Roger Bundschuh und Cosima von Bonin - L40 - Berlin


© Elisabeth R. Meier

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Das Berliner Wohn- und Geschäftshaus L40 von Roger Bundschuh und Cosima von Bonin fällt mit seiner skulpturalen Architektur deutlich aus der Reihe. Und es zeigt, was möglich ist, wenn Architektur und Kunst unerwartet zusammentreffen und sich gegenseitig inspirieren. Nicht als „Kunst am Bau“, sondern von Beginn an gleichberechtigt. Der an der Kreuzung Torstraße/Schönhauser Allee auf einem schmal zulaufenden Grundstück realisierte Neubau bietet auf insgesamt sieben Ebenen neun geräumige Eigentumswohnungen mit Größen von 67 bis über 300 Quadratmetern. Im Erdgeschoss stehen zusätzlich drei Gewerbeeinheiten zur Verfügung.
Neuinterpretation des klassischen Blocks
Rein formal erfüllt das L40 die Kriterien einer Blockschließung. Damit sind die Gemeinsamkeiten mit dieser ureigenen Berliner Bauaufgabe aber auch schon erschöpft. Statt das altbekannte Formenvokabular zu wiederholen, realisierten der Architekt Roger Bundschuh und die Künstlerin Cosima von Bonin einen durch zahlreiche Rücksprünge und bis zu zwanzig Meter weite Auskragungen untergliederten Baukörper mit großen Fensteröffnungen und dunkelgrauen Betonfassaden. Auf den ersten Blick wirken die markant übereinander gestapelten Volumen eher wie eine übergroße Skulptur als wie ein Wohnblock. Weder die Traufhöhe noch die Fassadengliederung entsprechen dabei den städtebaulichen Vorgaben, so dass lange fraglich war, ob überhaupt eine Baugenehmigung erteilt würde. Trotz dieser eher anarchischen Grundhaltung wurde der expressiv gestaltete Neubau jedoch keineswegs unabhängig von seinem städtebaulichen Umfeld geplant. Denn bei näherem Hinsehen ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte in der Umgebung – insbesondere zu den weiter östlich angrenzenden Wohnbauten von Hans Poelzig aus den 1920er-Jahren.
Kontrast zwischen Innen und Außen
Im deutlichen Kontrast zu den dunklen Fassaden steht das helle und lichtdurchflutete Innere des L40, das den neuen Eigentümern völlig unterschiedlich geschnittene, bis zu sieben Meter hohe Räume zur Verfügung stellt. Die zahlreichen fensterlosen Innenwände, die über Oberlichter mit Tageslicht beleuchtet werden, bieten dabei große Flächen zum Anbringen großformatiger Kunstwerke. Zusätzlichen Komfort ermöglichen die luftigen Dachterrassen und die offenen Erschließungsgalerien. Entstanden ist „Ein Haus aus Beton. Dunkel und ernst, aber auch voller Leichtigkeit und Zuversicht. Ein Beitrag zur klassischen Moderne, einladend und abweisend zugleich“, wie Roger Bundschuh und Cosima von Bonin betonen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Immobiliengesellschaft ALBION mbH
Roger Bundschuh und Cosima von Bonin
Fertigstellung: 2010
BGF: 2.500 Quadratmeter





Thomas Herrmann
Was heißt denn Neo-Brut..?
vor 1 Jahr 1 Woche 2 TagenRobert Uhde
...es geht um Brutalismus. Der Neubau hat aber meiner Meinung nach nur entfernt damit zu tun.
vor 1 Jahr 1 Woche 1 Tag