Tham & Videgård Architecter - Tree Hotel - Harads


Übernachtung hoch oben in den Baumwipfeln: Das Tree Hotel im schwedischen Lappland. © Åke E:son Lind

Typisch schwedische Inneneinrichtung mit viel Sperrholz und formschönen Möbeln. © Åke E:son Lindman

Durch die verspiegelte Außenhülle ist der Microcube von außen kaum auszumachen. © Åke E:son Lindman

Große Fensterflächen ermöglichen einen fließenden Übergang von Innen und Außen. © Åke E:son Lindman
Wer seinen Urlaub in Lappland plant, der denkt an endlose Kiefernwälder, an eisige Kälte, an Rentiere, an Hundeschlitten, an das Polarlicht. Und vielleicht auch an das im Sommer letzten Jahres eröffnete Tree Hotel, das sich inzwischen zu einem regelrechten Geheimtipp unter Lappland-Reisenden entwickelt hat. Das am südöstlichen Rand des 500-Seelen-Nestes Harads gelegene Projekt bietet den Urlaubern die Möglichkeit, mitten in der Wildnis in modern gestalteten Baumhütten zu übernachten. Eine der vier Behausungen, der 4 x 4 x 4 Meter große „Microcube“, wurde vom Stockholmer Büro Tham & Videgård Architecter geplant und anschließend in rund vier Metern Höhe um den Stamm einer Kiefer befestigt.
Verspiegelter Würfel
Oberstes Prinzip bei der Planung der Projekts waren möglichst geringe Eingriffe in die Natur. Keiner der Bäume sollte angebohrt oder anderweitig verletzt werden. Für ein möglichst geringes Eigengewicht haben Tham & Videgård Architecte ihren Microcube daher in leichter Aluminium-Bauweise errichtet und mit speziellen Schlauchbindern aus Edelstahl an der betreffenden Kiefer befestigt. Im Laufe der Zeit wird er also mit seinem „Wirt“ nach oben wachsen. Eine zusätzliche Anpassung an die Umgebung ermöglicht die Außenhülle aus verspiegeltem Glas. Beim Blick nach oben sieht man also den Wald und den Himmel, die Baumhütte selbst ist nahezu unsichtbar. Um andererseits zu verhindern, dass Vögel mit dem Microcube kollidieren, wurde eine transparente, nur für Vögel sichtbare UV-Farbe aufgetragen.
Mit der Hängebrücke ins Hotel
Zur Erschließung des Microcube haben Tham & Videgård Architecter eine Hängebrücke installiert. Oben angekommen, treffen die Besucher dann auf einen spartanisch mit Sperrholz ausgeführten Innenraum mit großen Fenstern und einem traumhaften 360-Grad-Panorama auf die Umgebung. Das leichte Schaukeln der Baumhütte im Wind erzeugt fortwährend das Gefühl, in einem riesigen Freischwinger zu sitzen. Neben einem Wohnzimmer, einem kleinen Bad mit spezieller Abwasserpumpe und einer Dachterrasse haben die Architekten auf der begrenzten Fläche auch ein Doppelbett untergebracht. Als zusätzliches Mobiliar wurde eine Sitzgruppe mit zwei Sesseln und einem Tisch in typisch schwedischem Design integriert, die wunderbar mit dem sichtbar gebliebenen Stamm der tragenden Kiefer harmoniert.
Etwas Geld muss man für das Tree Hotel allerdings schon mitbringen. Der Aufenthalt schlägt mit stolzen 400 Euro pro Person und Übernachtung zu Buche. Dem Erfolg des Projekts tut das allerdings keinen Abbruch. Gegenwärtig sind bis zu 25 weitere Hütten geplant.
Tree Hotel, Harads
Tham & Videgård Architecter, Stockholm
Fertigstellung Juli 2010




