Karl Schwanzer - BMW-Vierzylinder - München


BMW-Vierzylinder © BMW AG

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BMW-Vierzylinder

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BMW-Vierzylinder © BMW AG

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Seit sich die Münchner 2004 mit einem Bürgerentscheid gegen Hochhäuser über 100 Meter Höhe entschieden haben, wird ihrer Einstellung zur Architektur einiges nachgesagt. Und das meiste davon ist nicht gerade schmeichelhaft. Dass sie die Hochhäuser, die bereits stehen jedoch unabhängig von deren Höhe ins Herz geschlossen haben, sieht man am BMW-Vierzylinder. Um dessen Entstehung ranken sich viele Mythen. Manche sagen, der Vierzylinder entspringe einem Gedankenblitz beim Mittagessen, andere behaupten, Architekt Karl Schwanzer habe zur besseren Visualisierung seiner Idee vier Maßkrüge zusammengestellt, um der BMW-Spitze zu erklären was er plant. Und dann gibt es noch einen Brief, den angeblich Linus Fecker, damals Leiter der Abteilung Ausstellungen, geschrieben haben soll. In diesem Brief schreibt Fecker, der Entwurf von Schwanzer sei anfangs für zu teuer befunden und abgelehnt worden sein, bis er selbst Vertriebsvorstand Hahnemann vorgeschlagen habe, durch eine Hängekonstruktion Kosten zu sparen. Hahnemann soll daraufhin zum Telefon gegriffen und Karl Schwanzer angerufen haben: "Komm her, da ist einer, der weiß wie man dein Haus billiger bauen kann!", sagte er.
99,5 Meter hohes Wahrzeichen
Was von den Erzählungen stimmt, ist nicht ganz klar. Vielleicht hat Schwanzer auch schlicht und einfach den 1968 ausgelobten Wettbewerb gewonnen und so das Ensemble aus BMW-Turm und BMW-Museum geschaffen. Heute gelten die imposanten BMW-Bauten am Petuelring zu den weithin sichtbaren Wahrzeichen Münchens. Der Turm, 99,5 Meter hoch mit einem Durchmesser von rund 52 Metern, besteht aus einem tragenden Rückgrat aus Beton an dem vier ineinander übergehende Zylinder hängen. Diese wiegen rund 16.800 Tonnen. Insgesamt bietet der Turm auf 22 Stockwerken Platz für ca. 1500 BMW-Mitarbeiter. Die hängenden Zylinder gewährleisten die einmalige Funktion, den Turm innerhalb kürzester Zeit – wie so geschehen anlässlich der Olympischen Spielen 1972 – von oben nach unten wandern zu lassen. An dem zuerst erbauten Mittelpylon, in dem sich Treppenhäuser und Aufzüge befinden, konnten die am Boden gefertigten Stockwerke in umgekehrter Reihenfolge hydraulisch nach oben gewuchtet werden.
Leistungsfähige Infrastruktur
Die Spannbetonkonstruktion, die dieses Verfahren erst ermöglichte, wurde von dem Ingenieur Bomhard eigens für den Vierzylinder entwickelt. Oberhalb der Mitte springt ein technisches Geschoss zurück, gliedert jeden Zylinder optisch in zwei Teile und hat zudem eine tragende Funktion. 2004 bis 2006 wurde der seit 1999 unter Denkmalschutz stehende Vierzylinder zusammen mit dem anliegenden BMW-Museum saniert. Die Aluminium-Fassadenelemente wurden gereinigt und versiegelt, der Innenbereich modernen Ansprüchen an Kommunikations- und Bürotechnik entsprechend umgebaut. Alte Versorgungsleitungen, Lüftungs-, Klimaanlagen und Aufzüge mussten einer leistungsfähigeren Infrastruktur weichen. Und so begeistert der BMW-Vierzylinder auch heute noch Münchner sowie Touristen. Die Auseinandersetzung im Jahr 1972 mit der Stadt, ob nun das Firmenlogo auf dem Dach angebracht werden dürfe oder nicht – längst vergessen, wie auch der ebenso schnell wieder verstummte wie lautstark geführte Münchner Hochhausstreit.
BMW AG
Karl Schwanzer
Bauzeit: 1968–1972
Nutzungsfläche: 72.000 m²





Elisabeth R. Meier
Im Volksmund "Vierzylinder" genannt.
vor 12 Monaten 2 Tagen 14 StundenEva Maria Herrmann
grandioser klassiker...
vor 12 Monaten 2 Tagen 13 Stunden