Tham & Videgård Arkitekter - Moderna Museet Malmö - Malmö


Kraftvoll inszenierter Kontrast zwischen Alt und Neu. © Åke E:son Lindman

Hinter dem alten Werkstor verbirgt sich der Haupteingang zum Museum Malmö. © Åke E:son Lindman

Übergang zur alten Turbinenhalle. © Åke E:son Lindman 

Die Ausstellungsbereiche des Museums folgen dem Konzept des „White Cube“. © Åke E:son Lindman

Schrilles Ambiente im Cafébereich des Museums. © Åke E:son Lindman
Dass Museen heute nicht mehr zwingend mit repräsentativer Natursteinfassade daherkommen, daran haben wir uns gewöhnt. Die Rotterdamer Kunsthalle von Rem Koolhaas etwa erinnert mit ihren schmucklosen Rampe und ihrer betont profanen Fassadengestaltung auf den ersten Blick eher an einen Industriebau als an ein Haus für die Kunst. Und die gläserne Erweiterungsbox des Museums Küppersmühle in Duisburg von Herzog & de Meuron entspricht auch nicht zwingend unseren klassischen Vorstellungen von einem Musentempel. Warum auch? Schließlich ist ja auch die Kunst selbst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nicht in ihrer Entwicklung stehen geblieben, sondern präsentiert sich heute in unterschiedlichsten Ausdrucksformen – von der Malerei und Fotografie über Ready-Made und Performance bis hin zum Environment.
Museum im Punk-Look
Noch schriller und radikaler als die genannten Beispiele moderner Museumsbauten kommt das Ende 2009 als Erweiterungsbau des Moderna Museet in Stockholm eröffnete Museum im südschwedischen Malmö daher. Um das in einer ehemaligen Elektrizitätszentrale aus dem Jahr 1900 angesiedelte Haus aus dem Stadtraum hervortreten zu lassen – und um die hohen internationalen Sicherheitsstandards für Museumsbauten einzuhalten –, entschieden sich Tham & Videgård Arkitekter dazu, den backsteinernen Bestand durch ein neu hinzugefügtes Eingangsvolumen aus Stahlbeton zu kontrastieren. Die davor gesetzte Lochfassade in leuchtendem Orange bietet dabei ein einprägsames Logo für das Museum und schafft gleichzeitig eine sinnfällige Umsetzung des einst den Standort bestimmenden Themas „Energie“. Zudem ermöglicht die perforierte Außenhülle eine reizvolle optische Tiefe, die durch das Schattenspiel der Öffnungen zusätzlich belebt wird. Das eingearbeitete Museumslogo wirkt dabei wie ein soeben aufgesprühtes Tag von selbst ernannten „Graffiti-Künstlern“.
Neben dem Eingangs- und Empfangsbereich des Museums integriert der Neubau auch eine Cafeteria und eine Galerie im oberen Geschoss. Das im großzügig verglasten Erdgeschoss durch die Lochfassade einfallende Licht sowie die durchgängig orangefarbene Innenraumgestaltung schaffen dabei ein individuelles Ambiente mit hohem Wiedererkennungswert.
Behutsame Sanierung
Der angrenzende Altbau der ehemaligen Elektrizitätszentrale wurde hingegen behutsam saniert und lediglich in einigen Bereichen an die neue Nutzung angepasst. Wichtigster Eingriff war dabei die Unterteilung der insgesamt rund 600 Quadratmeter großen und beinahe elf Meter hohen Turbinenhalle durch zwei neue Treppenhäuser, um so einen schleifenförmigen Ausstellungs-Parcours zwischen der Halle und den weiter oben entlang der Straße gelegenen Ausstellungsräumen zu ermöglichen. Darüber hinaus stehen Studioräume für Kinder und Lagerräume zur Verfügung. Nach der optischen Provokation im Neubau haben sich Tham & Videgård Arkitekter dabei in sämtlichen Bereichen auf die Schaffung weißer Räume beschränkt. Ein gelungener Spagat zwischen Provokation und rücksichtsvoller Sanierung, der Alt und Neu gleichermaßen zur Geltung bringt.
Stadsfastigheter i Malmö
Tham & Videgård Arkitekter, Stockholm
Fertigstellung 12/2009
2.650 m²





Markus Tomaselli
ein kubus ist immer kantig :-)
vor 7 Monaten 1 Tag 14 StundenRobert Lillig
schön ist das nicht gerade..
vor 7 Monaten 1 Tag 12 Stunden