Passwort vergessen

urbaner Catwalk in zweiter Ebene

Field Operations & Diller Scofidio Renfro - High Line Park - New York City

  • Landscape versus hardscape © Flickr - 1 hr photoLandscape versus hardscape © Flickr - 1 hr photoLandscape versus hardscape © Flickr - 1 hr photoLandscape versus hardscape © Flickr - 1 hr photo
  • Trubel auf der High Line © Flickr - bugbrooklynTrubel auf der High Line © Flickr - bugbrooklynTrubel auf der High Line © Flickr - bugbrooklynTrubel auf der High Line © Flickr - bugbrooklyn
  • Abendstimmung über Manhattan © Flickr - ikarus50Abendstimmung über Manhattan © Flickr - ikarus50Abendstimmung über Manhattan © Flickr - ikarus50Abendstimmung über Manhattan © Flickr - ikarus50
  • Dead End im Landschaftsraum © Flickr - j bloughDead End im Landschaftsraum © Flickr - j bloughDead End im Landschaftsraum © Flickr - j bloughDead End im Landschaftsraum © Flickr - j blough
  • Zugang zur Gansvoort Street © Flickr - korpics2Zugang zur Gansvoort Street © Flickr - korpics2Zugang zur Gansvoort Street © Flickr - korpics2Zugang zur Gansvoort Street © Flickr - korpics2
  • Landscape versus hardscape © Flickr - lucas_roberts426Landscape versus hardscape © Flickr - lucas_roberts426Landscape versus hardscape © Flickr - lucas_roberts426Landscape versus hardscape © Flickr - lucas_roberts426
720 Entwürfe, 4 Auszeichnungen und ein Park auf Stelzen – das ist das Ergebnis des 2003 ausgelobten Ideenwettbewerb „Designing the High Line“.

Es muss wohl eine reizvolle Aufgabe gewesen sein, sich ein zweites Leben für die stillgelegte Frachthochbahn in New York auszudenken, die von der Station Gansevoort Street bis in die 30th Street führt. Die Frachthochbahn wurde in den 1930er Jahren für die Belastung von vier voll beladenen Güterzügen ausgelegt. Die Eisenbahntrasse in neun Metern Höhe wurden nun, mehr als 30 Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Karriere und kurz vor dem Abriss, als grüne Ader wieder nutzbar gemacht. Der grüne Laufsteg in luftiger Höhe erhielt den einzig möglichen Namen High Line Park. Der markige Spruch allerdings, „ein Park im Himmel“, dürfte in einer vertikalen Stadt wie New York eher zu einem milden Lächeln führen.

Alte Industriebrache, neue Location

In 2,3 Kilometern Länge erstreckt sich die grüne Linie als Fußgängerpromenade in der zweiten Ebene, sozusagen als Bindeglied der Freiraumplanung. Andere Städte haben es schon vorgemacht: Chicago, Philadelphia, Rotterdam oder Paris, letztere mit der Promenade plantée, wo ein Park dem Viadukt der ehemaligen Hochbahn folgt. So nun auch in New York.

Dem Ideenwettbewerb folgte der prominent besetzte Realisierungswettbewerb, den der Landschaftsarchitekt James Corner von Field Operations in Zusammenarbeit mit Diller Scofidio Renfro für sich entscheiden konnte. Die einstige Schienenstrecke wurde renoviert und bepflanzt. Nach zwei Bauabschnitten konnte nun die gesamte Streckenlänge für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Unter dem Motto „agri-tecture“ schiebt sich ein Mix aus artifiziellen und naturnahen Oberflächen über die Gleisanlage. Es ist der gewollte Mix aus verwilderten und intensiv gepflegten Sequenzen, der einen virtuell nahtlosen Fluss zwischen Vergangenheit und Gegenwart, einen Übergang von landscape zu hardscape schaffen will.

Zwischen rohen Betonbohlen wachsen und wuchern Pflanzen in den Grünflächen, die von mäandrierenden Wegen, Plätzen und Plattformen unterbrochen werden. 161 der über 250 eingebrachten Pflanzenarten sind auch in der näheren Umgebung zu finden. Wenn man das industriell geprägte Umfeld betrachtet, würde man eine solche Vielfalt nicht vermuten.

Urbanism is Marketing

Aber bei allem Lob für die gute Idee, so musste dieses ambitionierte öffentliche Infrastrukturprojekt auch Federn lassen. Sicher nicht bei der Aufenthaltsqualität der Grünflächen, die eine Oase in der hektischen Großstadt bilden, sondern die sterilen Glastürme am Horizont der Skyline. Das Motto „Marketing is Urbanism and Urbanism is Marketing“ ist es, was das Projekt aus den Angeln heben könnte. Denn die Geister, die man rief, wird man nun nicht mehr los. War der erste Abschnitt des High Line Parks noch vom industriellen Charakter des Umfelds geprägt, so konnten sich beim zweiten Bauabschnitt die Wohlsituierten die Sahneschnittengrundstücke sichern. Neben dem gerade fertig gestellten Luxuswohnhaus HL23 sind weitere Apartmentgebäude der gehobenen Preisklasse in Planung. Die Preise explodieren. Da passen die Parkregeln dann auch wieder ins Konzept: weder Skater, noch Biker oder gar Hunde dürfen den Park in den streng geregelten Öffnungszeiten betreten. Und das Pflücken von Blumen ist ebenso untersagt, wie das Trinken von Alkohol. Für ein spontanes Picknick mit Freunden müssen die New Yorker Bürger also doch wieder auf andere Locations ausweichen.

constructor: 

City of New York, Department of Parks & Recreation

architect: 

Field Operations, James Corner, Diller Scofidio Renfro und Piet Oudolf

status: 

Bauzeit: 2008 - 2011

size: 

2,33 km lang; 20 m breit

Gast
You need to login or register to post comments.
This comment will automatically be synchronized on social networks.

login to post comments