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Alter Senf in neuem Outfit

MVRDV - Callcenter - Dijon

  • Gegenüberstellung von Alt und Neu. © MVRDV Gegenüberstellung von Alt und Neu. © MVRDV Gegenüberstellung von Alt und Neu. © MVRDV Gegenüberstellung von Alt und Neu. © MVRDV
  • Auf lässigen Sitzkissen sollen sich die Mitarbeiter wie zuhause fühlen. © MVRDVAuf lässigen Sitzkissen sollen sich die Mitarbeiter wie zuhause fühlen. © MVRDVAuf lässigen Sitzkissen sollen sich die Mitarbeiter wie zuhause fühlen. © MVRDVAuf lässigen Sitzkissen sollen sich die Mitarbeiter wie zuhause fühlen. © MVRDV
  • Das innovative Bürokonzept ermöglicht unterschiedlichste Arbeitsformen. © MVRDV Das innovative Bürokonzept ermöglicht unterschiedlichste Arbeitsformen. © MVRDV Das innovative Bürokonzept ermöglicht unterschiedlichste Arbeitsformen. © MVRDV Das innovative Bürokonzept ermöglicht unterschiedlichste Arbeitsformen. © MVRDV
  • Eingangsbereich des neuen Callcenters im alten und neuen Zustand. © MVRDVEingangsbereich des neuen Callcenters im alten und neuen Zustand. © MVRDVEingangsbereich des neuen Callcenters im alten und neuen Zustand. © MVRDVEingangsbereich des neuen Callcenters im alten und neuen Zustand. © MVRDV
  • Die Innenraumgestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse der überwiegend jungen Mitarbeiter. © MVRDVDie Innenraumgestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse der überwiegend jungen Mitarbeiter. © MVRDVDie Innenraumgestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse der überwiegend jungen Mitarbeiter. © MVRDVDie Innenraumgestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse der überwiegend jungen Mitarbeiter. © MVRDV
Im ostfranzösischen Dijon wandelt das niederländische Architekturbüro MVRDV ein ehemaliges Senflabor zu einem modernen Callcenter um.

Wenn von Umnutzung die Rede ist, dann erwarten wir einen intensiven Dialog zwischen Alt und Neu. Dann denken wir an spannende Kontraste zwischen modernen Nutzungen und historischen Industriegebäuden.

Fast noch neu, aber schon ungenutzt

Die Umwandlung eines ehemaligen Senflabors zu einem Callcenter im französischen Dijon kommt demgegenüber aber ziemlich profan daher. Hier steht keine alte, denkmalgeschützte Bausubstanz. Vielmehr handelt es sich in diesem Fall um ein 2004 errichtetes, und seit 2009 leer stehenden Senflabor ohne jegliche architektonische Ausstrahlung.

Trotz seines relativ guten Zustandes war das Gebäude durch seine Größe und räumliche Aufteilung für eine anderweitige Nutzung ungeeignet. Nun griff aber das Telekommunikations-Unternehmen Teletech zu und rüstet den am Ufer des Flusses Ouche gelegenen Funktionsbau mit rund 6.000 Quadratmetern Nutzfläche zu einem Callcenter um. Anstelle des traditionellen Dijon-Senf gibt es hier bald die Dienstleistung für verärgerte oder Rat suchende Telefonkunden. Neben dem Callcenter wird es auch ein Ausbildungs- und Gründerzentrum geben.

Die ausbalancierte Lösung für modernes Arbeiten

Mit der Planung des Projekts wurde vor wenigen Wochen das Rotterdamer Büro MVRDV beauftragt. Die Möglichkeiten durch den Bestand und das niedrige Budgets, das keine größeren Eingriffe ermöglichte, motivierte die Architekten, eine ausbalancierte Zwischenlösung zwischen einer tiefgreifenden Umnutzung und einer intelligenten Anpassung und Neuinterpretation des Bestandes zu entwickeln. Außen soll das Objekt eine ornamenthafte Struktur erhalten. Ein auf der Fassade aufgedruckter Barcode wird dem Gebäude eine neue Identität geben, so glauben die Architekten von MVRDV. Im Innenbereich ist eine abwechslungsreiche Arbeitslandschaft mit unterschiedlichen Raumsituationen für die rund 600 überwiegend jungen Mitarbeiter geplant. Darüber hinaus sollen ein großes Fenster, mehrere Oberlichter sowie ein großes Atrium integriert werden, um ausreichend Tageslicht ins Gebäude zu bringen.

Ein Arbeitsplatz wie das Sofa zuhause

Bei der Gestaltung des Innenraums berücksichtigten MVRDV insbesondere die unregelmäßigen Arbeitszeiten der Mitarbeiter des Callcenters. Sie sitzen vor allem in den Stoßzeiten an ihren Arbeitsplätzen, in den Morgen-, Mittags- und den frühen Abendstunden. Als flexible Antwort auf die Erfordernisse wurde ein flexibles Bürokonzept entwickelt, das neben den Büroflächen für die klassische 8-Stunden-Arbeitszeit auch Sitzkissen oder Sofas vorsieht, die von den Mitarbeitern vorübergehend genutzt werden können. Wie im eigenen Wohnzimmer sollen die Mitarbeiter hier mit ihrem Laptop lässig in entspannter Haltung arbeiten können. Ansonsten wechseln offene Bereiche fließend mit Ruhezonen oder abgeschlossenen Arbeitszellen. Von sämtlichen Orten aus sollen sich die Arbeitnehmer ins WLAN einloggen können.

Nach Feierabend werden den Mitarbeitern im Haus Kurse an der Volkshochschule, eine Galerie oder das Ausbildungs- und Gründerzentrum von Teletech angeboten, die alle im Gebäude angesiedelt sein sollen. Alles in allem ein spannendes Konzept, das zeigt, wie sich auch mit einem niedrigen Budget leer stehende und ungenutzte Gebäude zu neuem Leben erwecken lassen. Eine Zukunftsvision, wie das Büro der Zukunft aussehen könnte? Vielleicht sind wir alle schon morgen damit beschäftigt, uns jeden Morgen ein freies Plätzchen für unsere Büroarbeit zu suchen. Fluch oder Segen, wer wollte das schon entscheiden ...?

constructor: 

Teletech international, Dijon

architect: 

MVRDV, Rotterdam

status: 

Fertigstellung: voraussichtlich 2012

size: 

BGF: 6000 m²

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