kadawittfeldarchitektur - Salzburg Hauptbahnhof - Salzburg


Bahnhof Salzburg

Bahnsteigebene des Salzburger Hauptbahnhofs © kadawittfeldarchitektur

Hauptbahnhof Salzburg, Dachebene © kadawittfeldarchitektur

Passage im Hauptbahnhof Salzburg © kadawittfeldarchitektur

Hauptbahnhof Salzburg © kadawittfeldarchitektur

der neue Salzburger Hauptbahnhof im Bau © kadawittfeldarchitektur

Hauptbahnhof Salzburg, Grundriss © kadawittfeldarchitektur
Salzburg liegt verkehrstechnisch gesehen äußerst günstig auf der wichtigen Ost-West-Achse München-Budapest und auf der transalpinen Route Wien-Udine. Der 1860 erbaute Salzburger Hauptbahnhof war zudem als Grenzbahnhof ein wichtiger Übergang zwischen Österreich und Deutschland und damit ein bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt: Ein Bahnhof mit Geschichte.
Der Umbau des Bahnhofes Salzburg zeigt nur zu gut, welch seltsame Kompromisse entstehen können, wenn man als Planer – in diesem Fall kadawittfeldarchitektur – extrem kontroverse Ansichten berücksichtigen muss: Es stehen sich hier nämlich die Ziele der ÖBB und die Belange des Denkmalschutzes gegenüber.
Die Österreichischen Bundesbahnen wollen mit ihrer Bahnhofsoffensive veralteten Bahnhöfen zu Leibe rücken. Wie bei den meisten aktuellen Bahnhofsprojekten geht es auch hier vor allem um Modernisierung: Ersetzen der Kopfbahnsteige durch Durchgangsbahnsteige, barrierefreies und komfortables Zu- und Umsteigen und die Integration von Einzelhandels- und Gastronomieflächen, um den Profit der Bahnhofsgebäude zu erhöhen. Denkmalschützer und einige Salzburger Bürger hingegen stellten sich mit ihrem Protest dem Projekt von Anfang an in den Weg.
Was ist erhaltenswerte Architektur und was kann weg?
Es gab abweichende Auffassungen darüber, was am Salzburger Bahnhof erhaltenswert ist. In Abstimmung mit den Bedingungen der UNESCO, die große Teile des historischen Salzburgs 1996 auf die Weltkulturerbeliste setzten, sollte die Fassade des Bahnhofs erhalten bleiben und saniert werden. Auch das stählerne Bogentragwerk über dem ehemaligen Mittelbahnsteig wurde von Denkmalschützern als bedeutsam und von der Öffentlichkeit als schön bewertet. Man entschied sich, es zu erhalten, was in diesem Fall bedeutete, dass die stählerne Dachkonstruktion abtragen wurde und nun komplett saniert und anschließend wieder in den umgebauten Bahnhof integriert werden soll. In der Eingangshalle wurden interessante Fliesenbilder entdeckt und kurzum beschloss man, auch diese zu restaurieren, beziehungsweise sie zu rekonstruieren. Auch die Jugendstil-Fenster werden wieder hergestellt, nachdem jahrelang unschöne Industrieglasfenster kaum Licht in die Halle ließen.
Vor allem an der so genannten Marmorhalle schieden sich die Geister. Den einen war sie beim Umbau im Weg, andere sahen in dem Anbau von 1960 nur eine unbedeutende Erweiterung. Wieder andere schätzen den historischen Wert der Marmorhalle und demonstrierten gegen einen Abbruch. Absurderweise ging aus diesem Streit der Kompromiss hervor, die Marmorhalle abzutragen und an anderer Stelle wieder aufzubauen. Die ÖBB bekam so Platz für den Umbau und die Salzburger durften ihre lieb gewonnene Marmorhalle behalten.
Ein Stück Altes im Neuen
Natürlich wird der Salzburger Bahnhof auch zeitgenössische Architektur enthalten, wenn er wie geplant 2014 fertig gestellt ist: kadawittfeldarchitektur haben für die neuen Durchgangsgleise eine edle, weiße Überdachung geplant, welche als Aushängeschild für das moderne Salzburg die Reisenden empfangen und die Wartenden bedachen soll. Das restaurierte Bogentragwerk wird in die neue Substanz integriert, indem sich die Überdachung für das Tragwerk aufweitet. Damit die Architektonik des Tragwerks möglichst uneingeschränkt wirken kann, wird es lediglich mit einer Membran überspannt. Eine neue, freundliche Ladenpassage soll die alten, dunklen Zugänge zu den Gleisen ersetzen und die Stadtteile verbinden, die an den Bahnhof angrenzen.
Für kadawittfeldarchitektur war und ist der Umbau des Salzburger Bahnhofes vermutlich kein einfaches Unterfangen. Ob letztendlich – unabhängig von der Qualität der Neubauten – in der Gesamtheit ein qualitativ hochwertiges und authentisches Stück Architektur entstehen wird, bleibt abzuwarten. Denn die besten architektonischen Absichten können im Strudel der unterschiedlichen Interessen stecken bleiben.
ÖBB Infrastruktur Bau AG
kadawittfeldarchitektur GmbH, Aachen
Fertigstellung (geplant): 2013
BGF 13.000 m², BRI 140.000 m³








Endlich, war eh provinziell ....
Stuttgart lässt grüßen.....