Schenk + Waiblinger - Büro- und Geschäftshaus Domstraße - Hamburg


Klinker, der mit besonderer Salzglasur einen leicht glänzenden Charakter aufweist. Fotos: Martin Kun

Eigentümlich verkantete und verdrehte Form des Gebäudes. Fotos: Martin Kunze, Hamburg

Die außergewöhnliche Form findet sich auch im Treppenhaus wieder. Fotos: Martin Kunze, Hamburg
Das 12 Geschosse hohe, über einem annähernd dreieckigen Grundriss errichtete Büro- und Geschäftshaus Domstraße der vor Ort ansässigen Architekten Schenk + Waiblinger bietet rund 9.000 Quadratmeter frei vermietbare und flexibel einteilbare Büroflächen in bester Lage. Nach Südosten grenzt das Gebäude an die viel befahrene Domstraße, nach Norden und Westen trifft es auf rückwärtig gelegene Bestandsbauten und umfasst dabei jeweils einen kleinen Vorplatz.
Die seitliche Flucht zurück
Charakteristisches Merkmal des Entwurfs ist die polygonale, dabei eigentümlich verkantete und verdrehte Form des Gebäudes. Die überaus fragil scheinende Komposition lässt sich nur annähernd entschlüsseln und hält selbst nach mehrfacher Umrundung immer wieder überraschende Perspektiven bereit: Mal erscheint die dunkle Klinkerskulptur als breit aufgespannter architektonischer Fächer von überdimensionalen Ausmaßen, mal wirkt es, als seien die verschiedenen Baukörper wie zufällig übereinander gestapelt worden. In einem Moment befürchtet man, das fragile Gebilde würde gleich zur Seite kippen, im anderen ergibt sich eher der Eindruck einer steil aufsteigenden Treppe. Als grundlegendes Prinzip erschließt sich immerhin die Zusammenfassung der untere beiden Geschosse durch eine gemeinsame hochformatige Fensterfront sowie die Bündelung der unteren sechs Geschosse zu einem kompakten Sockelbaukörper. Die weiteren Obergeschosse treten dann stufenweise zurück und erscheinen in Gruppen zu jeweils zwei Geschossen auf dem Sockelbau leicht verdreht, so dass das Gebäude fast unbemerkt der Krümmung der Domstraße folgt.
Die Haupteingänge zum Gebäude liegen zum einen an der Ostseite, zum anderen an dem kleinen Vorplatz in Richtung Westen. Von dort aus in der repräsentativen Eingangslobby angelangt, führen dann ein Fahrstuhl oder das zentrale Treppenhaus hinauf in die oberen Geschosse. Die Geschäftsflächen im Erdgeschoss lassen sich unabhängig davon direkt von der Straße aus erschließen. Die hochwertige Klinkerarchitektur und die großen bodentiefen Fenster schaffen dabei einen exklusiven Rahmen für die hier ansässigen Ladengeschäfte.
Assoziative Nachbarschaft
Zusätzlichen Reiz erhält der kunstvoll komponierte Neubau durch seinen engen architektonischen Bezug zu dem nur wenige hundert Meter weiter gelegenen Kontorhausviertel mit dem 1924 errichteten Chilehaus von Fritz Höger, das mit seiner expressiven Klinkerarchitektur als Stilikone der so genannten „Hamburger Schule“ gilt. In Anlehnung an die prominente Nachbarschaft wählten die Architekten Schenk + Waiblinger einen ähnlichen dunkelbraunen Klinker, der durch eine besondere Salzglasur einen leicht glänzenden Charakter aufweist. Bei näherer Betrachtung der Lochfassade fällt außerdem auf, dass die Fenster der Obergeschosse zu den Fassadenecken hin jeweils breiter werden. Auch das ein Stilmittel, das die häufig so strenge Rhythmik von Klinkerfassaden aufbricht und die eindrucksvolle Dynamik des Gebäudes weiter vorantreibt. Als gelungene Neuinterpretation des norddeutschen Backstein-Expressionismus.
Quantum Immobilien AG, Hamburg
Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg
Fertigstellung: 2008
BGF: 8.900 m²





Dominik Köhler
Sehr schönes Gbäude. Kompliment an die Herren Schenk & Waiblinger
vor 1 Jahr 1 Monat 3 WochenJola Horschig
Höger und Schumacher ließen bestimmt grüßen ...
vor 1 Jahr 1 Monat 3 Wochen