Markus Scherer - Kellerei Nals-Margreid - Nals


Lage der Kellerei © Markus Scherer

Die Kellerei Nals-Margreid © Markus Scherer

Der Eingang in den Barriquekeller © Markus Scherer

Die Terrasse © Markus Scherer

Der Innenhof © Markus Scherer

Der Einbick in den Kelterturm © Markus Scherer

Übergang Bestand und Neubau © Markus Scherer

Die Brücke © Markus Scherer

Die "Weinkiste" © Markus Scherer

Bild aus dem Friedhof © Markus Scherer

Der Blick aus der Luft © Markus Scherer
Die Kellerei Nals-Margreid liegt nordwestlich von Bozen im Weinland Südtirol. Im gleichnamigen Dorf Nals wird Handarbeit in der Weinproduktion noch groß geschrieben. Mit großem Respekt vor der Natur pflegen hier 140 Weinbauern in der Kellereigenossenschaft Nals-Margreid ihre Felder auf 200 bis 900 Höhenmetern. Wegen der unterschiedlichen Ausrichtung der Hänge und der guten Bodenbeschaffenheit ergeben sich hier für verschiedene Rebsorten ideale Standorte. Auf insgesamt 150 Hektar kann dadurch hochqualitativer Wein produziert werden.
1985 entstand die Genossenschaft durch die Verbindung der beiden alten Kellereien Nals und Margreid. Die Idee zu diesem Zusammenschluss entwickelte sich aus dem Wunsch heraus, die schönsten Weingüter entlang der Weinstraße räumlich miteinander zu verbinden. 2011 wurde dieser Zusammenschluss durch ein neues Kopfgebäude der Kellerei Nals-Margreid von den Architekten Markus Scherer gekrönt. Bauherr der neuen Kellerei ist die Kellereigenossenschaft Nals-Margreid. Mit 800 Gästen wurde die Eröffnung des 5043 m2 großen Gebäudes gefeiert.
Das Geheimnis liegt unter der Erde
Die ursprüngliche Kellerei besteht aus zufällig aneinandergereihten Gebäuden. Sie unterscheiden sich in Form, Farbe, Höhe und Stil. Die Aufgabe des neuen Kopfgebäudes war es, dieses „Durcheinander“ aufzufangen, um ein einheitliches Bild nach Außen zu kommunizieren.
Das neue Gebäude grenzt direkt an den Bestand an, allerdings ohne ihn zu berühren. Es schließt die kleine Lücke im Städtebau zwischen der Kellerei, der Straße und den Weinfeldern. Im Norden säumt die Straße der Neubau, im Osten befindet sich ein kleines Weinanbaufeld und von Süden und Westen wird der Anbau von den alten Kellereigebäuden umschlossen. Aus der Luft sieht man das neue Kopfgebäude als einen grünen Fleck, es ist das große, begrünte Dach.
Trotz seiner architektonischen Besonderheit, fällt das neue Gebäude im historischen Stadtbild von Nals nicht aus dem Rahmen. Von allen Seiten betrachtet, gliedert sich das Bauwerk in seine Umgebung ein. Sei es vom Weinberg aus, von der Straße oder vom benachbarten Friedhof, das Bild ist immer ein Harmonisches. Die Farben und die Materialien kommen aus der Umgebung. Glas, Stein, braunroter Beton und Holz lassen das Gebäude schlicht, edel und modern wirken.
Eine Weinkiste als begehbarer Raum
Das Wichtigste einer Kellerei sind die wohltemperierten Räume zur Lagerung und Reifung des Weines. Die Kellerei Nals-Margreid stellt das durch einen 3-stöckigen, unterirdischen Aufbau sicher. Lediglich ein bzw. zwei Stockwerke treten aus dem Boden heraus.
Oberirdisch gibt es hauptsächlich Raum für die Anlieferung, den Kelterturm und den Barriquekeller, letztere als Extravolumen im Hof. Unterirdisch sind die neuen und alten Keller verbunden. Durch diese Erweiterung der alten Kellerei wurden die Kapazitäten für die Produktion erhöht, aber auch ein attraktiver Raum für Kunden geschaffen.
Vom Innenhof aus erhält man durch eine Glasfassade Einblicke in den Kelterturm, hier beginnt der Prozesses der Weinherstellung. Ein weiteres architektonisches Highlight im Innenhof ist der Barriqukeller, in dem der Reifeprozess des Weines geschieht. Wie eine begehbare Weinkiste liegt das Extravolumen aus Eichenholz im bedachten Innenhof.
Ein scheinbar frei schwebendes Dach aus Stein
Die Meisterleistung der neuen Kellerei Nals-Margreid ist zweifelsohne der Blick zur Decke des überdachten Innenhofs. Mit einer enormen Tragweite fängt ein Dach aus Porphyr den Raum ein. Die Naturbelassenheit und die scheinbar chaotische Auslegung des Steines zu einer Fläche, bringen die Geborgenheit einer Höhle mit sich.
Die Dachfläche hat trotz ihrer Größe nichts Bedrückendes, das liegt daran, dass es nur einen abstützenden, schwarzen Steinpflock gibt und eine Öffnung für die Lichteinstrahlung. Die Faltung des Daches folgt den statischen Kräftelinien und formt eine in sich versteifte Fläche aus.
Ein weiteres Element aus schwarzem Stein ist die Brücke, die den Kelterturm mit dem Dach des Barriquekellers verbindet. Hier ist man dem Steindach ein ganzes Stück näher und man kann diese Terrasse als geschützten Empfangs- und Aufenthaltsort nutzen.
Alles aus einem Guss
Am neuen Hauptgebäude der Kellerei Nals-Margreid wechseln sich rotbraun gefärbter Beton und speziell angeordnete Glaselemente ab. Zusammen mit dem hellen Stein und dem Holzvolumen entsteht ein schönes, zurückhaltendes und doch beeindruckendes Ensemble. Die Naturbelassenheit einzelner Elemente spricht für den Ort und ist eine gelungene Erweiterung der Stadtstruktur.
Geolocation is 46.543761, 11.207699
Kellereigenossenschaft Nals-Margreid
Markus Scherer
Baujahr: 2011
5043 m2







