UNStudio - EEA & tax offices - Groningen


Die aerodynamische Form schafft einen markanten Blickfang. © UNStudio / Ronald Tilleman

Die vorstehenden Brüstungselemente betonen die Gebäude-Silhouette. © UNStudio / Ronald Tilleman

Auch im Innenbereich dominieren runde Formen und Linien. © UNStudio / Ronald Tilleman

Die Brüstungselemente ermöglichen einen Sichtschutz zur Straße. © UNStudio / Ronald Tilleman

Mutige Farbkontraste im Innenraum. © UNStudio / Ronald Tilleman
Der äußerste Nordosten Hollands mit Friesland und der Stadt Groningen wird von den meisten Niederländern eher als provinziell beurteilt. Umso erstaunlicher ist, dass dort immer wieder interessante architektonische Projekte entstehen.
Weithin sichtbare Landmarke
Ein aktuelles Beispiel für Groningens mutige Architektur ist das nach den Plänen von UNStudio entstandene Bürohochhaus von Education Executive Agency (EEA) & Tax offices. Der 92 Meter hohe Neubau hat sich mit seiner asymmetrisch aufsteigenden und weich abgerundeten Silhouette als wichtiges Element im Stadtbild etabliert.
Auf einer Fläche von 48000 Quadratmetern schuf Ben van Berkel eine abwechslungsreich gestaltete Bürolandschaft für die rund 2500 Mitarbeiter von Education Executive Agency & Tax offices. Der Neubau setzt sich aus einem 12-geschossigen Sockel und einer höheren, insgesamt 24-geschossigen Hochhausscheibe zusammen. Beide Gebäudekomplexe verschmelzen zu einem organisch fließenden Ganzen.
Aerodynamische Form
Selbst wenn man das Bauwerk zum wiederholten Mal umrundet, die Gebäudeform hält für den Betrachter immer wieder überraschende Perspektiven bereit. Die Form ist allerdings nicht nur ästhetisches Beiwerk, mit der ein einladendes und bürgernahes Images der beiden Behörden gepflegt werden sollte, sie sorgt auch für geringere Windlasten und eine verbesserte Gebäudeklimatisierung.
Eine zusätzliche Optimierung der Energiebilanz ermöglichen die flossenartigen, zwischen sämtlichen Geschossen vorstehenden Brüstungselemente. Sie sind am oberen Rand mit Reflektoren ausgestattet. Im Sommer sorgen sie durch eine Reflexion des auftreffenden Lichtes nach oben für eine Reduzierung der Wärmelasten, bei niedrigerem Sonnenstand im Winter unterstützen sie den Lichteinfall und ermöglichen so eine optimierte passive Nutzung der Sonnenenergie. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs sind die Nutzung von Erdwärme und Betonkernaktivierung, eine verringerte Geschosshöhe sowie eine intelligente Gebäudesteuerung.
Fließende Bürolandschaft
Ebenso dynamisch wie die äußere Hülle gestalteten die Architekten des UNStudios auch das Innere des Neubaus. Charakteristisch sind die flexiblen und offenen Büro- und Verkehrsflächen. Den mutigen Farbkontrasten von Orange, Purpur und Grün stehen zahlreiche Retro-Details nach Manier der 1970er-Jahre gegenüber. Eine speziell niederländische Besonderheit ist außerdem die ökologische Infrastuktur: Den 675 Pkw-Stellplätzen stehen 1500 Fahrradstellplätze gegenüber. Ein landestypischer Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachahmung wärmstens empfohlen.
Rijksgebouwendienst
UNStudio, Amsterdam
Fertigstellung: 2011
BGF: 48.000 m²





Ma Amegah
sieht arg aus :)
vor 5 Monaten 3 Wochen 5 StundenRobert Uhde
...stimmt, da gibt es viele Retro-Details. Aber die Gebäudehülle wäre so vor vierzig Jahren sicher nicht möglich gewesen ;-)
vor 5 Monaten 3 Wochen 3 Stunden