Koen van Velsen - Groot Klimmendaal - Arnheim


Das Reha-Zentrum überzeugt durch seine gelungene Einbettung in den grünen Umraum. © Rob 't Hart

In Richtung Süden streckt sich der Neubau mit fünf Erkern der Natur entgegen. © Rob 't Hart

Imposante Ansicht von Norden mit dem Haupteingang. © René de Wit

Vom Restaurant aus können die Patienten und Besucher Aussicht auf den Wald genießen © René de Wit

Die farbigen Oberlicht-Aufbauten betonen die kraftvolle Architektur des Gebäudes. © Rob 't Hart
Die am westlichen Stadtrand von Arnheim und am südlichen Rand des Waldgebietes „De Hoge Veluwe“ gelegene Klinik Groot Klimmendaal bietet ein umfangreiches Angebot zur Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit Parkinson, Multiple Sklerose oder anderen Krankheiten. Anfang 2010 wurde der Standort durch ein neues Hauptgebäude des Hilversumer Architekten Koen van Velsen erweitert und modernisiert. Die offene Architektur des dreigeschossigen Baukörpers sorgt für viel Tageslicht und einen traumhaften Blick auf die umgebende Natur. Zusätzliche Akzente setzt die kraftvolle Farbgestaltung im Innenraum.
Kontrastreiche Gestaltung
Die medizinisch belegte Erkenntnis, dass sich eine anregende und natürliche Umgebung positiv auf den Genesungsprozess von Patienten auswirkt, ist nicht neu. Nur selten wird sie allerdings so konsequent umgesetzt wie beim Reha-Zentrum Groot Klimmendaal in Arnheim. Die eindrucksvolle Architektur des Gebäudes verschmilzt derart mit dem grünen Umraum, dass der kantige Neubau trotz seines großen Volumens und seiner modernen Gestaltung auf den ersten Blick kaum auszumachen ist.
Nach Süden hin öffnet sich das durchgehend verglaste Erdgeschoss durch fünf zackenförmig „ausgestanzte“ Erker zum Wald und ragt dabei um rund fünf Meter über einen kleinen Abhang hinaus. In gegenüber liegender Richtung hat Koen van Velsen die kompakte Massivität des Gebäudes durch ein weit auskragendes, auf schmalen Stützen ruhendes Obergeschoss aufgebrochen, das jetzt als mächtiges Vordach einen kleinen Vorplatz überdeckt. Ein weiteres charakteristisches Detail des Neubaus sind die vertikal strukturierten Fassadenpaneele aus goldbraun anodisiertem Aluminium.
Abwechslungsreicher Innenraum
Hinter der kontrastreichen Außenhülle steht eine Nutzfläche von 14.000 Quadratmetern zur Verfügung. Im Hanggeschoss liegen die Mitarbeiterbüros, im doppelgeschossigen Erdgeschoss wird ein umfangreiches Therapieangebot angeboten. Neben verschiedenen Sport- und Fitnessräumen finden sich hier auch ein halböffentlich nutzbares Schwimmbad sowie eine Theaterbühne und ein Restaurant. Und wer mag, der kann beim Essen die freie Rundum-Aussicht in einem der fünf fingerartigen Erker genießen. Im zweiten Obergeschoss wurde zusätzlich ein Ronald McDonald House mit Spiel- und Schlafmöglichkeiten für Kinder eingerichtet.
In sämtlichen Bereichen sorgen geschossübergreifende Blickachsen, alternative Erschließungswege sowie der fließende Wechsel von offenen und intimen Bereichen für überraschende Perspektiven. Weitere Kontrapunkte setzen die kunstvolle Beleuchtung sowie die leuchtend bunten Oberlichter mit ihren verspielten Geometrien.
Grüne Perspektiven
Für einen möglichst geringen Energieverbrauch haben die Planer auf die Nutzung von Erdwärme und Erdkälte gesetzt. Zusätzlich verbessert wird die Ökobilanz des Projekts durch eine weitreichende Masterplanung von Koen van Velsen, die neben zwei weiteren Neubauten auch den künftigen Rückbau der vorhandenen Klinikgebäude und eine weitere Renaturierung des großflächigen Geländes vorsieht. Ein rundum gelungenes Projekt, das verdientermaßen zu den sechs Finalisten des renommierten Mies van der Rohe Award 2011 gehörte.
RMC Groot Klimmendaal, Arnheim
Koen van Velsen, Hilversum
Fertigstellung: 01/2010
BGF: 14.000 Quadratmeter







