OMA - Neuer Campus für das Chu Hai College - Hong Kong


Die offene Treppenanlage schafft eine kommunikative Plattform mit traumhafter Aussicht. © OMA

Ausblick vom begrünten Dachgarten in die Castle Peak Bay. © OMA 

Im unterirdischen Trakt ist unter anderem eine Sporthalle geplant. © OMA 

Die großflächige Glasfassade ermöglicht eine maximale Transparenz. © OMA
Zwei achtgeschossige Gebäuderiegel mit offenen Fassaden, dazwischen eine riesige Freitreppe mit freier Sicht auf eine Bucht im Südchinesischen Meer – so stellt sich Rem Koolhaas den neuen Campus des Chu Hai College in Hong Kong vor. Nachdem OMA im Januar 2010 gemeinsam mit dem vor Ort ansässigen Büro Leigh & Orange Architects den internationalen Wettbewerb zur Realisierung des Campus gewonnen hatte, haben jetzt die Erdarbeiten für das Projekt begonnen.
Aus allen Nähten
Mit rund 4.000 Studenten gehört das 1947 gegründete Chu Hai College zu den größten und bedeutendsten Privatuniversitäten in Hong Kong. Bislang war das College im Zentrum der Metropole angesiedelt. Aufgrund stetig steigender Studentenzahlen hatte die Leitung jedoch entschieden, den Campus in den Distrikt Tuen Mun am westlichen Stadtrand von Hong Kong umzusiedeln.
Ausgehend von der reizvollen Hanglage des Standorts mit freier Sicht auf das Wasser, den Strand und die Hügel der Castle Peak Bay verteilten Rem Koolhaas und sein Partner David Gianotten 70 Prozent der erforderlichen Räumlichkeiten auf zwei große, parallel gestellte Baukörper. Auf jeweils rund 10.000 Quadratmeter Nutzfläche sollen hier flexible Klassenräume, Studios sowie Büros für die drei Fakultäten Kunst, Wissenschaft/Ingenieurwesen und Wirtschaft zur Verfügung stehen. Die Platzierung und Ausrichtung der beiden Gebäude ermöglicht dabei eine Optimierung der natürliche Belüftung und der Reduzierung der künstlichen Lüftung um 15 bis 30 Prozent.
Multifunktionale Fassade
Ein zentrales Element der beiden langgestreckten Gebäuderiegel sind die beiden einander zugewandten Fassaden aus Glas, vor denen ein Vorhang aus rostfreiem Stahlgewebe als Absturzsicherung für diagonal aufsteigende Rampen und Brücken fungiert. Die ungewöhnliche Fassadenstruktur dient aber nicht nur zur Erschließung und als Mittel zur kommunikativen Transparenz, sondern sie nimmt auch den größten Teil der Tragwerkskonstruktion auf, um so flexibel nutzbare Ebenen zu erhalten. Vor den übrigen Glasfassaden der beiden Baukörper sind perforierte Stahlbleche vorgesehen, die mit großen kreisförmigen Öffnungen ausreichend Tageslichteinfall ermöglichen sollen.
Belebte Freitreppe
Unterirdisch werden beide Baukörper durch einen viergeschossigen Trakt mit Bibliothek, Cafeteria, Sporthalle und Veranstaltungssaal miteinander verbunden. Direkt darüber ist eine offene, in den Hang integrierte Treppenanlage mit kleinen Terrassen geplant. Die Anlage soll nicht nur eine freie Aussicht aufs Wasser, sondern gleichzeitig einen belebten Ort zur Begegnung und Kommunikation bieten. Komplettiert wird soll der voraussichtlich 2013 eröffnete Campus durch die Einbeziehung mehrerer Gebäude, die die britische Armee vor Ort hinterlassen hat. Künftig sollen hier Unterkünfte und eine Mensa eingerichtet werden. Als umgenutztes Erbe der Briten an die einstige Kronkolonie.
Chu Hai College Hong Kong
OMA, Rotterdam; Rem Koolhaas, David Gianotten
Fertigstellung: voraussichtlich 2013
BGF: 16.500 m²




