Marlies Rohmer - Smarties, Uithof - Utrecht


Die farbige Außenhülle besteht aus 4.500 Aluminiumpaneelen. © Akzo Nobel 

In Richtung Süden ragt der Neubau weit in den Straßenraum hervor. © Akzo Nobel 

Die gleiche Größe der Paneele mit den Fenstern schafft einen harmonischen Farbteppich. © Akzo Nobel

Die Hülle spiegelt das Zusammenleben der Bewohner aus unterschiedlichsten Nationen. © Akzo Nobel
Der nach einem Masterplan von Rem Koolhaas sukzessive nachverdichtete Utrechter Universitätscampus „De Uithof“ ist bekannt für seine ungewöhnliche und experimentelle Architektur. Im Laufe der Jahre sind hier zahlreiche herausragende Projekte entstanden – unter anderem von Neutelings Riedijk, Ben van Berkel, Wiel Arets, Zeinstra van der Pol, Mecanoo sowie von Koolhaas selbst. Zuletzt wurde auf dem Campus das 15-geschossige Studentenwohnheim „Casa Confetti“ der Amsterdamer Architektin Marlies Rohmer fertiggestellt. Der mit seiner leuchtend-bunten Fassade rund 50 Meter hoch aufsteigende Neubau stellt auf einer Nutzfläche von 19.000 Quadratmetern 378 Wohnungen sowie zusätzliche Gemeinschaftsfunktionen bereit.
Gigantische Sphinx
Nach Süden hin ruht der Neubau auf vier leuchtend grünen, in Längsrichtung des Gebäudes parallel nebeneinander liegenden „Stahlbetonfüßen“ mit einer Höhe von jeweils 14 Metern. Aufliegend auf dieser massiven Tragwerkskonstruktion ragt der Neubau rund acht Meter weit in den Straßenraum hervor, um so eine markante Eingangssituation zu schaffen. Direkt darüber trifft der Blick auf die schillernde Außenhülle des Gebäudes mit ihren 4.500 pixelhaft aneinander gefügten Aluminiumpaneelen in den Farben grün, rot, orange, schwarz, weiß und grau, die augenzwinkernd das farbenfrohe Zusammenleben der Bewohner aus unterschiedlichsten Nationen nach außen tragen. Da die einzelnen Elemente jeweils die gleiche Größe wie die insgesamt 1.500 Fensterrahmen haben, addieren sich die Elemente zu einem vibrierenden Farbteppich, in dem die einzelnen Fensterrahmen optisch beinahe verschwinden.
Flexibles Innenleben
Hinter der bunten Fassade stehen den Bewohnern je nach Geldbeutel drei unterschiedliche Wohnungstypen bereit, die sämtlich über identisch ausgebildete Flure in unterschiedlichen Farben erschlossen werden. Räumlicher Höhepunkt ist dabei der oberhalb des 15. Geschosses gelegene Dachgarten mit seiner weiten Aussicht auf den umliegenden Campus und die Gebäude im Zentrum von Utrecht. Großen Wert hat Marlies Rohmer außerdem auf eine hohe Flexibilität des Gebäudes gelegt. Die aus dem niederländischen Wohnungsbau entlehnte Technik der „Tunnelkisten“ mit gleichzeitig gegossenen Wänden und Decken ermöglicht dabei eine seriellen Aufbau, der sich im Prinzip endlos fortsetzen lässt. Schließlich lassen die stark steigenden Studentenzahlen der Uni schon jetzt erwarten, dass die neu geschaffenen Wohnungen bei weiter ansteigenden Studentenzahlen schon in wenigen Jahren nicht mehr ausreichen werden.
SSH Utrecht, Utrecht
Marlies Rohmer, Amsterdam
Fertigstellung: 2009
BGF: 18.600 m2







