Souto Moura Architects, Lda - Burgo Tower - Porto


Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (1)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (2)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (3)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (4)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (5)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (6)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (7)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (8)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (9)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (10)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (11)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (12)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (13)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (14)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (15)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (16)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (17)

Burgo Tower © FG + SG: Fernando Guerra, Sérgio Guerra (18)
Das Grundstück, auf dem der Burgo Tower steht, ist Teil eines sehr umfangreichen städtebaulichen Konzepts in der portugiesischen Stadt Porto. Das Konzept sieht eine Mischnutzung vor. Auf Grund der Immobilienkrise sind jedoch bislang nur der Burgo Tower und zwei weitere Gebäude realisiert worden. Der Entwurf des 20 Stockwerke hohen Bürogebäudes stammt vom portugiesischen Pritzker-Architektur-Preisträger Eduardo Souto de Moura.
Was für eine Haut
Die Lage und die Form des Grundstücks an der Avenida da Boavista bedingten bereits alle Regeln des Gebäudes. Der Kunde hatte dem Architekten eine Referenz vorgelegt, mit der die strukturellen Module und Plattendicken definiert wurden. Die Feuerwehr bestimmte die Höhe. Überspitzt ausgedrückt: Es war hier, wie in vielen anderen Projekten auch. Der Architekt hat lediglich die Aufgabe, dem Gebäude die Haut überzuziehen und natürlich auch noch ein wenig Make-up aufzutragen, um Käufer und Investoren zu verführen.
„Der Burgo Tower besteht aus zwei, nebeneinander gelegenen Gebäuden. Ein vertikaler und ein horizontaler Teil in verschiedenen Maßstäben stehen im Dialog, miteinander und mit der urbanen Landschaft", so beschreibt der Architekt Souta de Mora das charakteristische Merkmal.
Die beiden Gebäude stehen auf einer Plattform, die gleichzeitig als Plaza fungiert und eine Art Lobby formt. Die Gebäudeteile werden definiert durch ein modulares Fassadensystem, jedes Einzelmodul besteht aus Stein- und Glasplatten. Die Strukturaufteilung lenkt von den Ausmaßen des gesamten Gebäudes ab und schafft eine harmonische Verbindung zwischen Geschlossenheit und Offenheit. Die Hülle des Gebäudes ist mehr als nur ein Überzug, es definiert sich über ihre reinen Formen. Manchmal erscheint sie durchsichtig, dann wieder transparent oder opak.
Eine Identität, stabil und instabil gleichzeitig
Das Hauptgebäude liegt von der Straße zurückgesetzt. Es trägt mit seinen zwanzig Etagen zum städtischen Maßstab bei und hat das Potenzial eines Wahrzeichens. Auf achtzehn oberirdischen und zwei unterirdischen Etagen befinden sich Gewerbeflächen und Büroräume in der Größenordnung von jeweils 150 bis 600 Quadratmetern.
Der horizontal ausgerichtete Gebäudeteil steht in enger Beziehung zum Platz. Er ist auf sechs Etagen organisiert, wovon vier oberirdisch und zwei unterirdisch angeordnet sind. Das Raumprogramm ist das gleiche, wie im horizontalen Gebäude. In den Untergeschossen gibt es Parkplätze und Serviceeinrichtungen. Das horizontale Gebäude ist mit der gleichen Haut umhüllt wie das vertikale und bildet eine Art "Modell" des Turms, da es das modulare System genauer zeigt. Von der Hauptstraße aus lässt sich so auch gut erkennen, wie die innere Struktur des Burgo Towers funktioniert. Wie auch das von Mies van der Rohe entworfene Robert McCormick Haus unterstreicht der Burgo Tower in allen Entscheidungen und Lösungen die Klarheit des Designs.
Auf den ersten Blick ist der Burgo Tower ein anonymes Gebäude. Sein eigentliches ausdrucksvolles Leben versteckt sich in diesem unvergleichlich formschönen Baukastensystem. Es ist erstaunlich, wie sich das Gebäude kontinuierlich unter dem Spiel von Licht und Schatten und unter dem Einfluss des Wetters von einer vollkommenen Lichtundurchlässigkeit zu völliger Transparenz verändert. Dabei ist die Oberflächenstruktur abhängig von den Bedingungen seiner Umwelt und von der Wahrnehmung des Beobachters. Seine Ausdruckskraft entsteht aus der Fähigkeit, sich wie ein “Chamäleon" anzupassen. Eine Identität, die gleichzeitig stabil und instabil ist.
Jenseits des trivialen Durcheinanders von Formen
Die beständige Bezugnahme von Souto Moura auf Mies Van der Rohes Arbeit ist allgemein bekannt. Seit dem Beginn seiner Karriere kann man beobachten, wie er immer und immer wieder auf Mies' Weg zurückkehrt, auch dieses Projekt bildet keine Ausnahme. Die Betonung dessen, was Mies als "Bau-Gedanken" darstellt; Die Lehre, die kühn Konventionen erstarren lässt und zugleich die Möglichkeit für authentische Ausdrucksformen der Gegenwart eröffnet; Das alles wird in Souto Mouras Arbeit offensichtlich. Der Burgo Tower ist kein Wolkenkratzer, sondern der Grundsatz einer Lehre von Rationalismus und dem Scharfsinn.
Man kann sich in der Bewertung des Burgo Towers an Souto Mouras großes Vorbild halten. "Nur Wolkenkratzer im Bau zeigen die kühnen konstruktiven Gedanken“, schrieb Mies Van der Rohes im Jahr 1922. „Der Eindruck der hohen Stahlskelette ist überwältigend. Mit dem Bau der Mauern wird dieser Eindruck völlig zerstört, die konstruktiven Gedanken, die notwendige Grundlagen für die künstlerische Form geben, wird vernichtet und häufig erstickt von einem sinnlosen und trivialen Durcheinander an Formen … und doch könnten diese Gebäude mehr als nur eine Manifestation von technischen Fähigkeiten sein. Dies würde jedoch bedeuten, dass man den Versuch aufgeben müsste, eine neue Aufgabe mit traditionellen Formen zu lösen, sondern man sollte versuchen, die Form an die neue Aufgabe aus der Natur dieser Aufgabe heraus zu entwickeln."
Bauherr: Douro Atlântico S.A
Souto Moura Architects, Lda
Entwurfsphase 1991 – 1995
Zweite Phase 2003 - 2007
Konstruktionsphase 2007
BGF: 34976 m²








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