Frank O. Gehry - New World Symphony - Miami


Ansicht New World Center mit der LED-Wand © New World Center, Claudia Uribe

Die Performance Hall, in der 360 Grad-Projektionen möglich sind © New World Center, Claudia Uribe 

Die Performance Hall, in der 360 Grad-Projektionen möglich sind © New World Center, Claudia Uribe 

Das Atrium des New World Center © New World Center, Claudia Uribe

Das Atrium des New World Center © New World Center, Claudia Uribe

New World Center © New World Center, Todd Eberle 

Ungewöhnlich zurückhaltend präsentiert sich das Gebäude. © New World Center, Claudia Uribe

Ansicht New World Center mit der LED-Wand © New World Center, Claudia Uribe
Konzerthäuser entsprechen nicht immer dem üblichen Klischee. Das beweisen das Guangzhou Opera House von Zaha Hadid oder Libeskinds Grand Canal Theatre. Nun gibt es ein neues Highlight mit dem symbolische Namen „New World Symphony“, gebaut von keinem geringeren, als dem Altmeister Frank O. Gehry.
New World Symphony
Das neue Meisterwerk liegt im Herzen von Miami Beach, zwischen Beach und Yachthafen, zwischen glänzenden Condominiums in allen Preisklassen und sonnenbrand-gefährdeten Touristen. Zurückgezogen hinter einer Reihe von Palmen versteckt die New World Symphony, eine längliche, voluminöse Schachtel. Sie ist bestückt mit einer riesigen LED-Fassade, die zum angrenzenden Park hin ausgerichtet ist. Die Grünfläche, gestaltet von West8 urban design & landscape architecture, ist Teil des Konzepts.
Keine leisen Töne
Auf den ersten Blick präsentiert sich das Bauwerk ziemlich leise und zurückhaltend, zu leise für das zügellose Temperament von Frank O. Gehry. Eigentlich könnte man erwarten, dass der Bauherr auch nach Außen mit großer Geste zeigt, wen er da engagiert hat. Erst im Inneren des Gebäudes schlägt einem das Feuerwerk der Formen entgegen, wie wir es von Frank O. Gehry kennen.
Die streng geometrische Grundform wird von einer Vielzahl von Körpern, Formen und Versatzstücken durchstoßen. Wer schon seine Probleme mit Zaha Hadids dynamischen und fließenden Formen hatte, der wird hier auf eine harte Probe gestellt. „Zersprengter explosiver Formensatz“, wie es in der Presse betitelt wurde, ist noch ein Hilfsausdruck für die Fülle an ineinander verschnittenen geometrischen Körpern, Krümmungen, fallenden und ansteigenden Wänden und Wendeltreppen.
Man staunt und fragt sich zu Recht, wie hier eine Akustik auf Weltklasseniveau erzeugt werden soll. Muss es gar nicht, versichert der künstlerische Leiter des Hauses, Michael Tilson Thomas, der die New World Symphony eher als Campus und Musiklabor beschreibt, als ein klassisches Konzerthaus.
Das spiegelt sich auch in der musikalischen Ausrichtung wider. Hin zu neuen Formen der Musikpräsentation und Konzerten, Experimente für die Besucher der 756 Sitze im Saal wurden gewünscht. Dazu gibt es noch die Musikbibliothek, und technisch weltweit gut vernetzte Proberäume, in denen sich Musiker für die gemeinsamen Proben über Liveschaltungen vernetzten können. Ebenso stehen neue Wege in der Vermittlung von Musik steht im Fokus der New World Symphony. Da muss man eben auch manchmal um die Ecke denken.
New World Symphony, America’s Orchestral Academy, Michael Tilson Thomas
Gehry Partners, LLP, Frank O. Gehry, Los Angeles, Kalifornien
Projektstart 2003, Bauzeit 2008 – 2010, Eröffnung 2011
BGF: ca. 9400 m²







