Herzog & de Meuron - Caixa Forum - Madrid


Der Innenraum des caixa Forums besteht aus einer gefalteten Oberfläche. © Duccio Malagamba

Durch die Perforierung scheint das Material wie aufgelöst. © Duccio Malagamba

Das Forum enstand auf dem Gelände des ehemalige Elektrizitätswerks. © Duccio Malagamba

Das Caixa-Forum ist Ort für Diskussion zu Themen in der heutigen Gesellschaft
Es gibt viele Beispiele, bei denen unter dem Denkmäntelchen der Kultur extravagante Konzepte ausprobiert werden. Manche überraschen, manche funktionieren leidlich und wiederum andere versetzen einen ins Staunen.
Und so ein Projekt, welches einen ins Schwärmen bringt, ist der Umbau des ehemaligen Elektrizitätswerks «Central Eléctrica del Mediodía» von 1899, auf dessen denkmalgeschützten Umfassungsmauern das multidisziplinäres Zentrum Caixa Forum für Kultur, Kunst, Musik und andere Aktivitäten entstand.
Unauffällig und doch imposant
Die Gründe, die ein solches Projekt im Normalfall verwässern sind vielfältig. Da ist zum einen das enorme Raumprogramm, das von den vorhandenen knapp 2.000 auf 8.000 Quadratmetern aufgestockt werden musste. Oder der Standort - gut gelegen in der Museumsmeile und mit dem Botanischen Garten als Nachbarn, aber bisher von einer Tankstelle verdeckt nicht als städtischer Raum erlebbar. Und nicht zuletzt die Vorgabe aus dem Denkmalschutz, mit der bestehenden Substanz zu arbeiten – einem Industriebaurelikt mit einer weitestgehend geschlossenen Mauerwerksfassade. Das Briefing an Herzog & de Meuron war dementsprechend kurz und knapp: möglichst unauffällige Veränderungen im urbanen Umfeld, aber zugleich eine architektonische Ikone zu schaffen.
Nicht erst seit Bilbao weiß man, dass nicht nur das kulturelle Programm eines Museums die Besucher anziehen kann, sondern eben auch das Gebäude selbst zur Attraktion wird. Nicht abgeschlossen für den zufällig vorbei gehenden, sondern eben genau diese Durchmischung von Passanten, Kunst- und Kulturliebhabern, verlaufenen Touristen etc. Mit einem geschickten Kunstgriff, das Erdgeschoss auszuhöhlen und nur noch auf eine für die Tragfähigkeit notwendige Berührung mit dem Grund zu reduzieren, entzieht sich das massive Konstrukt scheinbar den Gesetzen der Schwerkraft und zieht die Besucher förmlich ins Innere. Eine einfache Geste, die aber den städtischen Raum in eine andere Dimension katapultiert. Eine riesige vertikale Pflanzwand mit 15.000 Pflanzen und 250 verschiedenen Pflanzarten von Patrick Blanc korrespondiert mit dem Botanischen Garten an und karikiert zugleich das gewohnte Bild eines Platzes.
Spiel der Materialien
Die Trennung des Baukörpers nach unten und oben setzt die konzeptionelle Idee fort. Wie in einem geschützten Schatzkästchen liegen Auditorium / Theatersaal in der erdigen Unterwelt. Während sich gen Himmel immer luftiger die Eingangshalle, die eigentlichen Ausstellungsräume und ein Restaurant befinden.
Die Materialanleihen aus dem roten Backstein und deren Umsetzung in Form von rostbraunen Metallplatten und filigranen Rastern sind eine Hommage an vergangene Zeiten. Die feinen Muster des perforierten Stahls heben die Massivität des Materials gekonnt auf und lassen es wie einen textilen Filter erscheinen. Sorgsam gesetzte Einschnitte in die Fassade verzahnen den Bau mit der Umgebung und lassen den zufälligen Passanten erahnen was ihn erwarten könnte.
Weitere Projekte zum Thema "Begünte Fassaden"...
Fundación la Caixa , Barcelona
Herzog & de Meuron
Bauzeit: 2001 bis 2008
BGF: ca. 8000 m²








Sehr schönes Projekt!
nice!
damn cool!
...beeindruckende Architektur!
Das Caixa Forum in Madrid.
ist im trubel um olympia im birds nest völlig untergegangen...
Splendid
Immer noch auf meiner Liste der „Must sees“…