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Gijs Van Vaerenbergh - Reading between the lines - Hasselt, Belgien

  • Die transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan Berckman
  • Die transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan BerckmanDie transparente Kirche; Copyright Jan Berckman
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  • Im Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan Berckman
  • Im Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan BerckmanIm Inneren; Copyright Jan Berckman
Durchsichtig und trotzdem raumbildend: Die etwas andere Kirche im belgischen Limburg.

Z-OUT ist ein Projekt von Z33, dem historischen Begijnenhof der Stadt Hasselt. Das Projekt soll in den nächsten fünf Jahren mit diversen Installationen im öffentlichen Raum rund um die belgische Stadt Limburg Kunst und Interaktion der Menschen fördern soll. Ein Teil des Z-OUT Projekts ist die transparente Kirche, die am 24. September 2011 eröffnet wurde. „Reading between the lines“, so lautete der Beitrag der Architektengemeinschaft Gijs Van Vaerenbergh.

Ein Zusammenschluss im Sinne der Kunst

Die beiden Architekten Pieterjan Gijs und Arnaut Van Vaerenbergh schlossen sich 2007 zusammen, um die Architektur durch Kunst zu erweitern. Die Projekte des Architektenteams sind immer auf öffentlichen Flächen zu finden. Ihre primären Ziele sind das Experimentieren, das Reflektieren  und die Interaktion der Menschen in öffentlichen Räumen. Dabei treffen architektonischer Pragmatismus und künstlerische Intension aufeinander.

Reading between the lines

Das Kunstobjekt von Gijs Van Vaerenbergh – die Formgebung einer Kirche – scheint im ersten Moment sehr irreführend. Das Objekt nimmt eigentlich keinerlei Bezug zu Religion oder zu Kirchenbauwerken, sondern ist die visuelle Erfahrung an sich. Es ist ein Kunstobjekt, dem eine traditionelle Form gegeben ist. Kirchtürme dominieren das Bild der umliegenden Dörfer, und genau diese Struktur verhalf dem Projekt zu seiner äußeren Form. Aber der Titel „Reading between the lines“ lässt schon vermuten, dass das Kunstprojekt auch eine Aufforderung ist, sich mit den Fragen von Glauben und Kirche zu befassen.

Die Illusion

Mit der 10 Meter hohen Installation eines durchsichtigen Kirchengebäudes gelingt es Pieterjan Gijs und Arnaut Van Vaerenbergh, dem Betrachter unzählige Szenerien vorzutäuschen. Mal löst sich die Form auf, mal erscheint ein massiver Kirchenkörper, ein andermal dominieren einfach nur geometrische Linien die Landschaft. Jeder Blickwinkel auf das Kunstobjekt erlaubt ein anderes Bild. Durch Sonnenstrahlen werden diese Bilder verstärkt.

Massiv in rostigem, schwarzem Stahl steht mitten in der Landschaft ein Kirchengerippe, das bei nur einem Schritt zur Seite den Charakter eines festen Gerüstes verliert und rötlich strahlende Akzente in die Umgebung setzt. Geht man noch ein paar Schritte weiter, löst sich der Körper fast gänzlich auf. Wie eine verwischte, verpixelte Aufnahme lässt sich die Form einer Kirche erahnen, die aber den Blick auf die Landschaft dahinter nicht im Geringsten beeinträchtigt.

100 Lagen gestapelte Stahlschichten und 2.000 kleine Stützen aus Stahl – das ist alles, woraus dieses Objekt besteht. Insgesamt 30 Tonnen Stahl halten eine Illusion aufrecht. Dabei spielt auch die Oberfläche den Augen einen Streich. Wirkt die Kirche auf einer Seite glatt und kerzengerade, so entwickelt sich aus einer anderen Perspektive eine poröse, raue und unregelmäßige Oberfläche.

Das Innere erscheint auf den ersten Blick völlig leer. Doch lässt man diesen Raum auf sich wirken, erkennt man, dass das verändernde Spiel des Schattens diesem Ort eine ganz neue Qualität gibt. Die Verschattung des Gerüstes ist ein Schauspiel das seinesgleichen sucht: Der Wechsel der Sonneneinstrahlung hat immer etwas Neues zu bieten.

Weniger ist mehr

Das Zusammenspiel von klaren architektonischen Formen und das gleichzeitige Auflösen von Architektur macht dieses Projekt zu einem völlig neuen Erleben. Gijs Van Vaerenbergh eröffnen der Architektur durch ihren etwas anderen Blick auf den Raum ganz neue Möglichkeiten. Und sie zeigen, wie man mit sehr geringen Interventionen eine unglaubliche Wirkung erzielen kann.

architect: 

Gijs Van Vaerenbergh

status: 

Baujahr 2011

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