Erick van Egeraat - Paulinum - Leipzig


Gesamtansicht des vielschichtigen Universitätsensembles am Augustplatz. © Erick van Egeraat

Im Innenraum soll ein Deckengewölbe die ursprüngliche Atmosphäre herstellen. © Erick van Egeraat

Das Paulinum soll als Gebetsraum und als Universitätsaula genutzt werden. © Erick van Egeraat

Kontrastreiche Fassadengestaltung des Neubaus © Erick van Egeraat
Lange Geschichte
Bis 1968 wurde die Westseite des Leipziger Augustplatzes durch die 1240 geweihte Klosterkirche St. Pauli geprägt. Doch obwohl die eng mit der Universität verbundene „Paulinerkirche“ den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hatte, wurde sie im Mai 1968 auf Beschluss der SED-geführten Stadtverwaltung gemeinsam mit dem in Richtung Süden direkt angrenzenden Augusteum gesprengt, um an gleicher Stelle einen nüchternen Universitätsneubau zu platzieren. Inzwischen wird das geschichtsträchtige Ensemble durch Erick van Egeraat in veränderter Form neu errichtet.
Mehrschichtiger Komplex
Die Entwürfe des Rotterdamer Architekten sehen einen polymorphen Komplex vor, der neben einem neuen Hauptgebäude für die Uni und dem als Aula und Andachtsraum geplanten Paulinum auch den Neubau des nördlich angrenzenden – und bereits fertiggestellten –, Café Felsche umfasst. Gemeinsames Merkmal der drei Baukörper ist die collagenartige Fassadengestaltung mit ihren vertikalen Strukturen aus Glas und Sandstein in unterschiedlichen Anteilen und Farbschattierungen. Ganz deutlich zeigt sich dabei Erick van Egeraats Vorliebe für überbordende Ornamentik – eine Strategie, die er selbst gerne als „Modernen Barock“ bezeichnet.
Ansonsten aber präsentieren sich die Volumen sehr unterschiedlich: Dem großzügig geöffneten Hauptgebäude der Universität mit seinem lichtdurchfluteten Foyer, das lediglich assoziativ die Kubatur des abgebrochenen Augusteums aufgreift, steht dabei das eher geschlossene Paulinum gegenüber. Die charakteristische Frontansicht mit dem schlanken Portal und dem großen Rosettenfenster aus Kalkstein und Glas erweist sich dabei als kühl-abstrakte Hommage an den Vorgängerbau.
Innenraum des Paulinums
Im Innenraum will Erick van Egeraat mit einer gotisierenden Gewölbestruktur die ursprüngliche Atmosphäre der alten Paulinerkirche wieder herstellen. Zu hitzigen Diskussionen hat dabei insbesondere die geplante Trennung von Aula und Andachtsraum durch eine raumhohe Schiebewand geführt. Kritiker sehen darin ein Symbol einer falsch verstandenen Trennung von Wissenschaft und Religion. Die Befürworter freuen sich dagegen darüber, dass der Raum für vielfältige Veranstaltungen wie Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen oder universitäre Veranstaltungen nutzbar sein wird.
Letzte Aufschlüsse wird wie so oft erst der fertige Raum geben können. Doch bis dahin wird es noch eine Weile dauern. Denn nachdem die Fertigstellung des gesamten Projekts ursprünglich für Ende 2009 geplant war, gehen die Verantwortlichen nach zahlreichen Verzögerungen und einem zwischenzeitlichen Baustopp aufgrund der vorübergehenden Insolvenz der Architekten jetzt von 2013 als Eröffnungstermin aus. Man wird also weiter gespannt bleiben müssen.
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Dresden
Erick van Egeraat, Rotterdam
Fertigstellung: voraussichtlich 2013
BGF: 24.000 m²





Archimania
nice idea.
vor 7 Monaten 2 Wochen 4 TagenIngmar Krause
FAKE! Die Sonne steht nie im Norden! Energiesparlampen leuchten nicht gelb - nur in französischen Klapperisten! (Klugscheiß aus)
vor 7 Monaten 2 Wochen 4 Tagen