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Das Stadion der Superlative

Foster + Partner - Wembley-Stadion - London

  • Wembley Stadion ©www.London2012.comWembley Stadion ©www.London2012.comWembley Stadion ©www.London2012.comWembley Stadion ©www.London2012.com
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Größer, breiter, höher und vor allem teurer. Das World Stadium Team (Norman Foster und HOK Sport) schuf mit dem Wembley Stadion ein Bauwerk der Superlative.

1923 wurde im Londoner Wembley Park das Empire-Stadion errichtet. Es diente als Ausstellungsort für die „British Empire Exhibition“, eine Kolonialausstellung des Weltreichs, die in den Jahren 1924 und 1925 in London stattfand.
Die Architekten Sir John Simpson  und Maxwell Ayerton errichteten zusammen mit dem Ingenieur Sir Owen Williams das Empire-Stadion innerhalb von 300 Tagen. Die Baukosten beliefen sich auf 750.000 Pfund.

Das Stadion wurde am 28.April 1923 eröffnet und diente sieben Jahrzehnte lang unter anderem dem Fußball als Austragungsort von Weltmeisterschaften (1966), Europameisterschaften (1996) und zahlreichen englischen Pokalspielen. 1948 war hier der Hauptaustragungsort der  Olympischen Sommerspiele (Leichtathletik).

Das Stadion im Wembley Park diente aber auch immer wieder als Konzert- und Veranstaltungsbühne. So konnten hier die Fans 1986 die Gruppe Queen und 1988 Michael Jackson bejubeln.

In den 1990er Jahren wurde über einen Umbau des Stadions nachgedacht, doch letztlich entschied man sich für einen Neubau. Das letzte Konzert im Empire-Stadion gab 2000 Bon Jovi. Der für das Jahr 2000 geplante Abriss ließ aber aufgrund politischer Querelen noch um weitere drei Jahre auf sich warten. 2003 war es soweit, das 80 Jahre alte Stadion musste dem Neubau weichen.

Der Denkmalschutz verliert

Mehr als zehn Jahre dauerten die Vorüberlegungen zum neuen Stadion im Wembley Park. Es gab diverse Machbarkeitsstudien und einige Kämpfe mit und gegen den Denkmalschutz, bis eine endgültige Planung für den Neubau vorlag. Die Denkmalschutzbehörde trat lange für einen Fortbestand der zwei markanten Turmbauten des alten Stadions ein, konnte sich jedoch nicht durchsetzen und gab letztlich 1999 das alte Empire-Stadion vollständig zum Abriss frei.

Das Architekturbüro Foster und Partners hatte bereits 1996 einen Masterplan für das gesamte Gelände erarbeitet und wurde nun mit der Planung des neuen Stadions beauftragt. England hatte sich als Austragungsort für die Fußballweltmeisterschaft 2006 beworben und das neue Wembley-Stadion wurde zur Grundlage der Bewerbung. Allerdings verzögerte sich die Fertigstellung, das erste Fußballspiel im neuen Stadion war ein Benefizspiel am 17. März 2007.

Doppelt so groß und viermal so hoch

Das neue Wembley-Stadion ist ein Bauwerk der Superlative. Es zählt mit 90.000 Sitzplätzen zu den größten Stadien der Welt. Die Außenmaße des Bauwerks betragen 300 Meter in der Breite und 315 Meter in der Länge. Damit ist die Arena des neuen Stadions zweimal so groß wie die des alten, und das neue Gebäude ist mit 52 Metern viermal so hoch. Es verfügt über ein vollständig schließbares Dach, das an einer speziellen Konstruktion abhängt ist. The Arch, das neue Wahrzeichen der Stadt, ist ein 133 Meter hoher Bogen, der sich quer über das Stadion spannt. Da diese Konstruktion keinerlei Stützen oder andere tragende Elemente benötigt, blieb für die Zuschauer ein ungestörter Blick auf die Spielfläche erhalten. Mit einer geschätzten Gesamtbausumme (einschließlich Infrastruktur und Finanzierung) von 1,4 Milliarden Euro ist das Wembley-Stadion das teuerste Stadion der Welt.

Um auch der Leichtathletik eine angemessene Bühne bieten zu können, wurde für das Stadion ein neues Konzept erdacht: Ein zweiter Stadionboden wird bei Bedarf oberhalb des ersten Sitzranges eingezogen und bildet die notwendige Grundfläche für Leichtathletikveranstaltungen. Der Verlust des ersten Sitzranges wird zugunsten der Multifunktionalität des Stadions in Kauf genommen.

Foster und Partners haben „ihr Stadion der Superlative“ großartig verwirklicht und ließen ein markantes und den Stadtraum prägendes Gebäude entstehen. Vielleicht kann der imposante Eindruck des Stadions den einen oder anderen Fan über ein verlorenes Spiel der eigenen Mannschaft hinweg trösten, bleiben wird sicher die Erinnerung an diesen Ort. Ob sich jedoch eine Rechtfertigung für die Bausummer von 1,4 Milliarden Euro finden lässt, bleibt offen.

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constructor: 

FA Football Association

architect: 

World Sta­dium Team (Nor­man Fos­ter und HOK Sport)

status: 

fertig gestellt

size: 

300m x 315m

Höhe Bogen 133m

Höhe Gebäude 52m

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