KSP Jürgen Engel Architekten GmbH - s.Oliver Verwaltungsgebäude - Rottendorf


Prägend sind die horizontal verlaufenden Fensterbänder und Elemente © Jean Luc Valentin

Über dem zentralen Eingang sitzt ein verglaster schwarz gerahmter Kubus © Jean Luc Valentin

Im zweiten Gebäudeeinschnitt entstand ein geschützter Pausenhof © Jean Luc Valentin

Mittelpunkt des Gebäudes ist die spektakuläre ovale Treppe mit offenen Galerien © Jean Luc Valentin

Rot – die Firmenfarbe des Mode- und Lifestyle-Unternehmens s.Oliver © Jean Luc Valentin
Angefangen hat alles 1969 mit der Eröffnung des 25 m² kleinen Einzelhandelsgeschäftes „Sir Oliver“ in Würzburg. Mit der Eröffnung und Einweihung des neuen Headquarter von s.Oliver in Rottendorf hatte eines der größten Fashion- und Lifestyle-Unternehmen Europas umsatzmäßig die Milliardengrenze geknackt. Hervorgegangen war die Planung von Jürgen Engel Architekten aus dem 1. Preis im Wettbewerb 2006. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Headquarter wurde das Firmengelände 2009 um ein dreigeschossiges Kasino für die rund 1 400 Mitarbeiter am Standort Rottendorf erweitert, geplant vom ortsansässigen Architekturbüro Menig & Partner.
Hochwertige Oberflächen
Das pure und funktional optimierte Gebäude dient mit seiner zurückhaltenden Formensprache als Projektionsfläche der Modewelt von s.Oliver. Prägend in der Fassade des fünfgeschossigen Baus sind die horizontal verlaufenden Fensterbänder und Elemente aus eloxiertem Aluminium. Die Materialien spiegeln den Anspruch von s.Oliver an hochwertige Oberflächen wider und fassen gleichzeitig die einzelnen Gebäudeteile zu einer einheitlichen Form zusammen. Über dem zentralen Eingang sitzt ein eingeschossiger verglaster und schwarz gerahmter Kubus, in dem sich ein langgestreckter Besprechungsraum mit knallrotem Teppichbelag, der Firmenfarbe von s.Oliver, befindet. Das Erdgeschoss fungiert wie eine Shopping-Meile, deren Schaufenster die Innenwelt des Unternehmens nach außen inszeniert.
Licht, Luft und Raum
Licht, Luft und Raum für Kreativität sollte die neue Architektur für rund 350 Mitarbeiter bieten. Zwei eingeschnittene Höfe gliedern den Baukörper, die auch die Innenräume strukturieren und sie mit Tageslicht versorgen. Der erste Gebäudeeinschnitt empfängt den Besucher am Haupteingang mit einem offenen und großzügigen Foyer, das zusätzlich von oben durch drei zylindrische Lichtkuppeln Tageslicht erhält. Der zweite Hof ist auf die Bestandsgebäude des Firmengeländes ausgerichtet. Hier entstand auch ein Garten als geschützter Pausenhof für die Mitarbeiter. Mittelpunkt des Gebäudes ist eine spektakuläre ovale Treppe mit offenen Galerien. Sie windet sich ganz in Weiß über die Geschosse nach oben. Auf den Galerien sind kommunikative Bereiche mit Lounges und variabel nutzbaren Zonen auf allen Ebenen verteilt. Offen für zukünftige anderweitige Bürovarianten sind momentan alle Arbeitsbereiche als Großraumbüros eingerichtet.
Energieeffizient und multimedial
Im neuen Headquarter gibt es weder klassische Heizungen noch Klimaanlagen. Über Erdwärmesonden wird im Winter die Wärme aus dem Erdreich ins Innere des Gebäudes geholt, im Sommer angenehme Kühle durch Wasser von 15 Grad. Wärmepumpen dienen der Nacherhitzung der geothermischen Wärme. Eine Betonkernaktivierung verteilt Wärme und Kühlung und die Räume werden kontrolliert mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit Frischluft versorgt. Großformatige Videoscreens und ein elektronisches Begrüßungs-, Informations- und Gebäudeleitsystem mit interaktiven Elementen erleichtern die Orientierung im Gebäude – und ersetzen womöglich die adrette Empfangsdame.
s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG
KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main
Fertigstellung 2008
BGF 13 800 m²







