel bereits verkauften Appartements, die bei rund 7.000 Euro je Quadratmeter liegen. Zumindest bei den Immobilienpreisen hat sich die Stadt also wieder deutlich an Moskau angenähert.
mapolis bedankt sich beim Team von ORCO Poland für die zur Verfügung gestellten Bilder und Infos.
Mehr über das Projekt Zlota 44 können Sie unter den folgenden Links erfahren:
Orco Property Group, Luxemburg
Daniel Libeskind, New York
Fertigstellung: Voraussichtlich 2013
BGF 75.000 m2

















Thomas Gawlitta
viva polska
vor 1 Jahr 2 Wochen 6 TagenHouse and Garden Design
very nice
vor 1 Jahr 2 Wochen 6 Tagen