Dietz Joppien Architekten AG - Retourenabwicklung Neckermann - Frankfurt am Main


Die Rampe windet sie sich elegant in einer riesigen Öffnung in der Fassade. © Eibe Sönnecken 

An der Stirnseite wechselt der Logistikbau von der Horizontalen in die Vertikale.© Eibe Sönnecken 

Die Außenhaut besticht durch ein Spiel zwischen Transparenz und Transluzenz. © Eibe Sönnecken

Die Spindel der Rampe von unten © Eibe Sönnecken

Klarglaselemente gewähren Ausblicke und sorgen für eine natürliche Belichtung. © Eibe Sönnecken

Die einfache Grundstruktur des Stahlbetonkeletts erzeugt Flexibilität. © Eibe Sönnecken
Anfang der 1960er-Jahre ließ sich Neckermann seine sechsgeschossige Zentrale in Frankfurt von keinem Geringeren als Professor Egon Eiermann planen. Aufgebaut auf einem Grundraster von 6 x 6 Metern steht der noch heute als Zentrale genutzte Bau gegenüber der 2001 gebauten Retourenabwicklung. Schon beim Eiermann-Bau hatte sich der hohe Flexibilitätsgrad der einfach strukturierten Grundrisse als anpassungsfähig für Entwicklungen erwiesen. Dieses Prinzip setzte die Dietz Joppien Architekten AG für die Retourenabwicklung fort.
Von horizontal zu vertikal
Das gesamte Gebäude entwickelt sich aus einem flachen und langgestreckten Baukörper, der durch mehrere eingestanzte Öffnungen gegliedert ist. Von der Horizontalen in die Vertikale in Form einer Hochhausscheibe wechselt der Bau an der Stirnseite. Im Innern des zweigeschossigen Baus gliedern inselartige Höfe die großflächigen Arbeitsbereiche. Die äußerst einfache Grundstruktur des Stahlbetonfertigteilskeletts mit aussteifenden Erschließungskernen ermöglicht die Integration verschiedenster Nutzungen.
Transparenz und Transluzenz
Erzeugt durch den Dialog unterschiedlich textueller Glaswerkstoffe, entsteht in der Außenhaut der Baukörper ein Spiel zwischen Transparenz und Transluzenz. Bewusst gesetzte Klarglaselemente gewähren den Blick nach draußen auf die wohlgestalteten Freiflächen und sorgen für die optimale natürliche Belichtung der Arbeitsplätze. Der transluzente Glasschleier des Industrieglases überspielt mit seiner Tiefenwirkung die Dimensionen des Gebäudes. In der Fassade wird auch die Vielschichtigkeit des Gesamtkonzeptes sichtbar. Sie zeigt sich als Projektionsfläche, energetisch effiziente Gebäudehülle und reflektiert durch ihre Offenheit einen der Unternehmensgrundsätze von Neckermann.
Ausdehnung inklusive
Das Logistikgebäude kann in modularen Schritten erweitert werden, da die statische Dimensionierung sowie die Ausbildung der Anschlussdetails entsprechend vorbereitet sind. So lässt die statische Struktur sowohl eine horizontale Erweiterung als auch eine Aufstockung um zwei weitere Geschosse zu. Das Parkgeschoss würde in diesem Fall zum Luftraum zwischen dem 1. Obergeschoss und den darüberliegenden Ebenen.
Skulpturale Erschließungsrampe
Für die in maximal zwei Ebenen organisierbare Logistik, die erforderlichen Flächen für Lade- und Transportverkehr sowie die Mitarbeiterparkplätze reichte die für das Gebäude zur Verfügung stehende Grundstücksfläche bei Weitem nicht aus. Zudem sollte der Pkw- mit dem Lade- und Transportverkehr aus Sicherheitsgründen nicht überlagert werden. So entstand aus einem Platzproblem ein gestalterisches Element, denn die rund 260 Parkplätze für die Mitarbeiter wurden kurzerhand aufs Dach der langgestreckten Halle verlagert, erschlossen durch eine doppelt geführte Rampe. Mit ihren 3 1/2 Drehungen windet sie sich elegant in einer riesigen Öffnung in der Front des Hochhauses. Aufgrund der Ausführung als abgependelte Konstruktion konnte die Rampe sehr schlank ausgeführt werden, was der Optik durchaus zugute kommt und ihr etwas Skulpturales verleiht. Über dem Durchbruch bilden die darüberliegenden fünf Geschosse eine Art Brücke.
Obwohl das Projekt bereits vor zehn Jahren realisiert wurde, zeigt es doch auf eindrückliche Art, wie Gebäude flexibel auf Entwicklungen reagieren können und damit langfristig nutzbar bleiben.
Neckermann AG, Frankfurt am Main
Dietz Joppien Architekten AG, Frankfurt am Main
Fertigstellung 2001





Lew Graph
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vor 3 Monaten 1 Tag 13 Stunden