Rueda Pizarro Arquitectos - Escuola Infantil - Alcorcón, Madrid


Fassadenansicht @ Miguel De Guzman

Freiraum @ Miguel De Guzman

Innenansicht Kindergarten @ Miguel De Guzman

Farbauswahl Rot @ Miguel De Guzman

Polykarbonatfassade @ Miguel De Guzman

Polycarbonatfassade @ Miguel De Guzman
Wie die Kinder sich im neuen Kindergarten Escuola Infantil in Alcorcón fühlen, kann man bereits von außen erahnen: wie Alice im Wunderland, die eine Landschaft aus riesigen bunten Bausteine durchquert.
Das gelungene Konzept des Architektenteams Rueda Pizarro, mit Sitz in Madrid, basiert tatsächlich auf Legosteinen. Deren Formen und Farben dienten als Inspirationsquelle für die Geometrie und Farbkombination. Es entstand ein Grundriss mit fünf rechteckigen Räumen, die an den Längsseiten durch Gänge und in der Mitte durch einen Freiraum getrennt wurden.
Farben als Wegweiser
Durch die Farbgestaltung sind die einzelnen Gruppenräume bereits an der Fassade ablesbar. Nicht nur aus ästhetischen Gründen wurden unterschiedliche Fassadenfarben gewählt, sie dienen den Kindern auch als Orientierungshilfe. Die Wahl der Farben basiert auf einer ausführlichen Farbstudie des Architektenteams. Die Farbe Rot zum Beispiel wurde für den Raum der Altersgruppe null bis zwei Jahren verwendet, denn die erste Farbe, die ein Säugling wahrnehmen kann, ist Rot.
Extro- und introvertiert durch Polykarbonat
Die Fassade präsentiert sich extrovertiert durch die nach außen sichtbaren Farben und zeigt sich introvertiert durch das Material. Die transluzente Eigenschaft der Polykarbonatfassade lässt zwar Licht und Schatten draußen sichtbar erscheinen, alles andere bleibt jedoch dem Betrachter verborgen. Somit richtet sich die Raumordnung zwar nach außen, die Räume selbst bleiben isoliert und die Kinder geschützt.
Schwebendes Betondach
Auf den ersten Blick ist das Dach des Gebäudes irritierend. Man hat den Eindruck, als würde ein riesiger Betonkasten über den Räumen schweben. Dieser Eindruck gehört zum Gesamtkonzept der Architekten, die ganz bewusst Gegensätzlichkeiten verwendet haben. Das Dach aus Stahlbeton steht mit seinem tristen, grauen Aussehen im Kontrast zur farbenfrohen Fassade. Dadurch leuchten die Farben noch kräftiger, und für die Kinder symbolisiert das leicht hervorstehende Dach einen Unterschlupf, in dem sie sich beschützt fühlen können.
Was von unten nicht sichtbar ist: Die Dachfläche entpuppt sich als Paradies für Kinder. Eine begrünte Terrassenflächen bietet ihnen viel Platz, um sich auszutoben. Der hohe Dachsockel ist Schutz und gleichzeitig auch Schattenspender. Oberlichter zeichnen auf dem Dach eine bunte Kreislandschaft. Das Sonnenlicht wird durch das perforierte Dach in bunte Strahlen umgewandelt und in die Räume gestreut.
Die Funktionen der Räume sind dem Sonnenverlauf angepasst. Um der heißen Sonne Spaniens zu entgehen, sind die Unterrichtsräume nach Osten hin orientiert. Im Süden befinden sich die Spielräume, Bäume verschatten hier im Sommer die Räume und im Winter spenden sie zusätzlich Wärme. Im Norden wurden die Büros untergebracht. Im Westen erreicht man durch einen Garten den Eingang.
Architektur, die bildet
Die Elemente Kreis und Rechteck, sowie die Farben Rot, Grün und Blau wiederholen sich im Gebäude immer wieder. Diese Geometrie und Farbkombination wurden von den Architekten María José Pizarro und Óscar Rueda eingesetzt, um das Vorstellungs- und Denkvermögen der Kinder von klein auf zu schulen und das Raumanschauungsvermögen und die Vorstellungskraft der Kinder auszubilden. Die Kinder entwickelten damit die Fähigkeit, so glauben die Architekten, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen und diese zu strukturieren und kritisch zu betrachten.
Alcorcón Stadtrat
Rueda Pizarro Arquitectos
realisiert
4.117,33 m2







