Schmidt Hammer Lassen Architects - Hotelkomplex - Malmö


Nächtliche Ansicht des Komplexes aus Richtung Südwesten. © schmidt hammer lassen architects

Rote Schichtholzfassaden binden den Neubau in die Umgebung ein. © schmidt hammer lassen architects 

Haupteingang des Komplexes in Richtung Norden. © schmidt hammer lassen architects 

Im Konzertsaal schaffen Holzpaneele eine optimierte Akustik. © schmidt hammer lassen architects

Vogelperspektive aus Richtung Südosten. © schmidt hammer lassen architects
Wirtschaftlicher Aufschwung
Aufgrund der Werftenkrise seit den 1970er-Jahren hatte Malmö noch vor einigen Jahren die höchste Arbeitslosenquote in ganz Schweden aufzuweisen. Doch nach der Fertigstellung der Öresundbrücke nach Kopenhagen im Jahr 2000 erlebt die Hafenstadt gegenwärtig einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Deutlich sichtbar wird diese Entwicklung insbesondere im Hafengebiet der Stadt, das sich zunehmend in ein modernes Büro- und Dienstleistungsquartier verwandelt.
Übergang zur Stadt
In zentraler Lage, auf einem bislang als Parkplatz genutzten Grundstück am Übergang zwischen Hafen und Stadt, soll jetzt ein Megakomplex der dänischen Architekten Schmidt Hammer Lassen für weitere städtebauliche Impulse vor Ort sorgen. Das voraussichtlich 2014 fertiggestellte, an seinem höchsten Punkt 20 Geschosse hoch aufsteigende Projekt integriert auf einer Fläche von 54.000 Quadratmetern ein Kongresszentrum, ein Hotel und ein Konzerthaus.
Die vorliegenden Visualisierungen zeigen ein dynamisch gestaffeltes Ensemble aus mehreren kubischen mit schichtholzverkleideten Baukörpern, die sich durch unterschiedliche Größen und Richtungen auf die umliegende Bebauung beziehen sollen. Markanter Blickfang ist dabei der mehrstufig als eine Art architektonisches Ausrufezeichen bis auf eine Höhe von rund 70 Metern aufsteigende Hotelturm mit seinem öffentlich zugänglichen Erdgeschoss. Die Konzerthalle und das Kongress-Zentrum wurden demgegenüber als deutlich flachere Volumen komponiert. Im Zwischenraum sollen ähnlich wie bei einer mittelalterlichen Stadt Plätze und enge Gassen mit Blick auf den angrenzenden Park entstehen. Nördlich und westlich angrenzend sind außerdem 35.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbeflächen geplant.
Harte Kontraste
So weit, so gut. Doch wer sich den städtebaulichen Kontext etwas genauer ansieht, der wird eher daran zweifeln, ob sich der großflächige Komplex tatsächlich in die eher kleinteilige Bebauung vor Ort integrieren lässt. In Richtung Norden liegt immerhin das Hafengebiet mit seinen Gewerbehallen, Logistikflächen und Bürogebäuden, hier hat das Projekt ausreichend Raum. Weiter östlich schließen dagegen in unmittelbarer Umgebung ein flacher denkmalgeschützter Backsteinkomplex und das pittoreske Hauptgebäude der Hochschule Malmö an. Und in Richtung Süden grenzt der Komplex direkt an einen kleinen Kanal und auf eine kleinteilige Uferbebauung aus unterschiedlichen Stilperioden. Im Übergang zwischen beiden Bereichen soll hier eine moderne Uferpromenade entstehen.
Von skandinavischer Bescheidenheit kann bei diesen harten Kontrasten keine Rede sein. Vielmehr wird der vorgesehene Neubau nicht nur seine direkten Nachbarn, sondern auch fast alle anderen Bauten im Zentrum von Malmö locker übersteigen. Vollständig aus dem Rahmen fällt der Neubau andererseits jedoch nicht. Denn einige hundert Meter weiter nordwestlich steht ja immerhin noch der „Turning Torso“ von Santiago Calatrava – das mit 190 Metern höchste Wohngebäude in ganz Nordeuropa. Wie gesagt, mit Malmö geht es inzwischen steil bergauf!
Skanska Sverige AB
Schmid Hammer Lassen Architects, Århus
Fertigstellung: voraussichtlich 2014
BGF: 90.000 m²




