GROUP A - Blok 1 Presikhaaf - Arnhem


Die unterschiedlichen Paneele aus Faserzement bilden ein abstraktes Muster. © Scagliola/Brakkee 

Das Muster entstand aus der Abstraktion eines Bildes eines Baumes. © Scagliola/Brakkee 

Die außergewöhnliche Form soll als Landmark Wiedererkennungswert besitzen. © Scagliola/Brakkee 

Das Wohnheim besitzt nicht die eintönige Struktur des typischen Wohnheims. © Scagliola/Brakkee 

Der Eingang ist als offener, heller Bereich gestaltet. © Scagliola/Brakkee 

Die Dachterrasse wertet die Nutzung des Gebäudes auf. © Scagliola/Brakkee 

Blok 1 ist vielschichtiger und komplexer als das typische Wohnheim. © Scagliola/Brakkee 

Die Gestaltung der Zimmer ist minimalistisch mit hellen, schlichten Oberflächen. © Scagliola/Brakkee

Mit geschosshohen Fenstern wirken die Wohnungen studiogleich und großzügig. © Scagliola/Brakkee
Das 2009 fertig gestellte Studentenwohnheim Blok 1 des niederländischen Architekturbüros GROUP A befindet sich in Presikhaaf, einem Stadtteil der niederländischen Stadt Arnhem. Presikhaaf wurde 2007 von Ella Vogelaar, Ministerin für die Bereiche Wohnen, Leben und Integration, zu den 40 problematischsten Wohngegenden der Niederlande gezählt, vor allem wegen der Anhäufung sozialer und wirtschaftlicher Probleme.
Im Zuge einer großangelegten Neugestaltung des Stadtgebiets sollen nun auch die sozialen Probleme angegangen werden. Die vielen Wohnbauten aus der Nachkriegszeit weichen nach und nach neuen Wohngebäuden. Der Masterplan sieht eine niedrige Bebauungsdichte mit hochwertigen Neubauten und vielem Grün vor. Das Wohnheim Blok 1 soll im Stadtteil durch seine auffällige Form als Landmarke mit Orientierungs- und Wiedererkennungswert fungieren.
Nicht das typische Wohnheimszimmer
Auf zehn Geschossen bietet Blok 1 den Studenten zahlreiche Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen und Größen. Die Zimmer sind minimalistisch gestaltet, mit hellen und schlichten Oberflächen. Die Abbildungen zeigen Zimmer mit geschosshohen Fenstern, die durch die großzügigen Öffnungen offen und hell wirken.
Jede Wohnung besitzt einen innenliegenden Kern mit Nasszelle und Kocheinheit. Beide Räume sind minimal bemessen und dürften dem Stereotyp des „Studenten“ wohl reichen. Wer aber beispielsweise gerne kocht, könnte auf dem vorhandenen Platz schnell an seine Grenzen stoßen.
Die knapp bemessene Größe der Nutzzonen wird allerdings durch den Wohnraum wett gemacht. Anstatt der typischen Wohnheimszimmer besitzen die Wohnungen durch den zentral liegenden Koch- und Badkern interessante Grundrisse, die eine Vielzahl an unterschiedlichen Nutzungen bieten. Vor allem die Wohnungen mit den geschosshohen Fenstern besitzen einen studioartigen Charakter und dürften dem klassischen Wohnheimszimmer einiges voraus haben.
Ein abstrahierter Baum an der Fassade
Die Fassade ist geprägt von braunen Fassadenpaneelen aus Faserzement, die ein abstraktes Muster erzeugen. In zwei unterschiedlichen Größen scheinen sie zufällig über die Fassade verstreut zu sein. Laut GROUP A leitet sich das Muster vom abstrahierten Bild eines Baumes ab, welches nach und nach so bearbeitet wurde, dass ein pixelartiges Muster entstanden ist. Die Oberflächen der Paneele besitzen zwar die gleiche Farbe, wurden aber in unterschiedlichem Maße sandgestrahlt, sodass sie sich vor allem bei Sonnenlicht dezent voneinander unterscheiden. Letztendlich ist vom ursprünglichen Baum nichts mehr zu erkennen, doch das Muster lockert die Fassade auf eine erfrischende Weise auf.
Die Lochfenster ordnen sich dem Muster der Paneele unter und scheinen auf den ersten Blick, beliebig auf den Außenwänden verteilt worden zu sein. Auch sie gibt es in unterschiedlichen Größen, den Paneelen entsprechend. Tatsächlich aber sind sie so angeordnet, dass sich die größeren der Fenster auf einer Ebene befinden und die kleineren Fenster eine scheinbar zufällige Komponente beisteuern.
Ergänzt werden die Lochfenster durch einige geschosshohe Fensterflächen, hinter denen sich wohl die nobleren Wohnungen befinden. Doch diese Varianz der Öffnungen trägt dazu bei, dass Blok 1 nicht die eintönige Struktur eines typischen Wohnheims besitzt, sondern einen lebendigen, komplexen und vielschichtigen Charakter erhalten hat.
Die Dachterrasse im obersten Stockwerk stellt ein einfaches, aber schönes Element dar, mit dem die Architekten das Wohnheim in seiner Nutzung zusätzlich aufwerten konnten.
Group A brüsten sich zu Recht damit, trotz des eingeschränkten Budgets eine hochwertige Lösung für das Studentenwohnheim gefunden zu haben. Von der architektonischen Gestaltung von Blok 1 könnte man sich glatt „eine Scheibe“ abschneiden.
Vivare projecten, Arnhem
GROUP A
Baujahr: 2009
BGF: 3.000 m²







