Mark Braun - Spreedreieck - Berlin


© Elisabeth R. Meier 

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Direkt neben dem Bahnhof Friedrichstraße ragt seit 2009 das nach Plänen von Mark Braun realisierte Bürogebäude „Spreedreieck“ in den Berliner Himmel. Der 42 Meter hohe Neubau setzt sich zusammen aus zwei versetzt stehenden, jeweils zehngeschossigen Hochhaustürmen, die durch einen gemeinsamen Erschließungskern miteinander verbunden sind und die zusammen rund 30.000 Quadratmeter Bürofläche bereitstellen. Wichtigster Mieter des Objekts ist das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young.
Prominenter Standort
Der Standort zwischen Reichstagsufer, Tränenpalast und Bahnhof Friedrichstraße hat eine lange Geschichte: Nach dem Abriss der einst auf dem Grundstück ansässigen Militärakademie im Jahr 1914 hatte hier Anfang der 1920er-Jahre Mies van der Rohe seinen legendären gläsernen Hochhausturm geplant, der schnell zur Ikone und zur Projektionsfläche moderner Architektur wurde. Leider ließen sich die Planungen aufgrund der damaligen Wirtschaftskrise nicht umsetzen. Und auch danach blieb das Grundstück aus verschiedensten Gründen unbebaut. Bis dort vor drei Jahren das Spreedreieck des inzwischen verstorbenen Architekten Mark Braun fertiggestellt wurde.
Ungenutzte Chance
So weit so gut, könnte man meinen. Doch leider wurde bei dem Projekt die Chance vertan, an dem prominenten Standort etwas wirklich Außergewöhnliches entstehen zu lassen. Denn war zu Beginn der Planungen noch vorgesehen, hier mitten im Zentrum von Berlin ein rund 200 Meter hohes neues Wahrzeichen für die Hauptstadt aufsteigen zu lassen, das die sonst gültigen Bebauungsvorschriften kühn gesprengt hätte, so ist nach endlosen politischen und juristischen Auseinandersetzungen ein müder Kompromiss herausgekommen, mit dem letztlich niemand richtig glücklich ist. Denn um die vorgesehene Bürofläche unterzubringen und andererseits die sonst in Berlin allgegenwärtige Traufhöhe von 22 Metern nicht komplett aus dem Blick zu verlieren, ist statt einer schlanken Hochhaus-Silhouette ein gedrungener und seltsam proportionierter Zwitter aus Block und Hochhaus entstanden; zu hoch, um sich unauffällig in die übrige Bebauung einzufügen, zu niedrig, um wirklich aufzufallen und Zeichen zu setzen.
Wenig sportlich wirkt auch die Gestaltung und Detaillierung der Fassade, die mit ihren dunklen und eng liegenden Lisenen statt transparenter Leichtigkeit eher bleierne Schwere vermittelt. Aus bestimmten Blickwinkeln wirkt die Außenhülle regelrecht geschlossen und damit ungewollt wie eine architektonische Gegenthese zu der luftigen Utopie von Mies van der Rohe. Schade, mit etwas mehr Mut wäre hier deutlich mehr möglich gewesen.
Müller-Spreer & Co. Spreedreieck KG
Mark Braun, Berlin
Fertigstellung: 2009
BGF: 29.100 Quadratmeter





Wolfgang Moderegger
Aber es passt doch nach Berlin. Die Architektur dort ist so. Hans Kollhoff und Co. lassen grüßen. Der einzige Vorwurf den man machen kann: Blech statt Stein!
vor 1 Jahr 1 Woche 3 TagenRobert Uhde
...so gesehen passt der Bau ja schon wieder ins Bild ;-)
vor 1 Jahr 1 Woche 3 Tagen