Sauerbruch Hutton - ADAC Zentrale - München


Über dem organisch geformten Sockel steigt die 23-geschossige Hochhausscheibe auf. © ADAC

Mosaikartig aneinander gesetzte Fassadenprofile in gelb, weiß, orange, rosa und hellviolett. © ADAC

Der vielschichtige Aufbau ermöglicht eine intelligente Einbettung des Neubaus in die Umgebung. ©ADAC

Komplexes Spiel von Farben und Geometrien. © ADAC
Der an der Hansastraße in unmittelbarer Nähe zum Westpark aufsteigende Neubau setzt sich zusammen aus einem fünfgeschossigen Gebäudering als Sockel und einem rückwärtig aufsteigenden, dreieckigen Büroturm mit insgesamt 23 Geschossen. Hinter der mosaikartig in verschiedenen Gelbtönen gestalteten Außenfassade wird den 2.400 Mitarbeitern des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs eine Bruttogeschossfläche von rund 130.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen.
Gebremste Höhenentwicklung
Zwar besitzt die bayerische Landeshauptstadt mit dem „Uptown Munich“, dem „Hypo-Haus“ und den „Highland Business Towers“ schon drei Hochhäuser jenseits der einhundert-Meter-Marke – doch seit dem Bürgerentscheid von 2004 ist mit dieser Entwicklung vorerst Schluss. Mit 50,8 Prozent Ja-Stimmen hatten die Münchener seinerzeit entschieden, dem weiteren Höhenwachstum ihrer Stadt erst einmal einen Riegel vorzuschieben. Der 92 Meter hoch aufragende Büroturm der neuen ADAC-Zentrale reizt den vorgegebenen Spielraum weitgehend aus und bereichert die Silhouette der Stadt um einen zusätzlichen städtebaulichen Akzent. Die Platzierung des markant gestalteten Hochhausscheibe in Richtung Nordosten schafft dabei eine angemessene Reaktion auf die direkt angrenzende S-Bahn-Trasse und vermeidet gleichzeitig eine Verschattung des eigenen oder benachbarter Gebäude.
Sternförmiger Sockel
In gegenüberliegender Richtung greift der fünfgeschossige Sockel die Höhe der angrenzenden Bebauung entlang der Hansastraße auf. Ein gelungenes Detail ist dabei die Integration des denkmalgeschützten Hauses Hansastraße 27, das organisch von der sternförmigen mäandrierenden Grundrissstruktur des Ringbaus eingebunden wird. Als weitere Besonderheit ist im Zentrum des Gebäude-Ensembles ein teilweise glasüberdeckter Innenhof als zentrales Foyer entstanden. Von hier aus haben die Besucher und Mitarbeiter Zugang zum Hochhaus mit den Büros sowie zum Gebäudesockel, der neben einem Konferenz- und Schulungszentrum und dem Betriebsrestaurant auch die Druckerei des ADAC beherbergt.
CI-gerechtes Logo
Bei der Gestaltung der rund 30.000 Quadratmeter großen Glasfassade entschieden sich Sauerbruch Hutton für eine gelbdominierte Farbpalette mit ergänzenden weißen, orangefarbenen, rosafarbenen und hellvioletten Tönen. Die schillernde Außenhaut schafft nicht nur ein weithin sichtbares visuelles Erlebnis, sondern fungiert auch als CI-gerechtes Logo für den ADAC. Ebenso anspruchsvoll präsentiert sich auch das Energiekonzept des Neubaus, das neben der Nutzung von Geothermie und thermischer Bauteilaktivierung auch eine natürliche Lüftung der Büros durch die doppelschichtige Fassade vorsieht.
An anderer Stelle haben die Verantwortlichen dagegen den Rotstift angesetzt, um die steigenden Kosten für den Bau in Schach zu halten. So wurde zum Beispiel bei der Belüftung gespart und auch die Beleuchtung wurde in einer abgespeckten Version realisiert. Statt der ursprünglich veranlagten 230 Millionen konnten die Baukosten so zumindest auf 320 Millionen Euro begrenzt werden. Es hätte allerdings teurer kommen können.
ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil Club
Sauerbruch Hutton, Berlin
Fertigstellung: März 2012
BGF: 130.000 Quadratmeter




