nps tchoban voss - Kamennnoostrovsky Prospekt - St. Petersburg


Aus einem Fabrikgebäude aus dem Jahre 1965 entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus.

Amphoren und Girlanden bilden mit ruhigeren Gesimsband-Elementen eine stimmige Gesamtkomposition.




Die Schmalseiten aus Naturstein sind nur partiell geöffnet.

Transluzenten Scheiben in warmen Sepia-Farbtönen sind mit Ornamenten aus der Gründerzeit bedruckt

Das Gebäude reflektiert seinen Genius Loci, ohne in plumpes Kopieren zu verfallen.
Das deutsche Architektenteam von nps tchoban voss hat in Russland bereits eine ganze Serie von Gebäuden modernisiert, darunter sind auch einige, die ihre besten Tage schon lange hinter sich hatten. nps tchoban voss revitalisierte diese Gebäude nicht nur in technischer Hinsicht, sondern hauchte ihnen auch optisch neues Leben ein. Die Projekte befinden sich in verschiedenen Regionen Russlands, und immer machten die Architekten es sich zur Aufgabe, die unterschiedlichen Charakteristika herauszufiltern und zu bearbeiten.
Eines dieser modernisierten Gebäude befindet sich auf dem Kamennnoostrovsky Prospekt in St. Petersburg. Der Prospekt ist eine der Hauptverkehrsstraßen im Bezirk Petrogradsy. Er zieht sich von der Troizki-Brücke bis zum Troizki-Platz.
Inmitten eines gründerzeitlichen Industrie- und Gewerbeensembles stand eine vierstöckige, entkernte Stahlkonstruktion. Diese Fragmente eines Fabrikgebäudes aus dem Jahre 1965 haben nun nps tchoban voss in ein Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Dazu wurde das bestehende Grundgerüst mit zeitgemäßen Technologien und Materialien neu belebt.
Ornament neu interpretiert
Die Längsseite des Gebäudes besteht aus einer verglasten Lochfassade. Die transluzenten Scheiben in warmen Sepiatönen wurden bedruckt mit Ornamenten und Reliefmotiven aus der Gründerzeit, beispielsweise mit Amorphen, Säulen und Gesimsbändern. So entstand eine Art der optischen Illusion, die klassizistische Elemente in die Fenster einzuschließen scheint.
Im Kontrast zur Längsseite sind die beiden schmalen Seiten des Gebäudes durch eine Natursteinfassade sehr geschlossen gehalten. Nur partiell sind Öffnungen eingefügt. Der Naturstein zieht sich einer Hülle gleich über die gesamte Gebäudefront hinauf und setzt sich über die Dachfläche fort. So bildet der Naturstein einen Rahmen für die Hauptfassade aus Glas.
Ein gläserner Baukörper schafft die Verbindung zu einem angrenzenden Bau aus der Gründerzeit. Hier befinden sich vier Aufzüge, von denen aus man einen außergewöhnlichen Blick auf das Panorama der Stadt hat.
Altes in neuem Gewand
Der Entwurf von nps tchoban voss greift historische, gestalterische Prinzipien der Umgebung auf, versteckt trotzdem nicht die Modernität. Das Gebäude erweist der vergangenen Baukultur seinen Respekt, ohne seine eigene Zeit zu verleugnen. Und es spiegelt die zeitgemäßen Materialien und Konstruktionsweisen der Umgebung wieder, ohne diese jedoch einfach nur zu kopieren. Kurz gesagt: Der Bau passt sich harmonisch in seinen räumlichen Kontext ein, bewahrt dabei aber auch seine eigene architektonische Sprache.
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Bauherr: Igor Wodopjanow
nps tchoban voss
Fertigstellung: 2006




