Eike Roswag und Anna Heringer - Meti School Bangladesh - Dhaka


Traditionelle Bauweise mit moderner Architektur macht Schule. Foto: Kurt Hörbst

Die Ostansicht der Schule Foto: Kurt Hörbst

Die traditionelle Lehmbauweise ermöglicht interessante Formen und Raumeindrücke Foto: Kurt Hörbst

Innenansicht Höhle mit METI Schülern Foto: Kurt Hörbst

Klassenraum Obergeschoss mit farbigem Baldachin Foto: Kurt Hörbst

Es sind Räume mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden Foto: Kurt Hörbst

Die Schule im Bau Foto: Kurt Hörbst

Ansicht Ost mit METI Schülern Foto: Kurt Hörbst
Das Land Bangladesch ist das weltweit am dichtesten besiedelte Land der Erde. Rund 1000 Menschen teilen sich einen Quadratkilometer. 80 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Land. In der Regenzeit können unter Umständen 70 Prozent der Fläche überschwemmt sein. Das stellt die Baubranche vor einige Probleme. Die lokalen Baugepflogenheiten, Häuser aus Lehm und Bambus, lassen mit einer Lebensdauer von zehn Jahren einen Mangel an Qualität erahnen. Der Architekt Eike Roswag von Ziegert Roswag Seiler Architekten aus Berlin ist spezialisiert auf Lehmbau und hat nun gemeinsam mit Anna Heringer das Bauprojekt METI School in Dhaka realisiert. Sie schufen damit die Verbindung von traditioneller Bauweise und modernem Wissen.
Wenn Innovation Schule macht
Das Schulkonzept METI sieht vor, die individuellen Fähigkeiten der Kinder zu fördern und zu unterstützen. Das Projekt soll eine Alternative zum Frontalunterricht sein, und das Schulgebäude, das die Architekten entwickelt haben, soll die pädagogischen Maßnahmen unterstützen.
Tradition, Team und Individualität
Es gibt in der METI School ein Angebot von unterschiedlichen Räumen und Nutzungsmöglichkeiten. Im Erdgeschoss gibt es drei Klassenräume. Das Fundament besteht aus einer 50 cm tief eingelassenen Ziegelmauer. Ziegelstein ist die Basis vieler Bauprojekte in Bangladesch. Auf diese eingelassene Mauer, wurden tragende Lehmwände gesetzt. Als Stützkonstruktion wurden Bambusstäbe eingezogen. Die Zusatzschicht aus Bambus ist zur Stabilisierung notwendig, denn zwischen den Klassenräumen im Erdgeschoss wurden sechs Höhlen gebaut, in die die Kinder durch je zwei Schlupflöcher gelangen. Diese Rückzugsmöglichkeiten bieten den Schülern die Möglichkeit der Freiarbeit oder der Teamarbeit.
Das Obergeschoss, mit zwei weiteren Klassenzimmern, ist das Gegenteil zum Erdgeschoss. Hier herrscht eine durchlässige Raumstruktur. Offene Fenster ermöglichen einen ungehinderten Blick über einen Teich und auf die umliegenden Bäume. Die Decken wurden mit bunten Saritüchern abgespannt. Die Ritzen zwischen den Bambusstäben malen bei Sonneneinstrahlung Muster auf den Boden und unterstreichen die Offenheit der oberen Klassenräume.
Für den Bau der METI School wurden ausschließlich einheimische Tagelöhner eingestellt und speziell geschult. Die Schüler und Lehrer wurden ebenfalls in den Bauprozess einbezogen. Sie stellten beispielsweise die Strohwickel für Türen und Fensterstürze her.
Eike Roswag und Anna Heringer
Fertigstellung: Herbst 2005







