virai arquitectos - Winery La Grajera - Logroño


Blick auf das Produktionsgebäude © Jose Manuel Cutillas

Zusammenspiel der drei Gebäude mit dem See im Hintergrund © Rafael La Fuente

Begrüntes Dach der Kellerei © Rafael La Fuente

Innenhof des Weinbaukomplexes bei Nacht © Jose Manuel Cutillas

Guter Kontrast zwischen den verschiedenen Fassadentypen © Jose Manuel Cutillas

Lage der Gebäude © virai arquitectos

Plan mit Untergeschoss (Produktion) © virai arquitectos

Unterirdische Produktionsstätte © Amaia Martinez

Treppe ins Untergeschoss der Kellerei © Jose Manuel Cutillas

Innenraum des Pavillons © Jose Manuel Cutillas
Im Norden Spaniens, westlich der Stadt Logroño, liegt die Weinkellerei La Grajera. 2011 wurde nach den Plänen von virai arquitectos auf dem 80 ha großen Gelände ein neuer Kellereikomplex aus mehreren Gebäuden errichtet. Idyllisch auf einem kleinen Hügel gelegen, fügt sich der Bau harmonisch in seine Umgebung ein. Gleichzeitig muss er vor seiner repräsentativen Funktion nicht zurückschrecken.
Vielschichtige Funktionen
Der Kellereikomplex vereint auf seiner Fläche mehrere Funktionen: Zum einen wird dort selbstverständlich Wein produziert. Gleichzeitig ist die Kellerei Forschungsinstitut und Touristenattraktion. Die verschiedenen Funktionen des Komplexes spiegeln auch sich in der baulichen Aufteilung wider.
Auf den Weinbergen von La Grajera werden über 1.300 traditionelle Weinrebsorten angebaut, und die Kellerei ist eine der führenden Einrichtungen Spaniens in der Erforschung und Produktion von biologischen Weinen. Besucher können sich auf einer geführten Tour durch das Gebäude ein Bild von der Weinproduktion machen.
Produktion im Schutz des Berges
Die Produktion und Lagerung des Weines findet in einem halb unterirdischen Bau aus Sandstein statt. Dieses Gebäude überzeichnet in seiner Form die leicht hügelige Landschaft, denn es hebt sich mit zunehmender Steigung des Geländes immer weiter aus der Erde. Auf dem begrünten Dach, das sich wie eine Schanze aus dem Berg schiebt, setzt sich die Natur ins Gebäude fort.
Der Innenraum ist mit dunklen Steinplatten verkleidet, wodurch eine gedämpfte, kühle Stimmung geschaffen wurde. Die unterirdische Bauweise hat nicht nur eine gestalterische Funktion. Die umgebende Erde gewährleistet eine konstante Raumtemperatur von circa 17 C°, was für die Lagerung und Reifung der Weine von Bedeutung ist.
Repräsentation oberirdisch
Der zweite Part der Kellerei bildet mit den Materialien Glas und Keramik einen Gegensatz zum massiven Gebäudeteil der Produktionsstätte. Der oberirdische, langgezogene Pavillon beherbergt Räume für Konferenzen oder Lehrveranstaltungen. Er öffnet sich mit großen Glasfronten zu seiner Umgebung und ermöglicht den Blick in die Natur. Viel natürliches Licht sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Mit dem unebenen Gebäudeprofil empfanden virai architectos den nahegelegenen Waldrand nach.
Kontrastierung durch Keramikfliesen
Ein kleiner Büroturm komplettiert das Ensemble. Der quadratische Bau begrenzt den Komplex auf der Westseite und beherbergt alle administrativen Einrichtungen der Weinkellerei.
Wie auch der Pavillon ist der Büroturm mit braunen Keramikfliesen verkleidet. Diese wurden in Zusammenarbeit mit der spanischen Firma Cerámicas Casao eigens für die Kellerei entwickelt. Vor den Glasflächen des Pavillons wurden vorgefertigte, lamellenartige Keramikelemente angebracht. Sie sind lichtdurchlässig, schützen aber gleichzeitig vor zu starker Sonneneinstrahlung. Die opaken Flächen wurden mit speziell für das Projekt entwickelten Keramikfliesen verkleidet, die die Lamellenoptik der durchlässigen Fassadenelemente weitertragen.
Nachhaltig durch Geothermie
Die Kellerei La Grajera geht nicht nur äußerlich eine harmonische Verbindung mit ihrer Umwelt ein. Das gesamte Gebäudeensemble ist auch technisch besonders nachhaltig. Die unterirdische Bauweise der Produktionsanlagen und Isolationselemente, wie das begrünte Dach oder die Keramikfliesen, reduzieren deutlich den Einsatz von Klimaanlagen und auch Heizungen. Die restlichen energetischen Erfordernisse werden durch eine hauseigene Geothermieanlage bereitgestellt, die mit Hilfe von Wärmetauschern und Wärmepumpen je nach Bedarf sowohl warme als auch kalte Luft in alle Räume bringt.
Die verschiedenen Bauten auf dem Gelände der Kellerei La Grajera vereinen auf besondere Weise Funktion mit Ästhetik. Sie bilden zusammen ein gelungenes Ensemble, das schon von außen erahnen lässt, worum es in La Grajera letztlich geht – um hochwertige Weine.
Consejería de Agricultura, Ganaderiía y Desarollo Rural. Gobierno de la Rioja.
virai arquitectos, Madrid.
2011 fertiggestellt
6900m²







