Passwort vergessen

Umgenutztes Industriegut

Emmanuel Cattani & Associés - Cité A Docks - Le Havre

  • Zum Wasser gewandte Seite des Wohnheims © Vicent FillonZum Wasser gewandte Seite des Wohnheims © Vicent FillonZum Wasser gewandte Seite des Wohnheims © Vicent FillonZum Wasser gewandte Seite des Wohnheims © Vicent Fillon
  • Der Komplex fügt sich unauffällig in die übrige Bebauung ein © Vicent FillonDer Komplex fügt sich unauffällig in die übrige Bebauung ein © Vicent FillonDer Komplex fügt sich unauffällig in die übrige Bebauung ein © Vicent FillonDer Komplex fügt sich unauffällig in die übrige Bebauung ein © Vicent Fillon
  • Blick in den Innenhof zwischen den beiden Gebäudeteilen © Vicent FillonBlick in den Innenhof zwischen den beiden Gebäudeteilen © Vicent FillonBlick in den Innenhof zwischen den beiden Gebäudeteilen © Vicent FillonBlick in den Innenhof zwischen den beiden Gebäudeteilen © Vicent Fillon
  • Einige Container an der Stirnseite sind im 90° Winkel zu den restlichen ausgerichtet © Vicent FillonEinige Container an der Stirnseite sind im 90° Winkel zu den restlichen ausgerichtet © Vicent FillonEinige Container an der Stirnseite sind im 90° Winkel zu den restlichen ausgerichtet © Vicent FillonEinige Container an der Stirnseite sind im 90° Winkel zu den restlichen ausgerichtet © Vicent Fillon
  • Hier sind die einzelnen, mit einem Stahlgerüst verbundenen Containerstapel sichtbar© Vicent FillonHier sind die einzelnen, mit einem Stahlgerüst verbundenen Containerstapel sichtbar© Vicent FillonHier sind die einzelnen, mit einem Stahlgerüst verbundenen Containerstapel sichtbar© Vicent FillonHier sind die einzelnen, mit einem Stahlgerüst verbundenen Containerstapel sichtbar© Vicent Fillon
  • Die Balkone und Durchgänge dienen als Erweiterung des Wohnraums © Vicent FillonDie Balkone und Durchgänge dienen als Erweiterung des Wohnraums © Vicent FillonDie Balkone und Durchgänge dienen als Erweiterung des Wohnraums © Vicent FillonDie Balkone und Durchgänge dienen als Erweiterung des Wohnraums © Vicent Fillon
  • Im Treppenhaus dominiert die Industrieatmosphäre © Vicent FillonIm Treppenhaus dominiert die Industrieatmosphäre © Vicent FillonIm Treppenhaus dominiert die Industrieatmosphäre © Vicent FillonIm Treppenhaus dominiert die Industrieatmosphäre © Vicent Fillon
  • Schlicht aber nicht kalt: der Innenraum der Wohncontainer © Vicent FillonSchlicht aber nicht kalt: der Innenraum der Wohncontainer © Vicent FillonSchlicht aber nicht kalt: der Innenraum der Wohncontainer © Vicent FillonSchlicht aber nicht kalt: der Innenraum der Wohncontainer © Vicent Fillon
  • Einige Studenten genießen den Blick aufs Wasser © Vicent FillonEinige Studenten genießen den Blick aufs Wasser © Vicent FillonEinige Studenten genießen den Blick aufs Wasser © Vicent FillonEinige Studenten genießen den Blick aufs Wasser © Vicent Fillon
In Le Havre, im Norden Frankreichs, wohnen Studenten in alten Schiffscontainern, mit eigenem Bad und eigener Küche.

Die Architekten von Emmanuel Cattani & Associés statteten Le Havre mit einem außergewöhnlichen Studentenwohnheim aus. Die Cité a Docks besteht aus 100 recycelten Schiffscontainern. Auf vier Stockwerken wohnen dort seit 2010 Studenten in 24m² großen Appartements. Die länglichen Container bieten nicht unbedingt eine luxuriöse Ausstattung, aber mit einer eigenen Kochmöglichkeit und einem eigenen Bad haben die Studenten alles, was man braucht. Sie verfügen damit über mehr, als manch andere Studierende – und das für nur ca. 300 Euro pro Monat.

Das Wohnheim besteht aus zwei parallel zueinander angeordneten Gebäudeteilen aus gestapelten Containern, die wiederum parallel zu einem Wasserbecken des Hafenbereichs liegen. Die Schiffscontainer verblieben damit in ihrer ursprünglichen Umgebung und bilden im Stadtbild ein spannungsreiches Ensemble.

Stapelbarer Wohnraum

Wenn man von Schiffscontainern hört, hat man vermutlich das Bild von riesigen, monotonen Containerstapeln im Sinn. Ohne Frage wäre es wohl die einfachste Lösung gewesen, die Container, wie in den Häfen üblich, übereinander zu stapeln. Das Architektenteam um Emmanuel Cattani wollte allerdings vermeiden, dass die Studenten sich „verpackt“ oder gar eingesperrt fühlen. Um die Struktur des Gebäudes aufzulockern und die Eigenständigkeit der einzelnen Wohneinheiten zu fördern, wurden die Container mit Hilfe eines Stahlgerüstes zusammengesetzt.

Die beiden Gebäudeteile bestehen aus jeweils fünf, beziehungsweise sieben Containerstapeln. Die einzelnen Container wurden versetzt angeordnet, so dass an den Elementen und Stapeln Durchgänge, Balkone und Terrassen entstanden. Aussparungen im Gerüst lassen nicht nur eine Erweiterung des Wohnraumes zu, sie bewirken außerdem eine Durchlässigkeit des Komplexes. Die Kombination von vollen und leeren Räumen kreierte eine visuelle Transparenz.

Viel Licht durch Glasfronten

Die visuelle Durchlässigkeit  verhindert nicht, dass das Äußere der Container durch das vorherrschende Material Metall an Industrie und Zweckmäßigkeit erinnert. Im Inneren wird dieser Eindruck jedoch durch warme, weiße Holzmöbel und lichtdurchflutete Räume kontrastiert. Fast jeder Wohncontainer verfügt über zwei komplett verglaste Frontseiten, die viel natürliches Licht in die Räume lassen. Auch das ist Teil der Intention des Architekten, der ein offenes Gefühl in der Gebäudegestaltung  schaffen wollte.

Alle Fensterfronten der Appartements sind auf den Innenhof zwischen den beiden Gebäuden hin ausgerichtet. Die Studenten, die in dem Hafenbecken zugewandten Gebäudeteil wohnen, können zudem den Blick aufs Wasser genießen. Die im Erdgeschoss gelegenen Wohneinheiten sind zum Innenhof hin abgeschlossen, um die Privatsphäre der Bewohner zu wahren. Im Erdgeschoss werden einige Container als Eingangsbereiche genutzt. Manche Stellen blieben von Containern frei, um Platz für Fahrräder und andere Gemeinschaftsfunktionen zu schaffen.

Angenehmes Arbeiten im Schiffscontainer

Ein Schiffscontainer aus Metallblechen und Metallstreben ist nicht unbedingt geeignet, um in Ruhe und in angenehmer Atmosphäre zu leben und zu lernen, könnte man meinen. Um die Wärme- und Schallschutzeigenschaften der Container zu verbessern, wurden alle außenliegenden Elemente mit Feuerschutzwänden aus 40 cm dickem Stahlbeton verkleidet. Zudem wurden zwischen den Containern Gummiplatten verbaut, um Vibrationen zu mildern.

Die Idee, Gebäude aus alten Schiffscontainern zu kreieren, ist nicht neu. Es ist seit einigen Jahren en vogue, Frachtkisten als Penthouse auf Großstadtdächern zu stapeln. Nun haben die Architekten von Emmanuel Cattani auch in Le Havre mit Containern ein innovatives Wohnheim geschaffen, das alle Anforderungen erfüllt, die Studenten an Wohnraum stellen. Die Architekten haben dabei aber nicht die ästhetische Komponente des Gebäudes hinter purer Zweckmäßigkeit vergessen.

architect: 

Emmanuel Cattani & Associés

status: 

2010 fertiggestellt

Gast
You need to login or register to post comments.
This comment will automatically be synchronized on social networks.

login to post comments