Jean Nouvel - Konzerthaus Kopenhagen - Kopenhagen


Die semitransparente Textilhülle lässt den Neubau zum Lichtkörper werden. © DR Koncerthuset

Bei Nacht werden Bilder aus der Welt der Musik auf die Außenhülle projiziert. © DR Koncerthuset

Der große Konzertsaal wurde als organische Klanglandschaft gestaltet. © DR Koncerthuset

Der Neubau bietet auch Raum für Rock-, Pop- und Jazz-Veranstaltungen. © DR Koncerthuset
Architektonischer Leuchtturm auf Amager
Auf der Insel Amager wird seit Ende der 1990er-Jahre das neue Kopenhagener Quartier Ørestad aus dem Boden gestampft. Nur 1.500 Meter entfernt vom Zentrum der Stadt eröffnete hier Anfang 2009 das neue Konzerthaus des Dänischen Rundfunks (DR Koncerthuset) seine Pforten. Der rund 240 Millionen Euro teure, als Bestandteil des neuen Hauptsitzes des DR konzipierte Neubau des französischen Architekten Jean Nouvel integriert vier unterschiedlich große Konzertsäle mit 250 bis 1.800 Plätzen.
Fließende Verbindung von Architektur und Musik
Ähnlich beeindruckend wie die im Innenraum aufgeführten Konzerte unterschiedlichster Stilrichtungen präsentiert sich bereits das Äußere des 45 Meter hohen, 96 Meter langen und 58 Meter breiten Quaders. Als Reaktion auf den zum Zeitpunkt des Wettbewerbs noch komplett unbebauten Standort umhüllte Jean Nouvel den Neubau durch eine semitransparente kobaltblaue Textilbespannung.
Die beinahe durchgehende Hülle schafft eine einprägsame Antwort auf den abstrakten städtebaulichen Kontext und dient gleichzeitig als riesige Leinwand für abstrakte Projektionen und Bilder aus der Welt der Musik und des Radios. Bei Dunkelheit – und die beginnt im skandinavischen Winter teilweise schon am frühen Nachmittag –, verwandelt sich der Neubau so regelmäßig zum magischen Lichtkörper; Architektur und Musik gehen dabei unmerklich ineinander über und verschmelzen zu einer kraftvollen Symbiose, die einen Einblick in die Vorgänge im Inneren erlaubt. Hinter dem textilen High-Tech-Gewebe zeichnen sich die je nach Tageszeit und Blickwinkel unterschiedlich stark sichtbaren Konturen und Details der zylinderförmigen Glas-Betonkonstruktion im Inneren ab.
Luftiger Innenraum
Nach der Oper in Lyon und dem Konzerthaus in Luzern ist der Neubau in Kopenhagen das dritte Konzerthaus, das Jean Nouvel in den vergangenen Jahren realisiert hat. Die Haupterschließung des Quaders erfolgt über die gläserne Gebäudeecke in Richtung Südosten, direkt angrenzend an ein neu angelegtes Wasserbecken. Über ein offenes Foyer mit unbehandelten Beton- und Holzoberflächen gelangen die Besucher von hier aus in die vier unterschiedliche großen Konzertsäle. Der größte von ihnen, eine Holz gehüllte Klanglandschaft ohne rechten Winkel mit zentraler Orchesterbühne und rundum aufsteigenden Rängen, fasst bis zu 1.800 Besucher und hat eine Höhe von 24 Metern. Die organisch geschwungenen Verkleidungen und Schallsegel lassen dabei auf den ersten Blick an Entwürfe des dänischen Designers Arne Jacobsen denken. In den drei kleineren Sälen finden Rock-, Pop- und Jazz-Veranstaltungen statt.
Die Akustik des Hauses wurde durch Yasuhisa Toyota realisiert, der auch das Klangkonzept der Hamburger Elbphilharmonie realisiert hat. Und es heißt, die Musiker des Dänischen Rundfunkorchester hätten vor Glück geweint, als sie das erste Mal hier proben konnten: „Architektur ist wie Musik, sie ist dazu da, uns zu bewegen und zu erfreuen“, so Jean Nouvel.
Denmarks Radio, Kopenhagen
Jean Nouvel, Paris
Fertigstellung: 01/2009








die Farbe würde dem Gasteig in München auch mal gut zu Fassade stehen :-)
Beim Gasteig wird sogar die Renovierung verschoben. Schade, denn die gerade diese modernen Gebäude sind Wahrzeichen der Städte geworden... München hat halt keines :-(
tollllll!!!!!!