L.A.V.A., AIG GmbH Planen und Beraten - ECL-Kubus - Leipzig


Der ECL-Kubus bei Nacht. © lava/AIG

Der Pavillon der EnergieCIty Leipzig am Leipziger Hauptbahnhof. © lava/AIG

Im Innenraum verteilen sich Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen auf drei Ebenen. © lava/AIG

Die Einbauten sind als Skulpturen im Kubus konzipiert. © lava/AIG

Konstruktion und technische Ausstattung sind auf dem allerneuesten Stand. © lava/AIG
Wer heutzutage baut oder plant, kommt am Thema Nachhaltigkeit nicht vorbei. Passivhaus, Nullenergie, Plusenergie sind in aller Munde und selbst die extravagantesten Bauwerke sind immer in irgendeiner Weise „nachhaltig“. Nachhaltigkeit ist DAS Must-Have der zeitgenössischen Architektur.
Aber: „Was genau bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit?“ Für alle, die sich das schon häufiger gefragt haben, bietet die EnergieCity Leipzig GmbH mit ihrem innovativen Ausstellungs- und Erlebnispavillon ECL Kubus die Möglichkeit, Interessantes und Neues zum Thema zu erfahren und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Ausstellungsort und Exponat zugleich
Der Pavillon wurde vom geschäftsführenden Architekten Peter Ignaz Kirsten in Zusammenarbeit mit seinem Architektur- und Ingenieurbüro AIG GmbH Beraten und Planen sowie mit dem Architekturbüro L.A.V.A entwickelt und stellt in seiner Ausführung gleich in mehrerlei Hinsicht eine Besonderheit dar.
Wahrscheinlich ist er auch der erste Ausstellungsort, welcher sich ausschließlich mit dem Thema der Nachhaltigkeit beschäftigt und gleichzeitig dank seiner Ausstattung und Konstruktion selbst das interessanteste Exponat darstellt.
Schon in naher Zukunft soll der ECL Kubus auf dem Vorplatz des Leipziger Hauptbahnhofes Interessierten das Thema Nachhaltigkeit näher bringen. Konzipiert ist er auch als Leuchtturmprojekt der EnergieCity Leipzig, die es sich zum Ziel gesetzt hat, in der Baubranche Qualitätsverbesserungen nach energetischen Gesichtspunkten zu erreichen. Gleichzeitig soll er ein Modellprojekt für die SAENA (sächsische Energieagentur) darstellen.
Innovationen an allen acht Ecken
In dem zweigeschossigen Kubus verteilen sich über drei Ebenen unterschiedliche Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen, die mit neuester Technik und innovativen Medien aufwarten. Insgesamt soll aber der Charakter des Kubus erhalten bleiben und deshalb sind die Einbauten eher als skulpturale Elemente zu verstehen. Auf futuristisch anmutenden Infotischen mit Touchscreen kann man sich beispielsweise auf eigene Faust informieren oder im circa 30 Personen fassenden Auditorium Vorträge und Veranstaltungen zum Thema besuchen.
Die Grundkonstruktion besteht aus Stahlstützen und –trägern. Die Ost- und Westfassaden, sowie das Dach wurden mit speziellen Hybridsteinen ausgeführt, über die im späteren Verlauf des Artikels noch berichtet werden soll. Die Fassade ist im wahrsten Sinne des Wortes grün. Verglasung und integrierte Photovoltaikelemente sind auf dem neuesten Stand und werden von grün gefärbten Mineralfaserplatten bedeckt.
Die Mischung aus innovativer Fassade, Energiegewinnung aus Photovoltaikanlagen und modernster Anlagentechnik macht aus dem Projekt den weltweit ersten Plus-Energie-Pavillon. Alle eingesetzten Systeme und Anlagen sollen für jedermann sichtbar sein und können zu Vorführungszwecken ein- und ausgeschaltet werden. Der Besucher kann hier also unmittelbar erfahren und begreifen, was die einzelnen Elemente bewirken und wie sie zusammenarbeiten. Der Begriff Nachhaltigkeit erhält hier also eine ganz konkrete Form anstatt ein leerer Begriff zu bleiben.
Hybridsteine mit Hochleistungsbeton machen es möglich
Integraler Bestandteil der Konstruktion ist ein spezieller Hochleistungsbeton (Ultra-Hochfester Beton – UHPC). Der Beton wurde bereits in den 70er Jahren in Frankreich als Spezialbeton für den Brandschutz entwickelt. Zunächst wurde er vor allem im Brückenbau eingesetzt, stellte aber trotzdem weiterhin ein Nischenprodukt dar.
30 Jahre später erlebte der Beton eine Renaissance in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universitäten Kassel, Dresden, Darmstadt, Leipzig und Aachen. Ziel war eine Weiterentwicklung des Werkstoffes und die Erschließung neuer Einsatzgebiete. Der Hochleistungsbeton zeichnet sich über deutlich verbesserte Materialeigenschaften als herkömmlicher Beton aus, ist beispielsweise hochbeständig gegen Umwelteinflüsse und erhöht druck- und zugfest. Auf diese Weise kann er ressourcenschonend und energiesparend eingesetzt werden.
Um aus dem Forschungsprojekt ein anwendbares Produkt zu machen, entwickelte der Architekt Peter Ignaz Kirsten an der Universität Kassel einen Hybridstein und meldete Ihn zum Patent an. Dieser vereint Trag- und Dämmfunktion sowie die Integration von Installationen in einem Bauteil. Als Hohlkasten ausgebildet sind die Hybridsteine selbsttragend und bieten zusätzlichen Raum beispielsweise für Dämmung oder Installationen. Zusätzlich können die Hybridsteine als Speichermedium beispielsweise für eine Bauteilaktivierung genutzt werden. Im Energie-Kubus wurden diese Hybridsteine weltweit erstmalig verbaut und so soll der Weg für einen breiteren Einsatz des Hochleistungsbetons geebnet werden.
Am 16. 12. 2011 wird der Beton erstmalig im Rahmen eines Festaktes der EnergieCity Leipzig vorgestellt und man darf gespannt sein, welchen Einfluss der Ultra-Hochfeste Beton auf das Bauen der Zukunft haben wird.
EnergieCity Leipzig GmbH
L.A.V.A - Laboratory for Visionary Architecture







