Staab Architekten - Sanierungsumbau des Albertinums - Dresden


Der Blick von oben bietet die einzig mögliche Ansicht des neuen Depots. © Steffi Moritz © SKD

: Der imposante Lichthof als neues Herz des Albertinums © Hans-Joachim Krumnow 2010 © SKD

Im neuen Magazin können die Gemälde an raumhohen Rollgittern aufgehängt werden. © David Brandt 2010 

Schnitt durch das umgestaltete Albertinum mit dem neuen Archiv. © Staab Architekten

Lichthof des Albertinums, Dresden
Um die rund 10.000 Kunstwerke des Museums optimal gegen Hochwasser zu sichern, wurde der zuvor ungenutzte Innenhof zu einem repräsentativen Lichthof umgewandelt und durch ein doppelgeschossiges Magazin überbaut. Nach insgesamt sechsjähriger Umbauzeit konnte das 1889 über einem Renaissance-Zeughaus errichtete Haus danach im Juni 2010 wiedereröffnet werden.
Frei schwebende Brücke
„Sehen Sie? Sie sehen nichts,“ lautete einst der Slogan für einen Glasreiniger. Der gleiche Eindruck stellt sich jetzt auch beim Rundgang durch das umgebaute Albertinum ein. Denn von dem neu eingezogenen Depot ist letztlich kaum etwas zu sehen: Das 70 Meter lange, 25 Meter breite und 10 Meter hohe Archiv schwebt in 17 Meter Höhe wie eine gewaltige Brücke über der 1700 Quadratmeter großen stützenlosen Innenhofhalle. Den Boden des Magazins haben die Architekten um Volker Staab dabei raumseitig hinter einer Folienverkleidung versteckt, so dass sich optisch der Effekt einer gedimmten Lichtdecke einstellt. Tatsächlich aber lenken lediglich die äußeren Deckenbahnen gefiltertes Tageslicht in die von sämtlichen Ebenen aus einsehbare Halle. Da das Magazin gleichzeitig auch die bestehenden Dachfirste des Albertinums nicht überragt, ist es für die Besucher somit weder von außen, noch von innen zu erkennen.
Gewaltige Lasten
Das neue Magazin bietet auf zwei Ebenen Platz für tausende Gemälde, die hier an raumhohen Rollgittern aufgehängt werden. Gleichzeitig nimmt es auch die Werkstätten der Galerie auf. Die gewaltigen Lasten des Depots von rund 3.000 Tonnen werden dabei von zwei mächtigen, jeweils 70 x 70 Zentimeter starken Stahlstützen abgetragen, die unsichtbar in den Innenwänden versteckt wurden und die sich bis zu einer Tiefe von 20 Metern unter den Wasserspiegel der Elbe bohren. Ein gewaltiger Aufwand! Für ein künftiges Hochwasser dürften die Arbeiten damit aber unerreichbar sein.
Verändertes Museumskonzept
Zusätzlich wurden durch den Umbau auch weitere 1.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche sowie der überdachte Lichthof selbst als imposante Foyerfläche mit Platz für Café und Buchhandlung und als flexibel nutzbare Aufführungsfläche hinzugewonnen. Ein gelungenes Detail ist dabei die neu interpretierte Eingangssituation nach Norden zur Brühlschen Terrasse: Denn da der Niveauunterschied zwischen dem dortigen Eingang und der Halle ein volles Stockwerk beträgt, erfolgt der staunende Zugang zum überdachten Innenhof an dieser Stelle über eine breite Treppe nach unten. Auch das ein völlig neuer Raumeindruck im umgestalteten Albertinum. Ganz selbstverständlich, als wäre es nie anders gewesen.
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement
Staab Architekten, Berlin
Umbauzeit: 2004 bis 2010





Stefan Rabacs
Es ist eins von vielen Häusern der Kunst in Dresden. Leider verlässt der Mann hinter der Entstehung die Stadt.
vor 11 Monaten 2 Wochen 3 Tagen