LIAG Architects - NBHW Fire Station - Alkmaar


Blick von Norden auf die Feuerwache © Bernard Faber

Fassade zur Kanalseite mit schräger Zufahrtsrampe © Wim Daneels

Die Feuerwache bei Nacht: interessanter Lichteffekt durch die Zufahrtsrampe © Bernard Faber

Nordseite des Gebäudes zwischen Kanal und Straße © Bernard Faber

Aufenthaltsraum für Feuerwehrleute mit freiem Blick auf die Garage © Bernard Faber

Fahrzeughalle der Feuerwehr; Stahlfachwerke halten die Decke © Bernard Faber

Lage der Feuerwache © Bernard Faber

Querschnitt durch das Gebäude © Bernard Faber
Monolithischer Bau mit Höhenakzent
Die NBHW Fire Station liegt am Rand des Innenstadtbereichs von Alkmaar, einer niederländische Stadt nahe Amsterdam. Auf einer Parzelle zwischen dem Nord-Holland-Kanal und dem Helderseweg gelegen, reckt sich das schräg ansteigende Gebäude seit 2010 in den Himmel. Durch den Höhenakzent des monolithisch anmutenden Gebäudes in Richtung Norden schufen LIAG Architects ein markantes Erkennungszeichen im Stadtbild. Da der Helderseweg eine wichtige Zufahrtsstraße zur Innenstadt ist, markiert die Fire Station wie ein Portal den Eingang zur Stadt.
Rechteckige Formen und schräge Linien
Das Gebäude schließt an der Südseite direkt an das benachbarte Verwaltungsgebäude an. Von dort aus steigt es nach Norden hin schräg an und erreicht an seinem höchsten Punkt 20 Meter. Auch von oben betrachtet, sind die Gebäudelinien nicht im Lot. Der gesamte Baukörper verengt sich nach Norden hin.
Die Fassade des Gebäudes wurde mit Metallplatten in drei verschiedenen Farben gestaltet. Man kombinierte zwei verschiedene Grautöne und helles Blau auf hochkant angebrachten Rechtecken und erzielte so ein freundliches und wirkungsvolles Erscheinungsbild.
Im Kontrast zur horizontal ausgerichteten Fassadengestaltung verläuft auf der Kanalseite ein schräges Band mit einem 14-prozentigen Gefälle quer durch das Gebäude. Diese Unterbrechung der Fassade markiert die Zufahrtsrampe zum Parkdeck, das sich auf dem Dach der Feuerwache befindet. Auch an der zur Straße hin gelegenen Seite wird die Fassade durch eine Diagonale unterbrochen, es ist die Treppe zum Parkdeck. Die hier entstandenen Überhänge und Auskragungen werden von einer Hauptkonstruktion aus Stahl mit formstabilen Betonfertigbaukernen getragen.
Multifunktionale Sicherheit
Die NBHW Feuerwache vereint viele Funktionen. Zum einen beherbergt sie die Räume für die Einsatzkräfte und die Ausrüstung und Gerätschaften. Daneben erfüllt sie auch eine soziale Funktion. Die Abkürzung „NBHW“ steht für „National Board of Health and Welfare“. Darin deutet sich schon der weitere Verwendungszweck des Gebäudes an: Hier sind auch eine Tagesstätte für Drogenabhängige und eine Drogenberatungsstelle untergebracht. Dieser Funktionenmix machte bei der Planung des Gebäudes notwendig, die Sicherheit zu bedenken. Bei dem Raumprogramm durften die untergebrachten Funktionen keine Schnittstellen erfahren, damit die Einsatzkräfte im Ernstfall frei agieren können. Es durften keine unsicheren Flächen, Nischen oder Ecken entstehen.
Vorbildliches Energiekonzept
Wie schon erwähnt, übernimmt die Feuerwache von Alkmaar neben der sozialen Funktion auch noch eine stadtgestalterische Aufgabe, und zwar als Portal zur Stadt. Und auch ein symbolischer Wert kommt dem Gebäude zu: Es hat eine Vorbild- und Vorreiterfunktion in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Die Stadt Alkmaar hat sich beim Neubau von Gebäuden selbst besonders ambitionerte Nachhaltigkeitsrichtlinien auferlegt. Alle kommunalen Gebäude sollen eine um 20% bessere Energiebilanz erbringen, als gesetzlich vorgeschrieben.
Um die NBHW Feuerwache besonders nachhaltig zu gestalten, wurde darauf geachtet, dass verwendete Materialien in der Herstellung wenig Abfall produzieren und gut zu recyceln sind. Zudem arbeitete man bei der Auswahl der Bauelemente nach dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip. Das bedeutet, dass die Bauteile aufgrund ihrer Abmessungen und Ausgestaltung auch in anderen Gebäuden wiederverwendet werden könnten. Natürlich wurden auch Materialien mit extra hohen Dämmeigenschaften verbaut. Das Raumklima der Feuerwache wird je nach Nutzung automatisch gesteuert.
Ein innovatives Parkdeck dient als Solarkollektor. Das von der Sonne erwärmte Wasser wird mittels unter der Oberfläche des Parkdecks verlegten Wasserrohren nach unten geleitet und kann von dort aus genutzt werden, um die Feuerwache mit seinen 8,500 Quadratmetern Gesamtfläche (BGF) sowie das angrenzende Verwaltungsgebäude mit 12,500 Quadratmetern Gesamtfläche zu heizen. Im Sommer wird das Prinzip umgekehrt und das aus dem Boden stammende Wasser wird zur Kühlung des Gebäudes genutzt.
Durch diese Maßnahmen kann das gesamte Gebäude durch den eigenen Wärmespeicher mit Wärmeenergie versorgt werden, was ihm auch eine lobende Erwähnung des European Architecture Award 2011 einbrachte. Die Feuerwache wurde mit ihrem durchdachten Energiekonzept zu einem nachahmenswerten Vorbild für künftige Projekte.
LIAG Architects
2012 fertiggestellt
8,500 m² BGF







